Außergerichtliche Schuldenbereinigung

Der erste Schritt im Insolvenzverfahren - außergerichtliche Schuldenbereinigung

Die außergerichtliche Schuldenbereinigung ist Teil des privaten Insolvenzverfahrens, auch Verbraucherinsolvenz genannt. Der Gläubiger versucht hierbei zuerst mit Hilfe eines Schuldnerberaters den Ausgleich der Forderungen über Vergleiche herbeizuführen.

Schuldnerberatung

Zu diesem Zweck müssen alle Gläubiger erfasst werden, dies geschieht in einem ersten Schritt in Zusammenarbeit von Schuldner und Berater. Oft gibt es mehrere Gläubiger, diese müssen dann alle angeschrieben werden. In diesem Schritt wird von den Gläubigern eine aktuelle Forderungsaufstellung verlangt, diese steht dem Gläubiger von Gesetz wegen zu. Diese Aufstellungen geben Aufschluss darüber wie hoch aktuell die Verschuldung genau ist. Der Schuldnerberater kann nun gemeinsam mit seinem Klienten entscheiden, ob er ein privates Insolvenzverfahren einleitet. In diesem Fall ist die außergerichtliche Schuldenbereinigung der erste Schritt in dieses Verfahren. Hier wird nun versucht den Gläubigern ein Angebot zu unterbreiten zur Tilgung der Schulden zu unterbreiten. In vielen Fällen müssen die Gläubiger dabei mit erheblichen Einbußen im Vergleich zur eigentlichen Schuldsumme rechnen. Trotzdem werden diese Angebote in einigen Fällen angenommen.

Liegen mehrere Verpflichtungen vor, kommt ein Vergleich mit dem Gläubiger nur zustande, wenn alle Gläubiger einwilligen. In diesem Falle wäre die außergerichtliche Schuldenbereinigung erfolgreich. Aber dieser Fall tritt selten ein. In den meisten Fällen liegen die angebotenen Summen in einem sehr niedrigen Bereich, manchmal liegen sie auch bei Null Euro. In solchen Fällen werden die Angeboten nicht angenommen, und der Gläubiger riskiert lieber die weiteren Kosten die für die Verwaltung der Forderung anfallen. Immerhin könnte der Schuldner doch noch während der Insolvenzphase zu Geld kommen, beispielsweise durch Erbschaft oder Glücksspielgewinn und kann seine Schulden dann doch noch bezahlen.

In einigen Fällen kommt es auch vor, dass die Schuldnerberater Geld von Angehörigen oder Freunden akquirieren, um den Gläubigern ein Angebot machen zu können. Hier steht dann im Angebot, dass man die Summe X bietet, wenn der Gläubiger auf seine Forderung verzichtet. Meistens wird in den Verhandlungen erwähnt, dass der Schuldner vor einem Insolvenzverfahren steht, was für den Gläubiger ein Zeichen ist, dass er sonst oft überhaupt kein Geld oder noch weniger als das im Angebot zur Verfügung gestellte Geld bekommt. Hier wird dann oft überlegt, ein solches Angebot doch anzunehmen, weil es vorteilhaft erscheint.

Scheitert die außergerichtliche Schuldenbereinigung kann der Antrag über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt werden. Das Gericht benötigt hierzu neben dem Antragsformular auch eine Aufstellung der Verbindlichkeiten sowie eine Bescheinigung des Schuldnerberaters, dass das außergerichtliche Schuldenbereinigunsverfahren gescheitert ist. Damit ist der Weg ins Insolvenzverfahren frei. Das Gericht führt ein ähnliches Verfahren allerdings noch mal durch, wenn es eine Aussicht auf Erfolg sieht.

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