Bonitätsprüfung Mieter

Kostenlos von der Bonität überzeugen

Eine Bonitätsprüfung für Mieter ist heute schon fast selbstverständlich. Vermieter sind nach schlechten Erfahrungen misstrauischer als früher und prüfen die Zahlungsfähigkeit ihrer potenziellen Vertragspartner lieber im Voraus, statt später dem Geld hinterher zu laufen und es möglicherweise sogar auf eine Räumungsklage ankommen zu lassen. Als Wohnungssuchender müssen Sie aber nicht viel Geld ausgeben für eine Bonitätsauskunft. Ihre Zahlungsfähigkeit lässt sich ebenso gut anderweitig nachweisen.

Selbstauskunft ausfüllen und Nachweise beifügen

Bonitätsprüfung und Kreditwürdigkeit

Die meisten Vermieter werden sich mit einer Selbstauskunft des Mietinteressenten begnügen. Das Ausfüllen der Selbstauskunft und das Beifügen von Belegen wie Arbeitsvertrag und Gehaltsabrechnung ist zwar grundsätzlich freiwillig, aber wer eine Wohnung haben möchte, wird in der Praxis wohl kaum darum herum kommen.

Alle zulässigen Fragen, die der Bonitätsprüfung der Mieter dienen, müssen Sie wahrheitsgemäß beantworten. Stellt sich heraus, dass Sie falsche Angaben gemacht haben, droht auch im Nachhinein noch die fristlose Kündigung. Zulässig sind in jedem Fall Fragen nach Ihren finanziellen Verhältnissen, zum Beispiel nach Ihrem Arbeitgeber und Ihrem Einkommen. Der Vermieter darf aber nicht beliebig tief in Ihrer Vergangenheit wühlen. Drei bis fünf Jahre sind nach aktueller Rechtsauffassung erlaubt. Eine eidesstattliche Versicherung, die Sie vor zehn Jahren abgegeben haben, müssen Sie nicht erwähnen. Auch Fragen nach der Nutzung der Wohnung durch Mitmieter, Tierhaltung oder einen Gewerbebetrieb sind erlaubt.

Rechtlich umstritten sind Fragen nach dem Familienstand und den vorherigen Mietverhältnissen. Sie müssen zwar sagen, mit wem Sie einziehen möchten, brauchen aber nach herrschender Meinung nicht anzugeben, ob Sie mit dieser Person verheiratet sind. Bei der Frage nach dem Namen des bisherigen Vermieters und dem Kündigungsgrund gehen die Meinungen auseinander. Haben Sie nichts zu verbergen, spricht nichts dagegen, wahrheitsgemäß zu antworten. Klar unzulässig und diskriminierend sind Fragen nach Religionszugehörigkeit, Mitgliedschaft im Mieterschutz und nach der Familienplanung. Auch Krankheiten, Vorstrafen, Ihr möglicherweise lauter Musikgeschmack und die Zahl der erwarteten Besucher gehen den Vermieter nichts an.

Bonitätsauskünfte sind auch gratis möglich

Bei der SCHUFA gibt es nur die Datenauskunft nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz kostenlos. Dazu ist die SCHUFA verpflichtet, aber für alle weiteren Leistungen muss man zahlen. Das kann sich lohnen, wenn man von einer positiven Beurteilung ausgeht und den Vermieter von sich überzeugen will. Die SCHUFA errechnet einen Scorewert zwischen 0 und 100. Er gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass Sie Ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen. 100 % werden in der Praxis nicht erreicht, aber jeder Wert über 97,5 % gilt als hervorragend.

Wer kein Geld für ein Rating der SCHUFA ausgeben will, findet im Internet auch andere Anbieter, die zwar weniger bekannt sind, dafür aber eine Basisauskunft gebührenfrei zur Verfügung stellen. Wichtig ist, dass ein Scoring immer nur die Zahlungsfähigkeit einer Personengruppe mit gleichartigen Merkmalen misst. Die persönliche Bonität kann unter Umständen anders ausfallen.

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