Insolvenzverfahren Dauer

Wie lange dauert die Privatinsolvenz?

Die Insolvenzverfahren Dauer für Privatpersonen beträgt drei oder sechs Jahre. Die verkürzte Variante gibt es erst seit 2014, der Gesetzgeber knüpft sie an bestimmte Voraussetzungen. Diese Zeitspannen umfassen aber nur das eigentliche Verfahren, der zeitliche Vorlauf kommt hinzu. Dieser dauert gewöhnlich einige Wochen bis mehrere Monate.

Der Kern des Insolvenzverfahrens: Die Wohlverhaltensphase

Privatinsolvenz

Scheitern ein außergerichtliches und ein gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren, kommt es zur sogenannten Wohlverhaltensphase mit abschließender Restschuldbefreiung. In dieser Phase steht Verschuldeten nur ein Selbstbehalt von den eigenen Einkünften zu. Summen über diesem Freibetrag zieht ein Treuhänder ein. Er verwendet das Geld, um die Verfahrenskosten zu begleichen und Schulden nach und nach zurückzuzahlen. Bis 2014 dauerte dieser Prozess sechs Jahre, erst zu diesem Zeitpunkt befreite das zuständige Gericht die Insolventen von sämtlichen Restschulden. Ein früherer Verfahrensabschluss kam nur infrage, wenn Überschuldete sämtliche Verfahrensgebühren und Schulden innerhalb der Zeitspanne tilgen konnten. Eine Restschuldbefreiung ist in diesen Fällen selbstverständlich nicht mehr vonnöten, bei einer vollständigen Schuldentilgung gibt es keinen Grund für eine Fortsetzung des Insolvenzverfahrens.

Seit 2014 lässt sich die Insolvenzverfahren Dauer halbieren. Der Gesetzgeber hat dafür zwei Kriterien formuliert: Erstens müssen Insolvente sämtliche Verfahrenskosten bezahlt haben, in der Regel einige Hundert Euro. Zweitens müssen sie mindestens 35 % der Schulden beglichen haben. Stellt das Insolvenzgericht die Erfüllung dieser Kriterien fest, befreit es bereits nach drei Jahren von den restlichen finanziellen Verpflichtungen und beendet das Verfahren. Wie bei dem längeren Verfahren gilt aber auch hier: Überschuldete müssen durchgängig Wohlverhalten bewiesen haben. Zum einen müssen sie Arbeitswillen gezeigt haben. Sie müssen alles versucht haben, um ihr Einkommen zu maximieren. Zum anderen müssen sie relevante Änderungen beim Wohnsitz, bei der Beschäftigung und beim Vermögen dem Treuhänder und dem Insolvenzgericht gemeldet haben.

Dauer des Vorlaufs

Vor der Wohlverhaltensphase müssen Betroffene aber mehrere Schritte durchführen, sodass die Dauer über den drei beziehungsweise sechs Jahren liegt. Erstens müssen sie einen außergerichtlichen Einigungsversuch unternehmen. Diesen bewerkstelligen sie am besten mit der Hilfe einer Schuldnerberatung. Gemeinsam entwerfen sie einen Schuldenbereinigungsplan. Stimmen alle Gläubiger zu, gilt künftig dieser Plan. Das Insolvenzverfahren haben Betroffene damit abgewendet. Andernfalls wenden sie sich an ein Insolvenzgericht, dafür benötigen sie eine Bescheinigung über das Scheitern des Einigungsversuchs. Eine Schuldnerberatung stellt diese aus. Zudem müssen sie weitere Unterlagen einreichen, dazu zählt der Schuldenbereinigungsplan und ein Antrag auf Restschuldenbefreiung.

Anschließend prüft das Gericht die Möglichkeit, ein gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren zu realisieren. Erst wenn dies nicht zustande kommt, beginnt die drei- oder sechsjährige Wohlverhaltensphase. Wie lange sich dieser Prozess insgesamt zieht, hängt von mehreren Faktoren ab: Wie schnell reagieren die Gläubiger? Wie rasch arbeiten Betroffene und die Schuldnerberatung? Wie viel Zeit benötigt das Insolvenzgericht für die einzelnen Maßnahmen?

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