Kredit Bonität

Bonität bei Krediten

Bei der Beantragung eines Kredits ist Bonität das Zauberwort, das die Vergabeentscheidung beschleunigt und die Konditionen günstig hält. Zweifel des Kreditgebers an der Bonität führen dazu, dass der Kredit von weiteren Sicherheiten abhängig gemacht wird, zum Beispiel der Verpfändung von Vermögensgegenständen oder dem Beitritt eines Bürgen zum Kreditvertrag.

Bonitätsprüfung ist Pflicht

Bonitätsprüfung und Kreditwürdigkeit

Das Wort Bonität kommt vom lateinischen bonitas und bedeutet wörtlich so viel wie Vortrefflichkeit. Passender ist im heutigen Sprachgebrauch die Übersetzung Kreditwürdigkeit. Gemeint ist dabei nicht nur die Fähigkeit, Schulden zurückzuzahlen, sondern auch die Zahlungsbereitschaft. Nach diesen Kriterien läuft auch die Prüfung der Bonität beim Kredit ab. Selbstverständlich haben die Kreditgeber ein eigenes Interesse daran, sich keine faulen Kredite einzukaufen. Aber selbst wenn sie Darlehen ohne weitere Recherchen vergeben wollten, dürften sie das nicht. In Deutschland schreibt das Kreditwesengesetz (KWG) sogar vor, dass sich die unter das Gesetz fallenden Kreditinstitute laufend über die wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Kreditnehmer informieren müssen. Sie haben dazu Unterlagen anzufordern und eine Risikoeinstufung vorzunehmen. Auch auf europäischer Ebene gibt es eine entsprechende Regelung, die Kapitaladäquanzverordnung (Capital Requirements Regulation, CRR). Sie verlangt, dass jedem Schuldner ein Rating zugeordnet wird. Die Einstufung richtet sich nach Einkommen, Vermögen und Schulden.

Der Schufa-Bankenscore erfüllt gesetzliche Anforderungen

Die bei finanzschwachen Kreditnehmern gefürchtete Schufa erfüllt exakt die gesetzlichen Voraussetzungen, die Banken hinsichtlich der Schuldner-Bonität beim Kredit erfüllen müssen. So ist es auch zu erklären, dass ein Darlehensvertrag ohne Schufa-Klausel bei einem deutschen Geldinstitut praktisch unmöglich ist. Die Schufa Holding AG gehört mehrheitlich den deutschen Banken und Sparkassen. Sie stellt mit dem Schufa-Bankenscore genau jene Informationen bereit, die zur Bonitätsbeurteilung benötigt werden. Der Bankenscore bildet ein Rating-System, wie es die CRR fordert. Aus den der Schufa bekannten laufenden Verträgen und der Zahlungshistorie ergibt sich eine Punktwertung, die zur Einstufung in eine von 13 Bonitätsklassen führt. Während das statistische Risiko eines Zahlungsausfalls in der günstigsten Klasse A bei nur 0,85 % liegt, steigt es bis zur Klasse M auf 34,75 %. Für den Darlehensgeber bedeutet das, er muss bei mehr als einem von drei Kunden zumindest mit einem Zahlungsverzug oder teilweisen Zahlungsausfall rechnen. Ein Kredit bei dieser Bonität ist ohne weitere Absicherung praktisch unmöglich.

Persönliche Bonität verbessern

In manchen Fällen lässt sich die persönliche Bonität nachträglich verbessern, indem man zum Beispiel fehlerhafte Eintragungen bei der Schufa aufspürt und löschen lässt, Kredite zusammenfasst und ungenutzte Konten schließt. Meist liegt das Kind aber bereits im Brunnen, zum Beispiel wenn Rechnungen nicht pünktlich gezahlt oder Kreditanfragen abgelehnt wurden. Ein guter Ausweg ist das Stellen eines Bürgen, der selbst eine bessere Bonitätsbeurteilung hat. Alternativ bieten sich dingliche Sicherheiten an, also zum Beispiel eine Hypothek auf das Haus, die Sicherungsübereignung eines Autos oder die Verpfändung einer Lebensversicherung.

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