Bonitätsauskunft

Vor dem Vertrag kommt die Bonitätsauskunft

Mit einer Bonitätsauskunft bekommen Banken und Händler Informationen über die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden. Auskunfteien, die akribisch Daten sammeln, wissen alles über Darlehen und Verträge, nicht bezahlte Rechnungen und Mahnbescheide. Bevor sie einen neuen Vertrag mit einem Kunden eingehen, setzen sie immer auf diese Bonitätsauskunft. Denn ein Kunde, der nicht zahlen kann, ist ein finanzielles Risiko.

Unterschiedliche Daten und Informationen

Bonitätsprüfung und Kreditwürdigkeit

Heute bekommt niemand einen Ratenkredit ohne Prüfung seiner Zahlungswürdigkeit. Doch längst sind es nicht nur mehr Banken und Sparkassen, die Bonitätsauskünfte verlangen. Mobilfunkanbieter, Versandunternehmen, Autohäuser und auch Vermieter fragen nach Bonitätskriterien. Auch die Schufa ist schon lange nicht mehr die einzige Datensammelstelle zur Zahlungsmoral der Deutschen. Unternehmen wie Creditreform oder Infoscore sammeln fleißig mit und reichen die Daten weiter. Dabei hat nicht jede Auskunftei dieselben Informationen über den einzelnen Kunden gespeichert. Der Grund dafür ist, dass diese Agenturen als selbstständige Wirtschaftsunternehmen agieren und jedes von ihnen seine eigenen Informationsquellen und Vertragspartner hat. Unter Umständen liefern sie dann verschiedene Erfahrungen zum Zahlungsverhalten eines Kunden an die jeweilige Auskunftei.

Wann die Unternehmen nachfragen

Eine Bonitätsauskunft wird angefordert, wenn eine Kunde einem Unternehmen mitteilt, dass er sich für eine Dienstleistung oder eine Ware interessiert. In diesem Moment hat das Unternehmen ein berechtigtes Interesse für eine Bonitätsanfrage. In nur ganz kurzer Zeit werden die Ergebnisse übermittelt. Danach entscheiden der Händler oder der Dienstleister, ob er die Ware oder die Dienstleistung liefert und wie der Kunde sie bezahlen darf. Verlangt ein Versandhändler zum Beispiel Vorkasse, dann kann der Kunde sicher sein, dass er die Bonitätskriterien des Anbieters nicht voll erfüllt. Der Händler setzt dann auf Sicherheit und will erst Geld, bevor er Ware rausschickt.

Berechtigtes Interesse

Ein Unternehmen braucht immer ein berechtigtes Interesse wenn es die Bonität eines Kunden prüfen will. Dazu verpflichtet es Paragraph 29 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG). Ohne dieses Interesse darf keine Auskunftei Daten liefern. Es besteht zum Beispiel aus Anlass einer Geschäftsanbahnung. Eine solche liegt vor, wenn eine Geschäftsverbindung konkret aufgenommen werden soll oder unmittelbar bevorsteht. Dafür reicht es, ein Angebot einzuholen. Auch wenn eine Geschäftsverbindung schon besteht, ein Kredit zum Beispiel noch lange läuft, kann Interesse an einer Auskunft zur Bonität entstehen. Ursache kann eine Veränderung der Zahlungskonditionen sein. Das ist der Fall, wenn ein Kunde die Laufzeit eines Kredits ändern will.

Auch Privatpersonen haben ein berechtigtes Interesse, ihre Bonität zu prüfen. Laut Bundesdatenschutzgesetz darf jeder das einmal im Jahr. Der Vorteil liegt auf der Hand. Nicht immer sind die gespeicherten Daten exakt, auch mit der Löschung lassen sich manche Auskunfteien Zeit. Fallen einem Verbraucher Fehler auf und kann er die richtigen Informationen liefern, müssen die Agenturen den Eintrag löschen. Deshalb sollte sich jeder regelmäßig um seine Bonität kümmern. Dann erlebt er beim nächsten Wunsch nach einem Darlehen, einem Vertrag oder bei einer Bestellung keine bösen Überraschungen.

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