Ab wann ist Man Kreditwürdig

Ab wann bin ich kreditwürdig?

Jeder Kreditgeber prüft vor der Vergabe eines Darlehens die Bonität des Schuldners. Die Frage „Ab wann ist man kreditwürdig?“ lässt sich aber nicht pauschal beantworten, denn Bonität ist nicht gleichzusetzen mit der Höhe des Einkommens.

Bonität heißt Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit

Bonitätsprüfung und Kreditwürdigkeit

Zunächst hat die Bonität eine sehr subjektive Komponente. Selbst wenn ein Schuldner eigentlich genügend Geld hat, um seinen Verpflichtungen nachzukommen, kann seine bei der Schufa gespeicherte Zahlungshistorie dennoch ausgesprochen negative Merkmale aufweisen. Vielleicht aus Nachlässigkeit, vielleicht sogar mit Absicht lässt er sich lieber an fällige Zahlungen erinnern und begleicht Rechnungen erst nach einer Mahnung. Das mag die Ausnahme sein, ist aber ein gutes Beispiel, um zu verstehen, dass Kreditwürdigkeit nicht bei einer bestimmten Einkommensgrenze beginnt. Zudem ist auch die Zahlungsfähigkeit nicht ausschließlich vom Einkommen abhängig. Fixe Kosten müssen dem Einkommen gegenübergestellt werden, um zu sehen, welche Beträge für die Tilgung eines Kredits sicher zur Verfügung stehen. 3.500 Euro Bruttogehalt reichen für einen Single-Haushalt locker, für eine vierköpfige Familie wird es dagegen schon knapp, wenn schon 1.000 Euro für die Miete draufgehen. In die Bonitätsberechnung fließt auch ein, wie sicher das Einkommen ist. Ist ein abhängig Beschäftigter schon lange beim selben Arbeitgeber und genießt umfassenden Kündigungsschutz, oder absolviert er gerade erst seine Probezeit? Wie sicher ist das Geschäftsmodell eines Selbstständigen oder Freiberuflers? Diese Berufsgruppen haben es bei klassischen Bankkrediten schwer, weil die Einkünfte unregelmäßig sind.

Sicherheiten erhöhen die Bonität

Wenn Sie überlegen, „Ab wann bin ich kreditwürdig?“, denken Sie nicht nur an Ihr Gehalt oder sonstige Einkünfte, sondern auch an Sicherheiten, die Sie dem Kreditgeber anbieten könnten. Ein Immobilienkredit ist deshalb so günstig zu haben, weil er durch ein Grundpfandrecht, also Hypothek oder Grundschuld, gesichert ist. Die Bank geht ein sehr begrenztes Risiko ein, denn wenn der Kreditnehmer nicht zahlt, kann sie das Haus zwangsversteigern lassen. Ähnlich ist es auch beim Autokredit, denn hier wird das gekaufte Fahrzeug sicherungshalber der Bank übereignet. Bei anderen Krediten kann zum Beispiel ein Wertpapierdepot, das Sie derzeit nicht verkaufen möchten, als Sicherheit dienen. Oder Sie beleihen eine Lebensversicherung bis zur Höhe des angesparten Rückkaufswertes. Haben Sie weder regelmäßiges und ausreichendes Einkommen noch Sicherheiten, kann auch ein Bürge helfen.

Kreditsumme, Zinsen und Laufzeit bestimmen die Raten

Ab wann man kreditwürdig ist, hängt natürlich auch von der gewünschten Höhe des Darlehens ab. Vielleicht hält die Bank Sie für kreditwürdig bei einem Kleinkredit von 1.000 Euro, verweigert Ihnen aber 300.000 Euro für einen Hausbau, weil sie Zweifel hat, dass Sie diese hohe Summe in angemessener Zeit zurückzahlen können. Wichtig ist, sich mit der Höhe der Raten – zusammengesetzt aus Tilgung und Zinsen – nicht zu überschätzen. Setzen Sie besser auf eine etwas längere Vertragslaufzeit, auch wenn Sie dafür in der Summe mehr Zinsen zahlen müssen, denn das verringert die monatliche Belastung deutlich.

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