Kredit für Ausländer

Kredite gibt es auch ohne deutschen Pass

Einen Kredit für Ausländer vergeben viele deutsche Banken. Vorausgesetzt, der Bewerber erfüllt die jeweiligen Vergabekriterien, wobei EU-Bürger leichter an ein Darlehen kommen als Personen aus Nicht-EU-Staaten. Abgesehen von Herkunft und Aufenthaltsstatus gelten für ausländische Kreditnehmer dieselben Regeln wie für Verbraucher, die in Deutschland geboren wurden. Je nach Verwendungszweck des Darlehens kommen für eine Kreditaufnahme auch andere Vertragspartner als die Bank nebenan infrage. Für Studenten sind beispielsweise Bildungskredite, für Kleinunternehmer die verschiedenen Kreditbörsen im Internet interessant.

Wohnsitz, Arbeitserlaubnis und Einkommen

Kredit

Es gibt Banken, die Darlehen nur an deutsche Staatsangehörige vergeben. Bei den meisten Kreditinstituten müssen EU-Bürger aber lediglich einen Wohnsitz in Deutschland haben, um einen Kredit für Ausländer zu bekommen. Etwas schwieriger gestaltet sich die Situation für Angehörige anderer Staaten. Sie müssen dem Kreditinstitut eine Aufenthaltsgenehmigung und eine Arbeitserlaubnis vorlegen können, wobei auch die Gültigkeitsdauer der jeweiligen Dokumente zählt. Einen kleinen Leihbetrag von 1500 Euro kann ein Kreditnehmer mit dem entsprechenden Einkommen zurückbezahlen, selbst wenn seine Aufenthaltsgenehmigung nur 18 Monate gilt. Größere Summen hingegen sind in dieser Zeit kaum ablösbar.

Ein festes Einkommen ist die wichtigste Voraussetzung für einen Kredit. Wie deutsche Staatsangehörige müssen Ausländer ihre regelmäßigen Einkünfte anhand von Lohnzetteln oder Steuerbescheiden nachweisen. Hier gilt: Gutverdiener in fester Anstellung sind gern gesehene Kreditnehmer, Zeitarbeiter und prekär Beschäftigte hingegen werden oft abgelehnt. Aber auch Nicht-Deutsche können sich in ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis um einen Bürgen bemühen. Er sollte ein möglichst gutes Gehalt und keine Schulden haben, sodass er einspringen kann, falls der Kreditnehmer seine Raten nicht mehr bezahlen kann.

Alternativen für Studenten und Kleinunternehmer

Wer in Deutschland studieren möchte, kann vielleicht einen Bildungskredit aufnehmen. Zumindest, wenn er den Pass eines anderen EU-Staates vorlegen kann und bereits in Deutschland lebt. Manche Banken veranschlagen eine Mindestaufenthaltsdauer von zwei, manche von drei Jahren. Die Regelungen zum BAföG hingegen sind so umfangreich, dass sich Interessierte frühzeitig an die Beratungsstelle ihrer Wunschuniversität wenden sollten. Auch für Unternehmensgründer gibt es Alternativen zum normalen Bankdarlehen. Insbesondere ausländische Kleinunternehmer haben oft Schwierigkeiten, einen Geldgeber zu finden.

Solange sie ihren Wohnsitz in Deutschland haben, können sie sich an einer Kreditbörse um ein privates Darlehen bewerben. Dabei handelt es sich um Kredite, die von privaten Anlegern gegen einen entsprechenden Zinssatz finanziert werden. Das Besondere: Auch wenn die eigentlichen Transaktionen von einer Bank vorgenommen und überwacht werden, entscheiden die Anleger allein, welches Kreditgesuch sie mit ihrem Vermögen unterstützen möchten. Hier gilt es also, mit einem durchdachten Businessplan und stimmigen Finanzen zu überzeugen.

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