Insolvenz Beantragen

Wie beantrage ich privat ein Insolvenzverfahren?

Wenn es erst einmal soweit gekommen ist, dass die Schulden zum unüberwindbaren Hindernis angewachsen sind und nun die Überschuldung droht, ist es oft die beste Lösung, privat eine Insolvenz zu beantragen. Für Privatpersonen soll sie die Möglichkeit eröffnen, sich allmählich von einem angesammelten Schuldenberg zu befreien, wenn dies aus eigener Kraft schier nicht mehr möglich ist. Ziel ist, anschließend mit einer ausgeglichenen Bilanz in ein neues, sorgenfreies Leben ohne finanzielle Verpflichtungen und dem ständigen Druck durch die Forderungen der Gläubiger starten zu können.

Zum richtigen Zeitpunkt Insolvenz beantragen

Privatinsolvenz

Grundsätzlich steht es allen Privatpersonen offen, eine Insolvenz zu beantragen, egal ob es sich dabei um Hausfrauen, Erwerbstätige, Beamte, Rentner oder Arbeitslose handelt. Sobald die regelmäßig fälligen Ratenzahlungen so hoch sind, dass sie das monatliche Einkommen übersteigen, könnte sich unter Umständen bereits eine baldige Überschuldung ankündigen. Am besten ist es, man sucht frühzeitig eine professionelle Insolvenzberatung durch einen dahingehend geschulten Finanzberater auf. Häufig wird sie gratis angeboten und kostet somit lediglich den Mut, sich in einer verfahrenen Lage fremde Hilfe zu holen. Doch es lohnt sich in jedem Fall, da der Profi alle Details rasch durchschauen und die Situation realistisch einschätzen kann.

Wenn man vorab einen zuverlässigen Überblick über seine derzeitige Bonität gewinnen möchte, kann man seine persönliche Schufa Auskunft online beantragen. Sie enthält alle Daten, die die Schufa zur eigenen Person gespeichert hat, und gibt somit ganz klar Auskunft über die aktuelle finanzielle Situation. Mit enthalten ist dort zum Beispiel jeder Ratenkauf und jeder Leasing- und Kreditvertrag, der aktuell auf den eigenen Namen läuft. Das kann sich bei der späteren Auflistung aller fälligen Schuldbeträge als sehr hilfreich erweisen.

So funktioniert der private Insolvenzantrag

Eine wichtige Voraussetzung für ein Insolvenzverfahren ist, dass schon im Vorfeld ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern gescheitert sein muss. Dies muss man der Behörde mit einer Bescheinigung nachweisen können. Deshalb empfiehlt es sich, schon möglichst zu Beginn der Vorbereitungen einen fachkenntlichen Anwalt oder Insolvenzberater hinzuzuziehen, der eine solche Bescheinigung ordnungsgemäß und glaubhaft ausstellen kann. Der Antrag auf die private Insolvenz muss anschließend beim zuständigen Insolvenzgericht gestellt werden. Dazu ist es zunächst einmal nötig, dass man alle bestehenden Forderungen zusammenträgt. Hierfür sollte man alle vorhandenen Unterlagen ordnen und gegebenenfalls soweit vervollständigen, dass sich daraus eine lückenlose Auflistung aller Gläubiger und den jeweils anfallenden Schulden erstellen lässt. Außerdem benötigt das Gericht einen vollständigen Einblick in die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Person, die den Antrag auf private Insolvenz stellt. Nur so kann die Behörde wirklich beurteilen, ob man tatsächlich als unabwendbar zahlungsunfähig einzustufen ist.

Wer die private Insolvenz beantragt, sollte sich zuvor unbedingt über die Tragweite dieser Entscheidung im Klaren sein. Während das meist mehrjährige Verfahren läuft, gelten zahlreiche Vorschriften, die strengstens eingehalten werden müssen. Werden Regeln nicht beachtet, stört dies den Ablauf und kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Entschuldung scheitert. So kann man während der Laufzeit des Verfahrens beispielsweise keine teuren Anschaffungen mit Ratenzahlung mehr tätigen und muss selbst von einem möglichen Erbe die Hälfte an den zuvor bestimmten Treuhänder abgeben, der die Insolvenzmasse stellvertretend verwaltet. Und auch nach einem erfolgreichen Abschluss des Verfahrens entstehen in der Regel bleibende Nachteile für den Schuldner. Zwar sind alle bisherigen Schulden gelöscht worden und man bekommt aus wirtschaftlicher Sicht eine zweite Chance. Doch auf zukünftige Kredite kann sich zum Beispiel negativ auswirken, dass das Insolvenzverfahren bei der Schufa hinterlegt bleibt und somit bei jedem Kreditantrag die Entscheidung der Bank entsprechend beeinflussen wird.

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