Eigene Bonität Prüfen

So arbeiten Wirtschaftsauskunfteien

Wer plant, in nächster Zukunft einen Kredit aufzunehmen, muss sich nicht nur um Gehaltsnachweise kümmern, sondern sollte auch die eigene Bonität prüfen, um unangenehmen Überraschungen vorzubeugen. Das gilt insbesondere für Verbraucher, die ihre Rechnungen in der Vergangenheit nicht immer problemlos beglichen haben. Bereits abgelehnte Anträge für Kreditkarten sind beispielsweise ein sicheres Zeichen dafür, dass Schufa und Co. das eigene Zahlverhalten kritisch bewerten. Doch auch für Verbraucher, die ihre Rechnungen pünktlich bezahlen, lohnt sich der Blick in die gesammelten Daten der Auskunfteien.

Informationen und Bonitätseinschätzung

Bonitätsprüfung und Kreditwürdigkeit

Der bekannteste Wirtschaftsinformationsdienst in Deutschland ist die Schufa, daneben gibt es aber noch zahlreiche andere Auskunfteien, die ihr Geld mit dem Sammeln und Aufbereiten von Wirtschaftsdaten verdienen. Diese bekommen sie von ihren Vertragspartnern, allen voran den Banken, übermittelt. Neben den Kreditinstituten gehören auch Telekommunikationsunternehmen oder Versandhäuser zu den Informationsgebern der Auskunfteien. Sie melden, wenn ein Verbraucher eine neue Kreditkarte erhält, eine Internetflatrate abschließt oder mit einer Zahlung so lange in Verzug ist, dass die offene Forderung einem Inkassounternehmen übergeben wird.

Aus der Vielzahl dieser Einzelinformationen versucht die Auskunftei zu ermitteln, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Verbraucher zukünftigen Zahlungsverpflichtungen gerecht wird. Das Ergebnis dieser Berechnungen wird von der Schufa mit einer Prozentzahl angegeben. Andere Unternehmen verwenden eine Klassifizierung nach Buchstaben oder Ampelfarben, um die Kreditwürdigkeit eines Verbrauchers zu kennzeichnen. In jedem Fall aber ist das Resultat maßgeblich für die Kreditentscheidung von Banken und beeinflusst auch den Zins des Darlehens. Wer wissen will, wie gut seine Chancen auf ein günstiges Darlehen stehen, sollte daher die eigene Bonität prüfen.

Selbstauskunft ist einmal jährlich kostenfrei

Am einfachsten geht das mit einer Selbstauskunft, wie sie jeder Bürger einmal im Jahr kostenfrei beantragen kann. Geregelt ist dieser Anspruch in §34 des Datenschutzgesetzes. Erfahrungsgemäß kann zwischen Beantragung einer Selbstauskunft und Zusendung des Datenübersichtsblattes etwas Zeit vergehen. Um zu vermeiden, dass die sensiblen Informationen in falsche Hände gelangen, müssen Verbraucher ihrem Antrag eine gut lesbare Kopie ihres Ausweises beilegen. Wer bereits mehrmals umgezogen ist, sollte auch seine früheren Meldeadressen lückenlos angeben, um Verzögerungen zu vermeiden.

Datensammelstellen halten für den Bonitätscheck übrigens vorgefertigte Formulare bereit, die Verbraucher auf der Homepage des jeweiligen Unternehmens herunterladen können. Wer in seiner Selbstauskunft Daten findet, mit denen er nicht einverstanden ist, kann diese beanstanden. Löschung oder Korrektur fehlerhafter Datensätze müssen hierbei schriftlich beantragt werden. Ein formloses Schreiben genügt, wer sichergehen will, dass er keine wichtigen Informationen übersieht, kann sich zu diesem Zweck aber auch an passenden Musterbriefen im Internet orientieren.

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