Ausbildungsdarlehen

Wenn das Azubi-Gehalt nicht reicht

Ausbildungsdarlehen gibt es mittlerweile bei vielen etablierten Banken. Gemeint sind hier in der Regel monatliche Zuschüsse, wenn die Lebenshaltungskosten höher sind als die Ausbildungsvergütung. Bei einer größeren Einmalzahlung tun sich die Kreditinstitute dagegen häufig schwer. Eigene Richtlinien sowie Vorgaben der Finanzaufsicht stehen möglicherweise entgegen. Aber auch hierfür gibt es Lösungen.

Staatliche Förderungen beanspruchen

Studium & Ausbildung finanzieren

Wenn das Geld, das Sie in der Ausbildung verdienen, für einen normalen Monat ohne besondere Ausgaben nicht reicht, sollten Sie an erster Stelle Ihre fixen Kosten überprüfen. Sind alle Positionen wirklich zwingend? Es muss ja nicht jährlich das neueste Smartphone mit einem entsprechend teuren Vertrag sein. Auch ein Wechsel des Strom- oder Gasanbieters kann eine Menge Geld sparen. Dann gehören die variablen Kosten auf den Prüfstand: Mit einem Azubi-Ticket sind Bus und Bahn oft billiger als die Benutzung des eigenen Autos. Und wenn man jeden Euro umdrehen muss, muss man eben auch mal auf ein Feier-Wochenende verzichten.

Es kann aber durchaus sein, dass auch nach sorgfältiger Abwägung die Kosten einfach zu hoch bleiben, beispielsweise wenn Sie eine auswärtige Ausbildung in einem weniger gut bezahlten Beruf machen, oder wenn durch ein ergänzendes Auslandsstudium Aufwendungen anfallen. Für ein duales Studium gibt es unter bestimmten Voraussetzungen Bafög, das Ausbildungsdarlehen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Bei einer betrieblichen Ausbildung können Berufsausbildungsbeihilfen beantragt werden.

Günstige Kredite dank Sicherheiten

Voraussetzungen für einen günstigen Kredit in der Ausbildung sind entweder eine gute Bonität oder Sicherheiten, die die Bank bei Zahlungsverzug verwerten kann. Die Bonität können Sie beim Ausbildungsdarlehen gleich abhaken - selbst bei guter Zahlungsmoral und ohne negativen Schufa-Eintrag dürfte das Einkommen einfach zu gering sein. Sicherheiten wie eine Lebensversicherung mit angespartem Rückkaufswert oder ein gut gefülltes Wertpapierdepot existieren in jungen Jahren meist nicht. Benötigen Sie aber den Kredit für ein Auto, weil die Ausbildungsstätte sonst nicht zu erreichen ist oder Sie im Außendienst mobil sein müssen, können Sie das Fahrzeug dem Kreditgeber sicherungsübereignen. Die Bank behält die Zulassungsbescheinigung Teil II, den früheren Fahrzeugbrief, und bleibt Eigentümer des Autos, bis der Kredit zurückgezahlt ist. Allerdings wird die Bank eine Vollkaskoversicherung verlangen, und die ist für Fahranfänger recht teuer.

Eine Alternative ist, den Kreditvertrag von einem Bürgen mit unterzeichnen zu lassen. Die Bank kann ihn in Anspruch nehmen, wenn Sie nicht zahlen (Ausfallbürgschaft), oder als zweiten Schuldner (selbstschuldnerische Bürgschaft). Beim Ausbildungsdarlehen treten oft die Eltern als Bürgen auf. Haben diese ein geregeltes Einkommen und gute Bonität, ist das für die Bank eine sehr sichere Angelegenheit.

Die letzte Chance, die einen Kredit in der Ausbildung möglich macht, ist ein privater Kreditgeber. Vermittlungsplattformen im Internet bringen Kreditsuchende und Anleger zusammen. Der Privatkredit ist nicht billiger als bei der Bank und geht auch nicht von heute auf morgen, da viele Anleger jeweils kleine Anteile finanzieren. Aber private Geldgeber sind flexibler. Sie sind nicht an strenge Richtlinien gebunden und oft bereit, für mehr Zinsen auch ein höheres Ausfallrisiko einzugehen.

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