Chf Darlehen

Fremdwährungsdarlehen - Zinsen sparen mit Risiko

Wer in der Schweizer Währung CHF ein Darlehen genommen hat, sein Geld aber in Euro verdient, musste Mitte Januar 2015 eine böse Überraschung erleben. Die Schweizer Notenbank gab überraschend den drei Jahre zuvor eingeführten Mindestkurs von 1,20 CHF für einen Euro auf. Als Folge dieser Maßnahme gab es starke Ausschläge der Wechselkurse, zeitweise rutschte der Kurs sogar deutlich unter die Parität, also unter einen Franken für einen Euro.

Zinsniveau macht CHF Darlehen interessant

Kredit

Um einen Kredit in Schweizer Franken zu erhalten, muss man nicht in die Schweiz fahren. Insbesondere die grenznahen Banken und Sparkassen werben um Schweizer, aber auch deutsche Kunden. Was macht einen CHF Kredit so attraktiv? Unterschiedliche Länder haben unterschiedliche Zinsniveaus. Das hängt mit der wirtschaftlichen und politischen Stabilität zusammen. Deutschland hat ein sehr niedriges Zinsniveau. Aber das Land gehört zur Eurozone, und der Euro ist durch Probleme verschiedener Staaten, insbesondere Griechenland, in eine Krise geraten. Der Schweizer Franken gilt als extrem sicher und ist eine beliebte Währung, in die Anleger flüchten, wenn sie dem Euro misstrauen. Die Zinsen in der Schweiz sind deshalb noch niedriger als in Deutschland. Auf große Guthaben müssen schon negative Zinsen, sogenannte Strafzinsen gezahlt werden.

Kreditnehmer profitieren dagegen von den niedrigen Zinsen in der Schweiz bzw. bei in Franken aufgenommenen Darlehen. Selbst wenige zehntel Prozent können bei einer umfangreichen Immobilienfinanzierung viel Geld sparen. Allerdings geht der Kreditnehmer selbst bei einem für die Laufzeit fest vereinbarten Zinssatz ein erhebliches Risiko durch Wechselkursschwankungen ein.

Der Kurs bestimmt, wie viel man zahlen muss

Rechnen wir die Auswirkungen schwankender Wechselkurse am Beispiel eines Darlehens in Schweizer Franken durch. Ein Bankkunde, der sein Einkommen in Euro erzielt, hat für einen Hausbau ein 100.000 CHF Darlehen aufgenommen. Bei einem Zinssatz von 2 % und einer anfänglichen Tilgung von 1 % zahlt er eine monatliche Rate von 250 CHF. Nehmen wir weiterhin an, es würde der frühere Mindestkurs von 1,20 CHF für 1,00 EUR gelten, dann kostet ihn das Darlehen rund 208 EUR im Monat. Steigt der Kurs aus Schweizer Sicht dagegen auf 0,95 CHF für 1,00 EUR, wie im Januar 2015 geschehen, schnellt die Belastung auf 263 EUR in die Höhe, ein Anstieg um mehr als 25 %. Die günstigeren Zinsen in der Schweiz sind durch die Änderung des Wechselkurses mehr als aufgezehrt.

Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass ein Fremdwährungsdarlehen nur dann lohnt, wenn Sie auf einen mindestens gleich bleibenden, besser noch fallenden Kurs der Kreditwährung gegenüber dem Euro spekulieren. Steigt der Wert der anderen Währung, müssen Sie mehr zurückzahlen. Wer bereits ein CHF Darlehen hat und nun in finanziellen Schwierigkeiten ist, sollte sich rechtlich beraten lassen. Möglicherweise lag ein Beratungsfehler der Bank vor, die über die Kursrisiken nicht aufgeklärt hat. Ältere Kreditverträge hatten vielfach auch unwirksame Widerrufsklauseln, die heute noch einen Ausstieg ermöglichen.

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