Darlehen Variabler Zinssatz

Kredite mit variablem Zins

Banken bieten bei Baufinanzierungen neben Festzinskrediten besondere Darlehen: Ein variabler Zinssatz ist deren spezifisches Merkmal. Während Kreditnehmer bei einer üblichen Finanzierung während der Zinsbindungsfrist den vereinbarten Zinsatz bezahlen, kann er sich bei Darlehen mit variablen Zinsen im 3-Monats-Takt ändern. Dieser Mechanismus bietet Chancen, aber auch Risiken.

Die Funktionsweise von variablen Baufinanzierungen

Kredit

Diese Zinsänderungen unterliegen nicht der Willkür der Banken, sondern orientieren sich am Finanzmarkt. Sie hängen von der Entwicklung des Euribor ab, dem Referenzzinssatz für Termingelder im Interbankengeschäft. Erhöht sich dieser, müssen Kreditnehmer im gleichen Ausmaß höhere Kosten tragen. Bei Senkungen profitieren sie von geringeren Zinszahlungen. Das Institut passt die Raten entsprechend an. Teilweise offerieren die Dienstleister ein Darlehen, bei dem sich ein variabler Zins nur bis zu einer Höchst- und einer Untergrenze verändern kann. Das beschränkt die Chancen und Risiken gleichermaßen.

Aufgrund der ständigen Anpassungen steht Kunden ein flexibles Kündigungsrecht zu, sie können jederzeit mit einer kurzen Frist den Vertrag auflösen. So können sie zu hohe Kosten meiden. Allerdings sollten sie bedenken, dass sie die Restschulden in diesem Fall rasch umfinanzieren müssen. Grundsätzlich gilt: Vor allem bei einer hohen Verschuldung beeinflussen Zinserhöhungen und Zinssenkungen die Ratenhöhe stark, das trifft auch bei minimalen Änderungen von 0,1 oder 0,2 % zu. Diese Finanzierungen kommen deshalb nur für Menschen infrage, die über genügend Geld als Reserve verfügen. Bei Zinssteigerungen können Verbraucher den Kredit zwar zeitnah kündigen, allerdings beruht diese Entwicklung dann auf einem Gesamttrend am Markt. Das heißt: Wechseln sie zu einer Baufinanzierung mit Zinsbindung, müssen sie mit einem höheren Zins als zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme rechnen. Wer den Bau oder den Kauf einer Immobilie ohne größeren finanziellen Puffer verwirklichen will, sollte deshalb die Planungssicherheit von Festzinsdarlehen vorziehen. Kreditnehmer wissen bei diesen Angeboten, dass es während der Zinsbindungsfrist zwischen fünf und zwanzig Jahren keine bösen Überraschungen geben kann.

Empfehlenswert in Hochzinsphasen

Eignet sich eine Baufinanzierung mit variablen Konditionen grundsätzlich, verdient zusätzlich das aktuelle Zinsniveau einen Blick. Ein Darlehen, bei dem sich ein variabler Zinssatz stetig ändern kann, ist nicht in allen Marktlagen geeignet. In Niedrigzinsphasen liegt die Wahrscheinlichkeit künftiger Zinserhöhungen hoch, Chancen auf weitere Reduzierungen gibt es kaum. Deshalb sollten sich Verbraucher diese günstigen Zinsen mit einer Festzinsfinanzierung möglichst lange sichern, am besten für fünfzehn oder zwanzig Jahre. Herrscht aktuell eine Hochzinsphase und sprechen triftige Gründe für baldige Senkungen, erweist sich ein variables Darlehen vielfach als optimale Option. Prognosen sind aber immer mit Unsicherheiten verbunden, ein gewisses Maß an Spekulation geht mit variablen Darlehen immer einher.

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