Darlehensvertrag

Darlehensvergabe von Privatpersonen

Es ist unbedingt empfehlenswert, auch bei privater Kreditvergabe einen Darlehensvertrag in Schriftform abzuschließen. Nur so ist gewährleistet, dass es zwischen privatem Kreditgeber und -nehmer zu keinen Missverständnissen hinsichtlich der Konditionen des Privatkredits kommen kann. Privatleute, die einen Darlehensvertrag abschließen möchten, können diesen ohne Weiteres selbst aufsetzen. Allerdings sollten sie dabei darauf achten, dass alle wesentlichen Vereinbarungen vom Kreditvertrag erfasst werden. Grundsätzlich ist jeder private Kreditvertrag in zwei Exemplaren anzufertigen und gemeinsam von Darlehensnehmer und -geber eigenhändig zu unterschreiben.

Eine Ausfertigung bewahrt der Kreditgeber auf, die andere der Kreditnehmer. Bei hohen Kreditsummen ist es sehr anzuraten, ein drittes Vertragsexemplar mit Originalunterschriften bei einer neutralen Institution oder Person aufzubewahren. Hierfür kommen zum Beispiel Rechtsanwälte oder Steuerberater in Frage. Sollte es im Nachhinein zu Streitigkeiten kommen, haben die Parteien die Möglichkeit auf diese Vertragsanfertigung zurückzugreifen.

Kredit von Privat

Die Empfehlung, einen schriftlichen Vertrag bei der privaten Darlehensvergabe anzufertigen, gilt unabhängig von der Art oder dem Verwendungszweck des Kredits. Ob es sich dabei um einen Sofortkredit für die Überbrückung eines finanziellen Engpasses oder ein Darlehen für Wenigverdiener zur Anschaffung einer neuen Einrichtung oder eines Autos handelt, ein Kreditvertrag in Schriftform ist unabdingbar. Sogar bei Darlehen, die zwischen verwandten oder anderen sich sehr nahestehenden Privatpersonen vereinbart werden, ist die Schriftform dringend anzuraten. Gerade in dieser Situation besteht ansonsten die Gefahr, dass der Darlehensnehmer später denken oder behaupten könnte, es handle sich bei dem empfangenen Geld nicht um einen Kredit, sondern vielmehr um eine Schenkung. Noch wichtiger ist der schriftliche Kreditvertrag bei einem Darlehen von Privat, das über ein Finanzportal von einer bislang unbekannten Person aufgenommen wird. Besondere Formvorschriften sind zudem bei einem Kredit mit Bürgen zu beachten.

Wichtige Regelungen in einem privaten Kreditvertrag

Wer gewährleisten möchte, dass privates Geldverleihen professionell und fair abläuft, setzt einen Kreditvertrag auf, in dem die Höhe der Darlehenssumme genauso festgelegt ist, wie deren Abrufbarkeit und Überweisungsmodalitäten. Genauso muss auch die Laufzeit des Kredites fest vereinbart werden. Die Tilgungen sind ebenfalls schriftlich festzuhalten. Dabei bestehen grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten für die Rückzahlung des Darlehens. Wie bei typischen Verbraucherkrediten kann auch ein Darlehen von einer Privatperson in gleich hohen monatlichen Raten bedient werden. Dabei handelt es sich um Annuitäten, die einen Zins- und Tilgungsanteil enthalten. Ferner ist es auch bei Privatkrediten durchaus üblich, die gesamte Kreditsumme in einem einzigen Betrag erst am Ende der Laufzeit zurückzuzahlen. Diese Darlehen werden als endfällig bezeichnet.

Kreditnehmer, die Wert auf Flexibilität legen, vereinbaren darüber hinaus das Recht auf Sondertilgungen ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Sie können dann jederzeit außerplanmäßig den Kredit ganz oder teilweise zurückzahlen. Im Darlehensvertrag sollten die regulären Tilgungstermine und das Konto, auf das sie zu überweisen sind, eindeutig benannt werden. Besondere Sorgfalt sollten Kreditnehmer und -geber auf die Formulierungen zur Regelung der Zinsen verwenden. Sie legen gemeinsam entweder einen fixen Nominalzinssatz fest oder vereinbaren eine variable Verzinsung in Abhängigkeit von einem Referenzzinssatz, wie zum Beispiel dem Euribor. Außerdem muss geregelt werden, zu welchen Zeitpunkten die Verzinsung des Kreditbetrags erfolgen soll. Grundsätzlich ist eine vorschüssige oder nachschüssige Verzinsung möglich. Genauso muss festgelegt werden, ob die Verzinsung auf der Basis der Anzahl von Kalendertagen oder nach der kaufmännischen Methode vorgenommen werden soll. Unter Kaufleuten rechnet man vereinfachend pauschal mit 360 Tagen pro Jahr beziehungsweise 30 Tagen pro Monat.

Beim Verleihen von größeren Geldsummen ist es auch unter Privatpersonen üblich, das Risiko für den Kreditnehmer durch das Stellen von Sicherheiten zu verringern. Für diesen Zweck kommen zum Beispiel Autos, wertvolle Maschinen oder Schmuck in Frage. Im Darlehensvertrag sollte man unbedingt vereinbaren, welche Gegenstände als Sicherheit eingesetzt werden und dass der Kreditnehmer über diese bis zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens nicht frei verfügen kann. Sehr hilfreich ist auch eine Festlegung, ab wann und wie der Kreditgeber die Sicherheiten verwerten darf, nachdem der Darlehensnehmer in Verzug geraten ist.

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