Bereitstellungszinsen Darlehen

Bereitstellungszinsen einsparen

Banken berechnen Bereitstellungszinsen für ein Darlehen, wenn die genehmigten Kreditmittel nicht fristgerecht abgerufen wurden. Bereitstellungszinsen sind für die Geldhäuser eine finanzielle Entschädigung für die geplanten, aber entgangenen Zinseinnahmen. Die Kreditmittel werden faktisch für den Kunden reserviert und können in dieser Zeit nicht gewinnbringend für die Bank eingesetzt werden. Kreditinstitute gewähren den Darlehensnehmern zu Beginn der Kreditlaufzeit eine bereitstellungszinsfreie Zeit, die unterschiedlich sein kann, gewöhnlich jedoch drei bis sechs Monate beträgt. Es gibt auch Kreditinstitute, die sogar 12 Monate auf Bereitstellungsprovisionen verzichten.

Je länger der Kreditnehmer sein Darlehen nicht abruft, desto höher sind die Zinsverluste für den Kreditgeber und die Gesamtkosten für den Darlehensnehmer.

Kredit

Bei der Berechnung der Zinsen wenden Kreditinstitute eine einheitliche Methodik an. Sie berechnen diese taggenau im Nachhinein gemäß der tatsächlichen Kreditinanspruchnahme. Die Höhe der Zinsen variiert von Geldinstitut zu Geldinstitut, in der Regel betragen die Bereitstellungszinsen jedoch 0,25 Prozent pro Monat. Das mag im ersten Moment nicht viel erscheinen, sind aber immerhin 3 Prozent Zinsen im Jahr. Da es sich bei Baufinanzierungen meist um größere Darlehensvolumina handelt, kommen schnell beträchtliche Zinskosten zusammen. Dieser Aufwand ist bei der Rückzahlung des Baufinanzierungsdarlehens einzurechnen.

Wie können Bereitstellungszinsen vermieden oder gesenkt werden?

Der Bauherr hat die Möglichkeit, in der Planungsphase baufortschrittsabhängige Abschlagszahlungen in die Kreditplanung einzubeziehen. Eigenkapital ist immer vorrangig gegenüber dem Kreditabruf einzusetzen. In einem Zahlungsplan wird festgelegt, wann Teilbeträge des Darlehens entsprechend der Fertigstellung abgerufen werden sollen. Es empfiehlt sich, genau zu rechnen, ob bei längeren Baufristen ein Forwarddarlehen finanziell günstiger als die Bereitstellungskosten ist. Während des Vorhabens sind die Bauabschnitte zu kontrollieren und zu überwachen, so dass die Auszahlungen möglichst entsprechend der geplanten Kreditbereitstellung erfolgen können. Im Bauträgerkaufvertrag kann beispielsweise geregelt werden, dass der Bauträger bei selbstverschuldeter Nichteinhaltung von Terminen die zusätzlichen Bereitstellungskosten übernehmen muss.

Die Bereitstellungszinsen für das Darlehen fallen für den Bauherren zusätzlich an und sind daher nicht im Effektivzinssatz enthalten. Das ist beim Vergleichen der Angebote zu berücksichtigen, Bereitstellungskosten gehören zu den Baufinanzierung Konditionen. Über die Zeit, in denen das Bankhaus keine Bereitstellungszinsen berechnet bzw. über die Höhe des Zinssatzes kann mit dem Darlehensgeber im Rahmen der Finanzierungsgespräche verhandelt werden. Bei Bauvorhaben, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, ist unbedingt darauf zu achten, ob die Bereitstellungsprovision nur vom noch nicht abgerufenen Finanzierungsbetrag oder vom genehmigten Kreditvolumen erhoben wird. Die bereitstellungszinsfreie Zeit beginnt entweder mit der Finanzierungszusage, dem Kreditantrag oder Darlehensvertragsabschluss. Vermieter können die Bereitstellungszinsen für ein Darlehen über die Herstellungskosten steuerlich geltend machen.

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