Gültigkeitsdauer bei Krediten

Wissenswertes zur Gültigkeitsdauer bei Darlehen

Hinsichtlich der Gültigkeitsdauer bei Krediten ist zwischen der Laufzeit des Vertrags und der Zinsbindungsfrist zu unterscheiden. Bei gewöhnlichen Ratenkrediten sind beide Zeiträume deckungsgleich. Bei Krediten mit unbegrenzter Dauer, zum Beispiel dem Dispokredit auf dem Girokonto, können sich die Zinsen aber ändern. Wie bei anderen Preisanpassungen der Banken gilt hier eine Frist für die Ankündigung von mindestens zwei Monaten. Der typische Fall einer kürzeren Zinsbindung als die Laufzeit ist das Immobiliendarlehen.

Hier stellt sich für den Kreditnehmer die Frage, ob er jetzt, in einer Phase niedriger Zinsen, einen Vertrag mit kurzer Zinsbindung wählt, oder sich eher für eine lange Zinsbindung entscheidet, obwohl die Bank dann einen höheren Zinssatz verlangen wird.

Niedrige Zinsen, aber hohe Restschuld

Kredit

Bis ein Haus vollständig abbezahlt ist, vergehen oft dreißig oder mehr Jahre. Auf so lange Zeit ist die Zinsentwicklung nicht vorhersehbar. Die Zinszusage des Kreditgebers hat eine Gültigkeitsdauer bei diesen Krediten von regelmäßig zehn bis zwanzig Jahren, in Ausnahmefällen auch einmal 25 Jahren. Die meisten Experten gehen davon aus, dass Zinsen in diesem Zeitraum wieder steigen werden. Wann und wie viel – dazu legt sich aber niemand fest. Auf alle Fälle hat ein Kredit mit längerer Zinsbindung heute einen höheren Zinssatz. Aus Sicht der Bank wäre es unvernünftig, einen lange laufenden Kreditvertrag heute zu niedrigen Zinsen abzuschließen, wenn sie das Geld in zehn Jahren mit höherem Ertrag verleihen könnte. Sollte man sich also jetzt die niedrigen Zinsen sichern? Dazu ein Beispiel: Eine Immobilienfinanzierung über 250.000 Euro kann mit einer Zinsbindung von zehn Jahren zu 1,99 % Zinsen sehr günstig abgeschlossen werden. Der Kreditnehmer entscheidet sich für eine Monatsrate für Zinsen und Tilgung von 1.500 Euro. Nach zehn Jahren, am Ende der Zinsbindung, hat der Kreditnehmer zwar nur gut 36.000 Euro an Zinsen gezahlt, steht aber noch mit einer Restschuld von 106.000 Euro da. Sind die Zinsen mittlerweile auf 5 % gestiegen, muss er für diese Restschuld weitere knapp 16 Jahre zahlen und gibt mehr als 86.000 Euro für Zinsen aus.

Lange Zinsbindung schafft Sicherheit

Unterstellen wir, demselben Kunden hätte ein Angebot mit zwanzig Jahren Zinsbindung zu 3,99 % vorgelegen, also ein mehr als doppelt so hoher Zinssatz. Dann sähe die Rechnung wie folgt aus: Nach zwanzig Jahren sind nur noch 5.000 Euro Restschuld offen. Bezahlt hat der Kreditnehmer bis dahin 115.000 Euro an Zinsen, also bereits deutlich weniger als in der Summe des ersten Beispiels. Vor allem hat er aber die Sicherheit, dass selbst ein massiv angestiegener Zins seine Finanzierung nicht mehr ins Wanken bringen kann – die restlichen 5.000 Euro kann er über einen einfach zu erhaltenden Kleinkredit jederzeit aufbringen, wenn er das Geld nicht ohnehin auf der hohen Kante hat. Die Vereinbarung kostenloser Sondertilgungen während der Gültigkeitsdauer von Krediten sorgt zusätzlich dafür, dass die Restschuld schnell sinkt.

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