Kredit für Boot

Boot finanzieren per Kredit

Bootshandel ist eine komplizierte Sache, zumal die Geschäfte oft grenzüberschreitend sind. Auch der Kredit für ein Boot ist eher etwas für Spezialisten, zumindest, wenn es sich um wertvolle Yachten jenseits der 100.000 Euro handelt. Die Kreditsicherung ist abhängig davon, ob das Boot in das amtliche Binnen- oder Seeschiffsregister eingetragen ist.

Hypothek auf das Boot

Kredit

Sportboote, also Segel- oder Motoryachten, müssen ab einer Rumpflänge von 15 Metern in das Seeschiffsregister eingetragen werden. Ab zehn Tonnen Wasserverdrängung ist eine Eintragung in das Binnenschiffsregister Pflicht. Bei kleineren Booten darf die Eintragung auf freiwilliger Basis erfolgen. Obwohl Schiffe an sich bewegliche Sachen sind, kann eine Hypothek – nicht aber eine Grundschuld – als Realrecht zugunsten des Kreditgebers eingetragen werden. Die Bank hat dann eine ähnlich große Sicherheit wie bei der Finanzierung eines Hausbaus oder des Kaufs einer Immobilie. Während der Bauphase, also vor dem Eintrag ins Schiffsregister, ist eine Schiffsbauwerkhypothek möglich. Die Zinsen eine Kredits für ein Boot sind mit dieser Sicherung fast so günstig wie bei der Immobilienfinanzierung.

Sicherungsübereignung wie beim Pkw

Für die meisten Boote wird eine Schiffshypothek aber überzogen sein. Je nach Kreditsumme ist der Aufwand für die Eintragungen viel zu hoch. Der Kredit für ein Boot ähnelt dann eher der Finanzierung eines Autos. Zusätzlich zur persönlichen Bonität des Schuldners bietet die Sicherungsübereignung des Bootes der Bank weitere Sicherheit. Da es kein Dokument gibt, das der Zulassungsbescheinigung Teil II, dem ehemaligen Kfz-Brief, entspricht, wird die Bank andere Nachweise fordern. Zunächst ist eine Objektbeschreibung erforderlich, denn die Bank führt eine eigene Wertermittlung durch. Eine Finanzierung zu 100 % ist, wenn sie überhaupt gewährt wird, deutlich teurer als ein Bootskauf mit zum Beispiel 30 % Eigenkapital. Manche Banken beschränken die Kreditgewährung auf Boote mit einem Liegeplatz im Inland. Auf eingereichten Fotos sollte die Rumpfnummer des Bootes erkennbar sein. Hilfreich sind außerdem ein Builders Certificate, vorhandene Rechnungen bzw. lückenlose Eigentumsnachweise bei Gebrauchtbooten. Kommt der Kreditvertrag mit Sicherungsübereignung zustande, wird der Käufer zwar Besitzer des Bootes und kann es ganz normal nutzen, die Bank hat aber die Eigentumsrechte und darf das Boot bei ausbleibenden Kreditraten verkaufen. Damit das Boot nicht durch einen Schaden wertlos wird, fordert der Kreditgeber eine Schiffskaskoversicherung.

Restrisiko minimieren

Anders als beim Grundbuch ist die Einsichtnahme in ein Schiffsregister beim Verkauf nicht zwingend nötig. Haben Sie Zweifel an der Seriosität des Verkäufers, wickeln Sie das Geschäft über ein sogenanntes Akkreditiv ab, international als Letter of credit oder L/C bezeichnet. Das kostet zwar Gebühren, führt aber zu einer sicheren Abwicklung des Kaufs zwischen den Banken von Käufer und Verkäufer nach streng vordefinierten Regeln. Denn das schönste Schiff im Hafen ist eben nicht immer die Bar-Kasse.

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