Dispo Ablösen

Girokonto ausgleichen

Ist das Girokonto im Minus, empfehlen Schuldnerberater in vielen Fällen einen neuen Kredit, um den Dispo ablösen zu können. Aber bringt es überhaupt etwas, neue Schulden zu machen, um alte Schulden zu bezahlen? Was zunächst widersinnig klingt, hat beim näheren Hinsehen viele Vorteile.

Dispositionsrahmen für Notfälle erhalten

Kontokorrent- & Dispositionskredit

Banken räumen den Inhabern eines Girokontos in der Regel die Möglichkeit ein, ihr Konto zu überziehen. Eine Ausnahme bilden lediglich die nach EU-Recht vorgeschriebenen sogenannten Jedermann-Konten, die das Geldinstitut jedem anbieten muss, die aber ausschließlich im Haben geführt werden. Die Höhe des Kreditrahmens hängt vom regelmäßigen Geldeingang ab. Ein bis drei Monatsgehälter sind üblich. Ohne monatliche Gehaltszahlung auf das Konto gibt es nur kleine Beträge, zum Beispiel 500 Euro. Gedacht ist der Dispokredit als eiserne Reserve für ungeplante Kosten, wenn man nicht auf Rücklagen zugreifen kann. Die Funktion eines finanziellen Airbags kann der Dispo aber nur erfüllen, wenn das Konto normalerweise Guthaben aufweist. Indem Sie den Dispokredit ablösen, stellen Sie diese Sicherheit wieder her.

Dispozinsen drücken auf die Dauer

Selbst in einer Niedrigzinsphase liegen die Zinsen für die Inanspruchnahme des Dispokredits im Schnitt bei 10 %. Filialbanken verlangen etwas mehr, Direktbanken sind meist günstiger. Nun kommen bei kurzer Laufzeit keine hohen Zinsbeträge zusammen. 1.000 Euro Minus auf dem Konto kosten bei 10 % Zinsen nur 0,28 Euro am Tag. Im Monat sind das aber schon 8,40 Euro und im Jahr 100 Euro – Geld, dass Sie sich sparen können, wenn Sie den Dispo ablösen.

Rückzahlung in kleinen Raten

Die Lösung, mit der Sie den Dispo zurückzahlen, ist ein Ratenkredit. Vergleichsportale im Internet helfen bei der Suche nach einem günstigen Anbieter. Die Zinsen liegen deutlich unter dem, was Sie für den Dispo zu zahlen haben. Der wesentliche Vorteil des Ratenkredits ist aber, dass Sie Ihre Schulden auch irgendwann los sind. Während Sie das Soll auf Girokonto lange Zeit in unveränderter Höhe mitschleppen, zahlen Sie den Ratenkredit in angemessenen Beträgen zurück. Die Raten sind so bemessen, dass sie zu Ihrem verfügbaren Einkommen passen. Stellhebel ist die Laufzeit – je länger, desto teurer sind zwar die absoluten Kreditkosten, aber desto niedriger die Raten. Planen sie die Tilgung so, dass sie zusammen mit den Zinsen auch in ungünstigen Monaten zu stemmen ist. Denken Sie dabei auch an jährlich oder quartalsweise zu leistende Zahlungen wie Kfz-Steuer, Versicherungsbeiträge, Grundbesitzabgaben oder die Rundfunkgebühr. Im Zweifel sehen Sie die Kontoauszüge des letzten Jahres einmal durch und schreiben Sie die wiederkehrenden Zahlungstermine auf. Vielleicht dauert es etwas, bis der Ratenkredit in kleinen Beträgen zurückgezahlt ist. Aber irgendwann genießen Sie das gute Gefühl, schuldenfrei zu sein.

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