Bonitätsabfrage

Eigene Bonitätsabfragen vor dem Kreditantrag

Bei einer Bonitätsabfrage der Bank in Zusammenhang mit einem Kreditantrag haben viele Verbraucher Sorge. Sie befürchten, oft durchaus zu Recht, dass das Ergebnis negativ ausfallen könnte. Problematisch ist nicht nur, dass kein Kreditvertrag zustande kommt. Eine direkte Kreditanfrage, die nicht zu Kredit führt, wird auch bei der SCHUFA negativ bewertet mit der Folge, dass weitere Bonitätsabfragen ein noch schlechteres Ergebnis bringen werden. Eine eigene Bonitätsprüfung verschafft einen ersten Eindruck, bevor ein anderer davon erfährt.

Im Internet gibt es diverse Möglichkeiten, einen Bonitätscheck online und gratis zu erhalten.

SCHUFA muss kostenlos Auskunft geben

Bonitätsprüfung und Kreditwürdigkeit

Auch wenn die SCHUFA auf ihrer Website primär die umfassenden Auskunfts-Pakete gegen eine monatliche Gebühr bewirbt, so ist sie doch verpflichtet, die Basisauskunft einmal jährlich kostenlos zu erteilen. Sie finden diese Möglichkeit unter dem Stichwort Datenübersicht nach § 34 BDSG. Die Abkürzung steht für Bundesdatenschutzgesetz, denn hier ist Ihr Auskunftsrecht gesetzlich verankert.

Neben der offiziellen Bonitätsabfrage bei der SCHUFA bieten auch Vergleichsportale kostenlos Bonitätseinschätzungen an. Diese orientieren sich an wenigen Eingabedaten und sind deshalb in wenigen Minuten anonym durchzuführen. Abgefragt wird in der Regel zunächst der Kreditwunsch, also die benötigte Summe und die Laufzeit. Daraus wird die zu erwartende monatliche Rate für Tilgung und Zinsen bestimmt und mit dem ebenfalls anzugebenden Einkommen des Kreditsuchenden verglichen. Geraten Sie in den roten Bereich, ist die Belastung zu hoch. Verlängern Sie in diesem Fall die gewünschte Laufzeit des Kredits. Natürlich kann ein einfacher Online-Rechner nur eine sehr grobe Einschätzung liefern. Sie geben nämlich keine Auskunft zum Beispiel über Miete oder Lebenshaltungskosten. Besser ist, wenn Sie selbst rechnen, wie viel Geld Ihnen im Monat bleibt und damit für die Rückzahlung eines Ratenkredits zur Verfügung steht.

Probleme der Vergangenheit reduzieren die Bonität

Weitere Punkte einer Bonitätsabfrage betreffen Ihre Zahlungshistorie. Wenn Sie schon einmal einen Kredit hatten oder vielleicht noch bezahlen, ist das grundsätzlich nicht negativ, vorausgesetzt, Sie sind mit der Rückzahlung nicht in Verzug. Allerdings reduzieren laufende Verpflichtungen das verfügbare Einkommen. Rücklastschriften auf Ihrem Konto lassen dagegen auf Zahlungsschwierigkeiten schließen. Auch die Quelle Ihres Einkommens ist wichtig: Beziehen Sie Lohn oder Gehalt? Wenn ja, wie lange sind Sie schon beim selben Arbeitgeber beschäftigt? Bei einem Arbeitsverhältnis, das erst seit wenigen Monaten besteht, befinden Sie sich möglicherweise noch in der Probezeit und genießen keinerlei Kündigungsschutz. Noch problematischer sind Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Grundsicherung.

Eine ungünstige Bonitätsauskunft bedeutet nicht, dass Sie keinen Kredit bekommen. Sie werden ihn aber mit höheren Zinsen bezahlen müssen, denn der Zinssatz ist auch ein Ausgleich für das Risiko eines Zahlungsausfalls. Sind Sie auf Wohnungssuche, wird der Vermieter wahrscheinlich einen Mieter mit höherer Bonität bevorzugen. Haben Sie das Gefühl, ständig in Geldnot zu sein und Kredite nur noch zu untragbaren Konditionen zu erhalten, lassen Sie sich einen Termin bei einer Schuldnerberatung geben. Hier zeigt man Ihnen Möglichkeiten auf, durch Umschuldung eine Privatinsolvenz zu vermeiden.

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