Kleinkredit

Kleinkredite auswählen & vergleichen

Per Definition versteht sich ein Kleinkredit als Ratenkredit, meistens mit einer Kreditsumme unterhalb von 10.000 Euro. In der Regel wird ein Kleinkredit von einer Bank vergeben, aber es ist auch möglich, dass solche Darlehen von Warenhäusern oder anderen Dienstleistern vergeben werden.

Kleinkredite

Kleinkredite sind eine beliebte Möglichkeit um kurz- und mittelfristigen Finanzbedarf abzudecken. Es gibt Kleinkredite in vielen Formen. Neben der üblichen Überziehung des Girokontos, die ebenfalls als Kleinkredit gilt, gibt es Kleindarlehen auch von der Bank als Ratenkredit. Daneben gibt es den Kleinkredit als Konsumentenkredit beim Warenkauf und für Dienstleistungen sowie einen Pfandkredit, bei dem Wertgegenstände gegen eine Pfandsumme beliehen werden.

Alle diese Lösungen sind vor allen Dingen dazu gemacht einen kurzfristigen Bedarf zu überbrücken, das kann ein Bedarf zum Ablöschen von Verbindlichkeiten sein, oder für die Anschaffung von Waren oder Dienstleistungen. Auch Urlaubsreisen werden gerne auf diese Art und Weise finanziert. Wie bei allen Krediten gibt es auch hier Punkte, die zu beachten sind.

Zinsen

Zinsen variieren nicht nur von Bank zu Bank, sondern oft werden auch für Kunden einer Bank unterschiedliche Zinsen angeboten. Die Zinsen sind dabei beispielsweise von der Kreditwürdigkeit des Antragstellers abhängig, auch von dessen Alter, dem Familienstand und der Frage nach einem unbefristeten Arbeitsvertrag oder der Höhe des Einkommens sowie der Möglichkeit von Sicherheiten. Aus diesem Grund sind die Zinssätze, die auf Schautafeln und Werbeplakaten gezeigt werden, oft nur ein Anhaltspunkt für die am niedrigsten möglichen Zinsen. Da man den Banken aber in der Vergangenheit in diesem Punkt Irreführung bzw. unlauteres Geschäftsgebaren vorgeworfen hat, sind die Banken dazu übergegangen Werte auf ihren Werbetafeln zu nennen, die für einen großen Teil ihrer Kunden Gültigkeit haben.

Die eigene Hausbank ist oft der erste Ansprechpartner an den man denkt, dabei sollte man aber andere Institute nicht außen vor lassen. Die Unterschiede bei den Zinsen für einen Kleinkredit können gravierend sein.

Nicht nur Banken vergeben solche Kleinkredite, auch Warenkredite sind Kleindarlehen. Hier sind die Zinssätze meistens relativ gering, aber auch hier lohnt sich ein Vergleich. Wenn ein einzelner Händler auch keine unterschiedlichen Zinssätze anbietet, so kann sich ein Anbietervergleich auch hier lohnen. Hier gibt es oft Angebote völlig ohne Zinsen, bei denen der Händler dann die Kosten für den Kredit übernimmt oder die Ratenzahlung ohne Aufpreis erlaubt. Bei solchen Angeboten muss sehr genau verglichen werden, ob die Ware nicht an anderer Stelle günstiger zu bekommen ist, denn die Kosten für den Kredit werden in diesen Fällen natürlich auf den Warenpreis geschlagen, so dass der Konsument hier in den meisten Fällen einer Täuschung erliegt, wenn er denkt dass hier ein Kredit ohne Kosten angeboten wird.

Die Zinsen für einen Kleinkredit liegen bei unterschiedlichen Banken und Händlergruppen oft weit auseinander, ein genauer Vergleich kann hier eine deutliche Ersparnis bringen.

Bearbeitungsgebühren

Kreditkosten errechnen sich nicht nur aus Zinsen, sondern auch aus Bearbeitungsgebühren. Viele Banken verlangen zwischen 1 und 3,5% Gebühren, die sie für die Bearbeitung des Kreditantrags berechnen. Entweder werden diese Kosten auf die Kreditsumme aufgeschlagen oder vom Auszahlungsbetrag abgezogen. Bei Warenkrediten fallen solche Gebühren oft nicht an, allerdings darf man auch hier davon ausgehen, dass die Gebühren vorher als Punkt in die Preiskalkulation einbezogen werden.

Die eigentlichen Bankbearbeitungsgebühren hat der 11. Senat des BGH im Juli 2014 für unwirksam und widerrechtlich erklärt, damit dürfen sie nicht mehr erhoben werden. In der Begründung des Urteils steht, dass die Kreditbearbeitung ja auch im Interesse der Bank geschieht, und deshalb nicht mit Gebühren belegt werden darf.

Gebühren, die aus laufenden Verträgen erhoben werden, müssen ohne Antrag zurückerstattet werden. Aber auch Gebühren für Verträge, die bereits komplett abgewickelt sind, müssen auf Antrag erstattet werden. Für die Beantragung sind im Internet zahlreiche Musterbriefe verfügbar.

Durch diese Entscheidung haben sich die Zinsen besonders für Kleinkredite deutlich erhöht, die Begründung der Banken und anderer Finanzdienstleister dafür ist, dass gerade bei Kleinkrediten der Beratungsaufwand und die Bearbeitung sehr aufwendig sind, besonders im Verhältnis zum kreditierten Betrag und den daraus resultierenden Zinsen.

Lohnt sich eine Restschuldversicherung?

Eine Restschuldversicherung ist eine Absicherung für den Kreditgeber, damit die Verpflichtungen auch in Fällen von Tod, Arbeitslosigkeit und Krankheit ausgeglichen werden können. Es handelt sich hierbei um eine spezielle Form der Lebensversicherung, die anderen Bedingungen unterliegt als normale Einzelversicherungsverträge.

In vielen Fällen ist die Restschuldversicherung vom Kreditgeber vorgeschrieben. Die Kosten hierfür müssen in einem solchen Fall bei den Kreditkosten eingerechnet werden, in den Fällen in denen die Restschuldversicherung zwingend vorgeschrieben ist, müssen die Kosten hierfür in den Effektivzins eingerechnet werden. Die Kosten sind oft relativ hoch, da hier sehr hohe Provisionen für den Vermittler oder Bankberater eingerechnet werden müssen. In der Kritik stehen diese Versicherungen auch, weil hier oft lange Wartezeiten vor dem Leistungsanspruch in Kauf genommen werden müssen.

Ob sich eine solche Versicherung lohnt, muss jeder für sich selber beurteilen können. Bei einigen Banken führt der Abschluss eines solchen Vertrags zu einem verbesserten Kreditscoring. Bei nicht einwandfreier Kreditgeschichte kann es sich lohnen eine solche Versicherung abzuschließen, um das Darlehen zu bekommen. Bei sehr kleinen Krediten ist aber zu überlegen, dass die Wartezeiten sehr lang sind, und sich hier die Frage danach stellt, wie lange der Schutz effektiv besteht. Für Darlehen mit kurzer Laufzeit werden solche Restschuldversicherungen allerdings auch oft nicht angeboten.

Ob sich eine solche Versicherung im konkreten Fall lohnt, muss jeder Bankkunde für sich selber entscheiden. Die Entscheidung wird durch die Bank manchmal abgenommen, und selbst wenn in vielen Fällen dieser Vertrag nicht verpflichtend für die Kreditvergabe ist, muss man sehr genau überlegen, ob es sich nicht doch lohnen könnte.

Lange oder kurze Laufzeit?

Laufzeiten für Darlehen und damit auch für Kleinkredite sollten immer so kurz wie möglich gehalten werden. Die Kreditkosten berechnen sich erheblich nach der Länge der Laufzeit, insgesamt gesehen ist ein Kredit teurer je länger er läuft. Der Effektivzins ist für kürzere Laufzeiten allerdings höher.

Die Laufzeit sollte nach den eigenen Möglichkeiten berechnet werden. Hier muss in Betracht gezogen werden, wie hoch das Einkommen ist und wie viel zum Bezahlen der Kreditraten monatlich zur Verfügung steht. Aber dabei darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass für ungeplante kleinere Ausgaben ein Puffer vorhanden sein muss, alles andere würde zu einem erneuten Kreditbedarf und damit zu weiteren nicht unerheblichen Problemen führen.

Oft bieten die Banken lieber längere Laufzeiten an, da sie hier deutlich höhere Gewinne machen können. Jeder Kreditnehmer sollte selber ausrechnen was möglich ist und was nicht. Hier helfen auch bei kleineren Darlehen die Verbraucherzentralen weiter.

Bei Warenkrediten von Händlern gibt es in vielen Fällen nur wenige Wahlmöglichkeiten. Oft findet man in den Angeboten bereits vordefinierte Laufzeiten. Besonders bei Versandhäusern endet die mögliche Laufzeit oft bei unter 12 Monaten. Bei Händlern, die Finanzierungen über Partnerbanken ist die Ratenanzahl oft flexibler, aber auch hier ist die mögliche Laufzeit begrenzt.

Bei Warenkrediten gilt die Faustregel, dass die Gebrauchsdauer die Anzahl der Raten begrenzt. Beispielsweise bei einem Smartphone, das eine voraussichtliche Gebrauchsdauer von 2 Jahren hat, sollte man nicht länger als 2 Jahre zahlen, eher weniger. Denn nach dieser Zeit würde die Neuanschaffung anstehen, die dann wieder nicht ohne Kredit zu machen ist. In einem solchen Fall würde man denn für eine Weile Raten für ein Gerät zahlen, das nicht mehr im aktuellen Gebrauch ist und eine zweite Rate für das aktuelle Gerät. Eine solche Doppelbelastung sollte unter allen Umständen vermieden werden.

Kleinkredite im Internet sind günstiger

Wer einen Kleinkredit aufnehmen möchte, der sollte auch die Angebote im Internet in Betracht ziehen, hier gibt es mittlerweile viele Plattformen, die einen direkten Vergleich ermöglichen. Bei diesen Vergleichsrechnern kann man die gewünschten Modalitäten eingeben und das Programm zeigt die unterschiedlichen Angebote der Institute an. Hier gibt es verschiedene Vergleichsrechner, bei denen man unterscheiden muss ob die Angebote über diese Seite abgeschlossen werden können oder ob sie rein informativen Charakter haben. Die erstere Sorte Vergleichsrechner zielt in ihren Ergebnissen oft darauf ab, die größte Provision der kreditgebenden Banken zu bekommen, da sich diese Seiten auf diese Art finanzieren. Der Vorteil dabei ist aber, dass man hier innerhalb weniger Minuten eine Zusage bekommen kann. Diese wird vorbehaltlich einer abschließenden Prüfung erteilt, die Prüfung besteht aber darin, dass Unterlagen des Kreditnehmers eingesendet werden müssen, welche die Angaben die beim Antrag gemacht wurden, bestätigen können. Hat man also wahrheitsgemäße Angaben gemacht, dann kommt der Vertrag zustande.

Bei den rein informativen Vergleichsrechnern kann man sich hinterher auf der Seite des Anbieters umsehen und meistens dort auch das Darlehen beantragen. Auch auf der Seite der Anbieter wird oft eine Zusage erteilt, die unter den gleichen Vorbehalten ergeht wie auf den Vergleichsseiten.

Es gibt auch sogenannte Direktbanken, die ihre Leistungen ausschließlich über Internetplattformen vertreiben. Diese Institute vertreiben ihre Produkte oft besonders günstig, da sie auf eine mitarbeiterintensive Beratung meist verzichten und auch kein kostenstarkes Filialnetz betreiben. Diesen Kostenvorteil geben die Direktbanken dann an ihre Kunden weiter. Der Nachteil bei den Direktbanken ist aber genau diese fehlende Beratung. Vor allen Dingen unerfahrene Kreditnehmer sind mit der Entscheidung dann oft alleine gelassen, außerdem werden bei den Direktbanken überdurchschnittlich viele Restschuldversicherungen und komplimentierende Produkte wie weitere Versicherungsleistungen verkauft.

Trotz der Nachteile sollte man die Vorteile der Kreditaufnahme im Internet in Betracht ziehen. Hier hat man unter allen Instituten die freie Wahl für seine Kreditanfrage. Auch die sofortige Vergleichbarkeit der Bankprodukte ist ein enormer Vorteil, ebenso wie die günstigeren Konditionen die hier teilweise angeboten werden können.

Lockangebote erkennen

Oft werben Banken auf Schautafeln im Fenster oder Plakaten mit besonders niedrigen Zinsen und hervorragenden Angeboten. Natürlich sind das in den meisten Fällen Kreditkonditionen, die normale Kunden nicht bekommen können. Hierbei handelt es ich um Lockangebote. Diese Angebote sind oft schwer für den normalen Kunden zu erkennen. Dazu bedarf es im Normalfall einer intensiven Beratung und einer genauen Aufschlüsselung der Kosten. Dann erst kann man sehen welchen Zinssatz man am Ende wirklich zahlen würde.

Leider ist es sehr schwer den geschulten Verkäufern der Bankhäuser zu entkommen. Empfehlenswert ist es aber trotzdem sich erst mal bei mehreren Instituten zu informieren und dann zu vergleichen. Es gibt keine Faustregel wie man Lockangebote erkennen kann, aber es sollte immer ein gewisser Realitätssinn vorhanden sein. Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es das in den meisten Fällen auch.

Schufa-Selbstauskunft

Die Schutzgemeinschaft für die allgemeine Kreditsicherung, so der eigentliche Name der Schufa Holding AG, ist für viele Kreditnehmer ein Schreckgespenst. Hier werden alle wesentlichen Fakten über jeden einzelnen Bankkunden zusammengetragen. Dazu gehören Personendaten, abgewickelte Geldgeschäfte, Mahn- und Vollstreckungsbescheide und Angaben in die öffentlichen Schuldnerverzeichnisse der Länder wie auch Eintragungen über Privatinsolvenzen.

Die Schufa erteilt aber an die Banken nicht die volle Auskunft, sondern sie teilt der Bank oder dem Händler lediglich einen Score-Wert mit, der Auskunft über die Kreditwürdigkeit geben soll. Dieser Wert wird aus bisherigen Negativeinträgen ermittelt, aber auch aus dem Alter und dem Wohnort als statistische Elemente. Die Scorewerte unterscheiden sich je nachdem von wem sie abgefragt werden, eine Anfrage eines Mobilfunkanbieters wird hier anders behandelt als die Anfrage einer Bank aufgrund eines Darlehensantrags.

Nach §34 BDSG kann jeder Bürger einmal im Jahr schriftlich eine Auskunft über die gespeicherten Daten seine Person betreffend abrufen. Eine solche Auskunft kann gegen eine Gebühr auch online abgefragt werden. Hier erhält man auch Auskunft über den sogenannten Basis-Score, der zwischen 0 und 100% liegen kann. Ein höherer Wert steht dabei für eine bessere Kreditwürdigkeit. Zu den Daten in der kostenfreien Auskunft gehören auch Anschriftsdaten und auch Informationen über frühere Wohnsitze. Häufige Wohnortwechsel werden beim Scoring ebenfalls negativ bewertet. Der Gesetzgeber hat den Paragraphen ebenfalls darauf ausgelegt, dass jeder Bürger falsche Einträge korrigieren lassen kann. Wer in seiner Auskunft einen solchen falschen Eintrag findet, der sollte sich an eine Geschäftsstelle der Schufa wenden und hier auf den Fehler in den Daten aufmerksam machen, damit sie abgeändert werden können. Es gibt auch die Möglichkeit eine Service-Hotline der Schufa anzurufen oder den Fehler schriftlich zu melden. Im Normalfall muss die Schufa dann eine erneute geänderte Auskunft ausgeben.

Kleinkredite ohne Schufa

Mitunter sind Kreditnehmer darauf angewiesen, Kleinkredite ohne eine Meldung an die Schufa anzunehmen oder der Scorewert ist dermaßen niedrig, dass ein normaler Kleinkredit von einer Bank nicht vergeben wird, oder nur mit so hohen Risikoaufschlägen bei der Verzinsung, dass er nicht mehr erschwinglich ist. Dann kann ein Kleinkredit ohne Schufa die Rettung sein.

Einen solchen Kredit bekommt man oft nicht bei einer normalen Bank, sondern meistens über eine Kreditvermittlung. Die Kosten für eine solche Vermittlung sind oft hoch und solche Vermittlungen sind nicht immer erfolgreich. Aus diesem Grund sollte man die Finger von Vermittlern lassen, die im Voraus bezahlt werden wollen. Seriöse Vermittlungsagenturen verlangen Gebühren erst bei Abschluss des Darlehensvertrages.

Solche schufafreien Kleinkredite werden in der Regel nicht von deutschen Banken vergeben, sondern kommen sehr oft von Schweizer Instituten. Dass die Kredite schufafrei sind, bedeutet aber nicht dass sie ohne Prüfung vergeben werden. Auch in solchen Fällen müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen, damit man ein solches Darlehen bekommt. Oft sind ein unbefristetes Arbeitsverhältnis Voraussetzung und manchmal auch ein bestimmtes Alter. Kreditvoraussetzungen von Schweizer Banken sind sehr unterschiedlich, deswegen kann die Einschaltung eines seriösen Vermittlers hier von Vorteil sein, da dieser leichter ein Bankhaus aussuchen kann, dessen Kriterien der Antragsteller erfüllt.

Kredite ohne Schufa sind vor allen Dingen teurer als normale Darlehen, dies gilt auch für Kleinkredite. Das liegt natürlich daran, dass sich die Kreditgeber vor allen Dingen das höhere Ausfallausrisiko bezahlen lassen, dass sie vermutlich tragen, wenn sie einem Kreditnehmer einen Vertrag anbieten, dessen Schufaauskunft so schlecht ist, dass er auf normalem Wege keine Darlehen bekommen kann.

Die höheren Kosten sind natürlich ein Grund sich besonders gut zu informieren und Angebote zu vergleichen, wenn es mehrere Angebote gibt. Hier darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass bei Kreditangeboten ohne Schufaabfrage aus der Schweiz Bearbeitungsgebühren erhoben werden dürfen, während dies bei Angeboten von deutschen Banken seit Juli 2014 untersagt ist.

Vorfälligkeitsentschädigung

Die Vorfälligkeitsentschädigung fällt immer dann an, wenn man ein Darlehen vorzeitig ablöst. Sie ist für die Bank die Entschädigung für Zinsen, die ihr entgehen, weil das Darlehen vor der vereinbarten Laufzeit abgelöst wird. Verstößt der Kreditnehmer gegen die Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag, so kann die Bank den Vertrag kündigen. In diesem Falle steht der Bank ebenfalls eine Entschädigung für die entgangenen Zinsen zu, die genau so hoch ist wie die Vorfälligkeitsentschädigung, da sie nach der gleichen Formel berechnet wird.

Wofür sich Kleinkredite eignen

Diese Art von Krediten ist nicht für jede Ausgabe geeignet. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Arten von Kleinkrediten müssen hier Unterscheidungen zwischen den einzelnen Verwendungszwecken getroffen werden.

Investitionen

Für Investitionen sind Kleinkredite nicht geeignet. Die Gebühren sind hoch und der Ertrag der Investition müsste mit voller Sicherheit erzielt werden können und höher sein als der Ertrag der Investition, damit es sich für den Anleger lohnt. Eine solche Sicherheit kann aber mit keiner bekannten seriösen Anlagemethode erzielt werden.

Anschaffung von Konsumgütern

Für die Anschaffung von Konsumgütern kann diese Art von Krediten hingegen gut genutzt werden. Viele Anbieter von Konsumgütern bieten Ratenkredite an, die den Erwerb von Konsumgütern erleichtern. Besonders beliebt sind hier Warenkataloge, die solche Konsumentendarlehen an ihre Kunden ausgeben. Diese Kredite sind meistens besonders günstig zu bekommen. Sie werden unproblematisch allen Kunden zugestanden, die keine negativen Schufaeinträge haben. Wenn man einmal eine solche Finanzierung von einem Versandhaus bekommen hat, werden keine weiteren Prüfungen vorgenommen und der Kunde kann weitere Waren bestellen. Eine bequeme Art um Konsumgüter wie Technikartikel oder Kleidung zu kaufen. Eine andere Methode der Finanzierung von Konsumgütern sind Verbraucherdarlehen, welche die Anbieter der Güter über spezialisierte Bankhäuser vergeben. Bei diesen Warengeschäften reicht es oft aus, beim Erwerb der Ware den Personalausweis und die EC-Karte vorzulegen, nach einer kurzen Prüfung erhält man den Kreditvertrag und kann die Ware sofort mitnehmen.

Diese beiden Arten von Darlehen sind klassische Schuldenfallen. In fast 40% aller Fälle, die beim Schuldnerberater landen, finden sich in der Gläubigerauflistung Versandhäuser oder Schulden aus Warenkreditkäufen. Diese Tatsache zeigt, wie vorsichtig man im Umgang mit Finanzierungsangeboten sein sollte.

Finanzierung von Urlaub und Umzügen

Finanziert werden sollten eigentlich immer nur unverzichtbare Dinge, dazu gehören im Allgemeinen keine Urlaubsreisen. Allerdings bieten gerade im Internet viele Reiseportale auch eine Teilzahlung an. Hier gilt wie bei den Konsumgütern besondere Vorsicht, denn grundsätzlich werden hier auch Kreditverträge vermittelt. Die Entscheidungsgrundlagen sind mit denen bei den Warenkäufen identisch. Neben den eigenen Finanzierungen der Anbieter und der Kreditgewährung von spezialisierten Banken gibt es bei der Finanzierung hier noch weitere Dienstleister, die eine Zahlung nach einem Ratenplan oder gegen offene Rechnung anbietet. Diese Dienstleister prüfen ihre Verträge mit deutlich härteren Kriterien als Versandhäuser für ihre Kreditvergabe. Hat man bei einem dieser Dienstleister ein Konto, werden hier alle Verbindlichkeiten zusammengefasst und man behält die Übersicht über seine Verpflichtungen.

Die Gebühren bei einem solchen Dienstleister sind gering, der größte Teil wird in vielen Fällen von den Verkäufern der Dienstleistung getragen. Eine Finanzierung einer Urlaubsreise sollte gut überlegt sein und nicht über Jahre abgetragen werden müssen. Im Normalfall soll im Jahr später eine weitere Reise gebucht werden und dann muss eventuell ein neues Darlehen aufgenommen werden.

Bei einem Umzug sieht das schon anders aus. Hier liegt eine notwendige Ausgabe vor, da sich Umzüge oft nicht vermeiden lassen. Ein Umzug kann anders als eine Urlaubsreise aber oft nicht über den Anbieter finanziert werden, sondern muss im Allgemeinen über ein Darlehen der Bank finanziert werden. Dies gilt vor allen Dingen für die reinen Umzugskosten aber mitunter auch für die Kaution und die Renovierungskosten. Für die Kaution ist oft allerdings kein weiteres Darlehen notwendig, hier reicht auch eine Kautionsbürgschaft der Bank. Seit neuestem gibt es auf dem Markt auch Firmen, die sich auf Kautionsbürgschaften spezialisiert haben. Dabei zahlt man monatlich einen kleinen Zinssatz auf den garantierten Betrag. Dies ist eine interessante Alternative zu einem Darlehen.

Umschuldungen

Umschuldungen mit Kleindarlehen sind beliebt. Bei einer geringen Verschuldung lässt sich dies auch problemlos bewerkstelligen. Möglich ist dies vor allen bei vielen kleinen Verpflichtungen die addiert eine Summe ergeben, die man mit einem Darlehen im kleineren Rahmen tilgen kann. Durch die Zusammenfassung der Verbindlichkeiten erhält man wieder Überblick und zahlt fortan nur noch an einen Gläubiger. Das schützt vor Überschuldung und bringt wieder Ordnung in die eigenen Finanzen.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein Kleinkredit um mit vorhandenen Gläubigern über eine Schuldenbereinigung zu verhandeln. In diesem Fall würde man dem Gläubiger das geliehene Geld gegen einen Schuldenschnitt anbieten. Dies kann sich als günstig erweisen, vor allen Dingen wenn hierbei Geld eingespart werden kann, oder man dem Gläubiger Zinsen und Gebühren zahlen muss, die deutlich über den Zinsen für das Kleindarlehen liegen.

Alternativen zum klassischen Kleinkredit

Der klassische Kleinkredit wird als Bankdarlehen mit einer Höhe von unter 10.000 Euro definiert. Aber es gibt natürlich auch Alternativen dazu. Genannt wurde hier bereits der Ratenkauf bei Versandhäusern und anderen Händlern. Aber es gibt hierzu auch noch weitere Alternativen.

Anschaffungen mit Ratenkauf finanzieren

Besonders Konsumgüter wie Technikartikel und Kleidung werden gerne als Ratenkauf finanziert. Aber auch Auto und Urlaubsreisen können so finanziert werden.

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Ratenfinanzierungen, die von Händlern und Versandhäusern angeboten werden. Da gibt es einmal den klassischen Ratenkauf, bei der die Händler der Empfänger der Raten ist, und der Käufer die Ware sofort mitnehmen kann oder geliefert bekommt. Diese Variante wird am häufigsten von klassischen Versandhäusern angeboten und ist meistens mit relativ kurzfristigen Zahlungszielen bis zu 12 oder 18 Monatsraten verbunden. Sie eignet sich hervorragend zum Kauf von Kleidung oder Lifestyle-Produkten sowie von Gütern, die dringend benötigt werden und deren Kauf anders nicht möglich ist. Diese klassischen Ratenkäufe sind meistens relativ teuer. Die Zinssätze orientieren sich dabei nicht an aktuellen Kreditzinsen, sondern werden oft lange Zeiträume im Voraus festgelegt, beispielsweise bei der Drucklegung von Katalogen.

Der Vorteil ist aber, dass Ratenzahlungen über den Händler einfach zu bekommen sind. In vielen Fällen wird hierbei nur eine Schufa-Abfrage bezüglich der Adressdaten vorgenommen und nicht bezüglich der Kreditwürdigkeit. Weiterhin werden Auskünfte oft nur einmal eingeholt und die Kunden können dann weiterhin Waren bestellen und werden sofort ohne erneute Prüfung beliefert. So ist dies eine einfach Art für Kunden mit geringem Schufa-Score Waren auf Kredit zu kaufen.

Die andere Art ist der klassische Kleinkredit, dieser sieht dann auch oft aus wie ein Kauf per Ratenzahlung. Dabei schließt man einen Vertrag mit einer Bank ab, und der Händler fungiert dann nur als Vermittler. Die Voraussetzungen sind die gleichen wie beim üblichen Kleinkredit. Wer aufgrund negativer Schufa oder anderer Hemmnisse einen solchen Kredit nicht über die Bank bekommen kann, der wird auch beim Händler nicht erfolgreich sein. Der Vorteil eines solchen Kleinkredites über einen Händler ist aber oft die niedrige Verzinsung, mit denen die Händler dann auch werben. Gerade große Elektrohandelsketten werden oft mit Aktionen wie zum Beispiel: "33 Jahre Jubiläum - 33 Raten zu 0%", erst im Kleingedruckten der Werbung wird dann klar, dass es sich hierbei um einen Ratenkauf über eine Bank handelt.

Kreditkarten und Dispokredit

Wer über eine Kreditkarte verfügt, kann Waren natürlich auch über diese kaufen. Viele Kreditkartenfirmen bieten hier relativ großzügige Zahlungsziele, teilweise auch in dynamischen Raten, die sich prozentual am Schuldbetrag orientieren. Im Allgemeinen gilt dies allerdings nicht für Kreditkarten die von traditionellen Hausbanken ausgegeben werden, sondern von spezialisierten Kreditkartenbanken wie der Barclay Bank. Eine solche Kreditlinie bekommt man aber nur mit einer sauberen Schufaauskunft und einem regelmäßigen Einkommen. Allerdings werden einmal erteilte Karten nicht erneut überprüft, solange man seinen Verpflichtungen aus dem Vertrag regelmäßig nachkommt.

Der Dispositionskredit ist wohl die beliebteste und häufigste Art einen finanziellen Engpass zu unterdrücken. Er soll aber immer nur kurzfristig genutzt werden. Viele Banken erteilen relativ schnell eine Kreditlinie, die normalerweise 3 Monatseinkommen nicht überschreitet. Solange der Kredit nicht genutzt wird, entstehen hierbei auch keine Kosten. Dies wird von den Instituten gerne als Argument benutzt, wenn man darum bittet, die Kreditlinie zu streichen. Das ist von den Banken nicht gewünscht, weil der Dispositionskredit das mit am höchsten verzinste Darlehen ist. Aus diesem Grund stellen die Banken die Kreditlinie leicht zur Verfügung. Schuldnerberatungen berichten, dass ein ausgereizter Dispositionsrahmen oft der erste Schritt in die Überschuldung ist, auf jeden Fall ist es aber ein Alarmsignal. Einen solchen ausgereizten Dispositionskredit sollte man schnellstens in ein normales Darlehen umwandeln lassen, hier werden deutlich geringere Zinszahlungen fällig und der Bankkunde hat die Rückzahlung besser unter Kontrolle.

Der Dispositionskredit sollte nur eingesetzt werden, wenn wirklich ein kurzfristiger Engpass zu überbrücken ist. Die Alternative dazu ist die geduldete Überziehung. Dabei wird jede Zahlung von einem Bankmitarbeiter überprüft, ob sie zu verantworten ist. Dafür fallen deutlich höhere Kosten an, es bleibt aber der Vorteil, dass man in diese Überziehung nicht hineinrutschen kann, sondern sie wissentlich bei der Bank anfragen muss.

Geld von Freunden und Familie

Manchmal ist es auch eine Option, sich Geld von der Familie oder Freunden zu leihen. Dies ist immer eine Vertrauenssache. Für kleinere Beträge zum Überbrücken von kleinen Engpässen ist das in vielen Familien auch üblich. Der Vorteil beim Leihen von Geld von Freunden oder Familie ist natürlich, dass hier in den seltensten Fällen irgendwelche Kosten oder Zinsen anfallen.

Bei größeren Privatdarlehen sollten immer schriftliche Verträge abgeschlossen werden. Alle Konditionen sollten darin festgehalten werden. Vertrauen unter Familienangehörigen oder Freunden ist wünschenswert, aber einen größeren Geldbetrag ohne Vertrag zu leihen oder verleihen ist leichtfertig und könnte zu unnötigen Streitereien führen. In diesem Vertrag sollte der Darlehensbetrag festgehalten werden sowie das Datum der Rückzahlung oder die Höhe und Fälligkeit der Raten. Auch eventuell zu zahlende Zinsen sollten vermerkt werden, und beide Parteien sollten eine Ausführung für ihre Unterlagen erhalten. Zahlungen von Darlehensbeträgen sowie Rückzahlungen sollten in so einem Fall immer nur gegen eine Quittung erfolgen.

Tipps zum Geld sparen

Das beste Mittel Kleinkredite zu vermeiden ist es, Engpässe gar nicht erst aufkommen zu lassen. Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, beispielsweise wenn ungeplant neue Anschaffungen gemacht werden müssen, die unumgänglich sind wie eine neue Waschmaschine oder ein fahrbarer Untersatz. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich Rücklagen zu schaffen.

Auch kleine Beträge, die man regelmäßig zurücklegt eignen sich dafür. Die klassische Methode hierfür ist das Sparbuch. Vom Girokonto kann man hier über einen Dauerauftrag regelmäßig kleine Beträge auf das Sparbuch überweisen. So kann man sich zumindest kleinere Rücklagen schaffen, die für Reparaturen oder ähnliches eingesetzt werden können. Günstiger als das Sparbuch wäre noch ein Tagesgeldkonto. Dies wird besser verzinst. Auch hier kann man kleinere Beträge monatlich anlegen. Auch dies ist über einen Dauerauftrag ohne weiteres möglich.

Das Führen eines Haushaltsbuches kann helfen, die entsprechenden Potentiale zum Sparen zu finden. Hier werden in Tabellen alle Einnahmen und Ausgaben gegeneinandergestellt. Am Ende des Monats kann man dann eine Bilanz ziehen. Schnell erkennt man die Einsparpotentiale, besonders wenn man den Ausgaben Prioritäten zuweist. Als Beispiel sind die Miete und der Strom immer wichtig, Ausgaben für regelmäßiges auswärtiges Essen beispielsweise jedoch nicht, hat man sowas regelmäßig in der Ausgabenliste stehen, hat man hier das erste Einsparpotential ausgemacht.

Peer to Peer lending

Peer to Peer Lending ist eine Möglichkeit sich Geld von privaten Personen zu leihen, als Mittler stehen hier Internetportale zur Verfügung. Hier finden Kreditnehmer und Kreditgeber zusammen. Hinter diesen Plattformen steht in der Regel eine Bank, da das Verleihen von Geld mit Gewinnerzielungsabsicht immer einer Genehmigung der BaFin (Bankenaufsicht) bedarf.

Als Kreditsuchender kann hier der Kreditwunsch eingegeben werden und wird dann vom Anbieter überprüft. Hier werden die gleichen Überprüfungen eingeholt wie bei einem üblichen Kleinkredit. Der Schufascore wird hier ebenso abgefragt wie andere Eintragungen bei anderen Auskunfteien. Nach der Risikoeinschätzung bekommt man auch die Konditionen mitgeteilt, die für den eigenen Kredit gelten würden. Je nach Schufascore wird der Zinssatz festgelegt. Dann kann man sein Kreditprojekt genauer beschreiben. Die privaten Kreditgeber können dann entscheiden, ob sie sich an dem Projekt beteiligen wollen und wie viel sie davon finanzieren. Ist die angestrebte Finanzierung komplett, kann man sich das Geld auf sein Girokonto auszahlen lassen. Die Rückzahlung erfolgt dann ebenfalls über den Plattformbetreiber.

Pfandkredite

Eine weitere Möglichkeit, um finanzielle Engpässe zu überbrücken sind Pfandkredite. Sie werden in Pfandhäusern vergeben. Das Prinzip ist einfach. Ein Wertgegenstand wird eingeschätzt und als Pfand hinterlegt, der Pfandleiher gibt ein entsprechendes Darlehen bis zu höchstens diesem Wert an den Pfandgeber heraus. Nach spätestens 90 Tagen muss das Pfand ausgelöst werden, oder der Pfandvertrag muss verlängert werden, indem man die Zinsen und die Gebühren zahlt. Üblicherweise kann man den Pfandvertrag nur einmal verlängern. Als Pfand eignen sich Wertgegenstände von beständigem Wert wie wertvolle Uhren oder Schmuck. Je nach Pfandhaus werden auch Kunstgegenstände oder Elektroartikel wie Handys oder Laptops angenommen. Einige normale Pfandhäuser nehmen auch Autos als Pfand, es gibt allerdings auch spezielle Pfandhäuser für Kraftfahrzeuge, für diese gelten die gleichen Bedingungen wie für andere Pfandhäuser.

Das Auslösen des Pfandes muss innerhalb von 90 Tagen erfolgen, zu zahlen sind dann der Pfandbetrag sowie eine Gebühr für das Lagern des Pfands und die üblichen Zinsen. Zum Verlängern des Pfandvertrages müssen die Zinsen und die Gebühren bezahlt werden. Wird das Pfand nicht innerhalb der vorgeschriebenen Zeit ausgelöst, dann gibt der Pfandleiher dieses in eine öffentliche Auktion. Hier wird das Pfand versteigert und der Pfandleiher kann seine Ansprüche aus dem Erlös der Versteigerung befriedigen. Sollte das Pfandstück einen höheren Erlös erzielen als die Ansprüche des Pfandleihers wert sind, dann muss laut gesetzlicher Regelung der verbleibende Betrag an den Pfandgeber ausgezahlt werden. Gegen Vorlage des Pfandscheins wird das Geld beim Pfandleiher ausgezahlt.

Pfandkredite lohnen sich nur dann, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, oder das Geld nur ganz kurzfristig benötigt wird. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass hier keine Schufa-Abfrage gemacht wird, sondern ein Personalausweis reicht, um einen Pfandkredit zu bekommen. So können auch Menschen mit geringem Schufascore hier einen Engpass überbrücken.

Werbung richtig deuten

Werbung soll die Kunden zum Kauf animieren. Aus diesem Grund lässt sie Waren und Kaufbedingungen immer im besten Licht erscheinen. Das bedeutet für den Kunden, dass er hier sehr genau hinsehen muss, um die für ihn wichtige Botschaft hinter den Lockangeboten zu erkennen.

Null-Prozent-Finanzierung und Barzahlungsrabatt

Besonders große Konsumgüter wie Autos oder teure Elektroartikel werben gerne mit der Null-Prozent-Finanzierung. Dabei schließt man einen Vertrag mit einer spezialisierten Bank ab. Hier wird ein Ratenkredit angeboten, der scheinbar nicht verzinst ist. Bei solchen Angaben ist immer Vorsicht und genaues Vergleichen geboten. Denn natürlich vergibt ein Bankinstitut keine Darlehen ohne Zinsen, diese werden in solchen Fällen immer vom Händler bezahlt, der vor der Veröffentlichung des Angebots bereits einen Vertrag mit der Bank abgeschlossen hat. Diese Zinsen, die vom Händler gezahlt werden, hat dieser bereits in den Verkaufspreis einfließen lassen. Aus diesem Grund ist bei solchen Angeboten immer ein besonderer Preisvergleich Pflicht. Oft werden die Preise vor solchen Aktionen vom Händler angehoben, damit er einen entsprechenden Gewinn trotz Übernahme der Zinszahlungen realisiert werden kann.

Eine ähnliche Situation findet man bei Barzahlungsrabatten, aber hier ist die Situation nicht ganz so offensichtlich. Der Begriff Barzahlungsrabatt wird häufig verwendet, kann aber verschiedene Situationen beschreiben.

Autokauf

Besonders gerne werden beim Autokauf Barzahlungsrabatte eingeräumt. Dabei kann man hier davon ausgehen, dass man nicht den Kaufbetrag als Bargeld auf den Tisch legen muss, sondern dass man auf eine Finanzierung durch das Autohaus verzichtet und den Kaufpreis weitgehend vor Abholung des Wagens überwiesen hat. In diesem Fall gewähren die Händler gerne einen Barzahlungsrabatt. Dieser kann mit 3 bis 5% auch ziemlich deutlich ausfallen. Hintergrund ist hier vor allen Dingen, dass die Händler die Kosten für die Finanzierung bereits in den Kaufpreis eingerechnet haben. Diese Kalkulationsspannen liegen immer noch über dem Betrag, den der Händler mit dem Barzahlungsrabatt an seinen Kunden zurückgibt. Hier kann sich also geschicktes Verhandeln durchaus lohnen.

Autohäuser, die an einen Hersteller gebunden sind dürfen oft nur Rabatte geben, wie sie von den Herstellern vorgegeben sind. Der Trick ist hier, nicht nach einem Barzahlungsrabatt zu fragen, sondern nach dem Hauspreis, und wenn dieser genannt wurde kann man mit dem Argument der Barzahlung nachverhandeln.

Zahlungen mit Kreditkarte

Hier kann man mit einem geschickten Trick an einen kleinen Rabatt kommen. Das lohnt sich allerdings nur, wenn man sehr hochpreisige Artikel im Einzelhandel gekauft hat und nicht an der Kasse irgendeiner Ladenkette steht. Zur Zahlung nimmt man die Kreditkarte in die Hand und fragt dann an der Kasse ob ein kleiner Rabatt möglich wäre, wenn man bar bezahlt. Die Händler müssen eine kleinen Prozentsatz bis zu 2,75% Gebühren an die Kreditkartenfirma zahlen und sind dann vielleicht auch tatsächlich bereit einen solchen kleinen Rabatt zu gewähren.

Andere Konsumgüter und Dienstleistungen

Auch hier lohnt sich mitunter die Frage nach einem Barzahlungsrabatt. Aus verschiedensten Gründen kann eine solche Frage erfolgreich sein. Zum Beispiel weil es sich um ein Auslaufmodell handelt, oder weil der Artikel ohnehin rabattiert werden sollte. Auch Handwerker kann man nach einem solchen Rabatt fragen, sie sparen sich damit dass erstellen einer Rechnung durch die Buchhaltung und die Überprüfung der Einhaltung der Zahlungsfrist. Und letzten Endes kostet es ja nichts zu fragen.

Ab-Preise

Auch Ab-Preise werden häufig in der Werbung genannt. Hier heißt es sehr sorgfältig hinzuschauen, was der Ab-Preis beinhaltet. Besonders bei Autos werden solche Ab-Preise oft genannt. Enthalten sind hier in der Regel keine Extras, jede noch so kleine Extra-Leistung muss in der Regel zusätzlich gezahlt werden. Der endgültige Preis muss allerdings vor Abschluss des Kaufbetrages genannt werden.

Ab-Preise sind auch in der Bekleidungsindustrie sehr beliebt. Hier werden Preise mitunter nach Größen gestaffelt, jede Größe oder Größenbereich wird hier separat kalkuliert. Bei großen Größen fällt nicht nur mehr Material an, sondern vor allen Dingen auch mehr Arbeitszeit für das Umarbeiten der Schnitte, das Nähen längerer Nähte usw.

In letzter Zeit werden auch Ab-Preise bei Elektrogeräten gesehen. Diese Artikel können dann oft mit unterschiedlichen Größen oder technischen Ausstattungen gekauft werden. Ähnlich wie bei Autos ist im Ab-Preis meistens die Basisversion ohne Extra enthalten.

Bekomme ich den Kredit überhaupt?

Ob man ein Darlehen bekommt hängt maßgeblich von der eigenen Kreditwürdigkeit ab. Diese Frage klären die meisten Institute mit einer Anfrage bei der Schufa und anderen Auskunfteien wie z.B. Bürgel oder Creditreform. Beim reinen klassischen Bankdarlehen dürfen hier keine negativen Einträge wie Mahnbescheid oder Haftbefehl eingetragen sein. Die Schufa teilt der anfragenden Bank einen Score-Wert mit. Dieser ist allerdings nicht nur von den negativen Einträgen abhängig, sondern auch von vielen weiteren Faktoren. Einer dieser ist beispielsweise die Häufigkeit von Kreditanfragen. Aus diesem Grund sollte man nicht nach dem Gießkannenprinzip bei den Banken nach einem Darlehen anfragen, sondern immer zu Anfang genau vergleichen und informieren und sich dann an das Wunschinstitut wenden.

Weitere Kriterien sind die Wohnanschrift und wie lange man dort wohnt, aber auch wie lange das Arbeitsverhältnis bereits andauert, wie oft man umgezogen ist oder seine Arbeitsstelle gewechselt hat. Der Grund hierfür ist, dass man diese Kriterien als Anhaltspunkt dafür sieht, wie zuverlässig ein Kunde ist. Zu diesem Zweck fließen auch solche Daten in die Berechnung des Scorewerts ein.

Mit einem schlechten Schufascore wird es schwierig, ein Darlehen zu bekommen, aber es gibt Alternativen auch ohne Schufaabfrage oder es bleibt immer noch ein Pfandkredit.

Fazit

Bei Kleinkrediten sollte sehr genau hingesehen werden. Die Bedingungen stehen oft nur im Kleingedruckten und sind sehr unterschiedlich.

Mehr zum Thema