Kredit für Investition

Kreditaufnahme für ein Investment

Die Aufnahme eines Kredits für ein Investment will genau geprüft sein. Egal ob Sie in eine unternehmerische Beteiligung oder in Wertpapiere investieren wollen, die Rendite muss so hoch sein, dass Sie mindestens die Kreditkosten wieder herausholen, sonst haben Sie unter dem Strich ein Minus. Birgt Ihre kreditfinanzierte Geldanlage das Risiko eines Totalverlusts, zum Beispiel bei Aktien oder einem geschlossenen Fonds, stehen Sie unter Umständen am Ende mit hohen Schulden statt eines satten Kapitalertrags dar. Auf der anderen Seite können Beteiligungen aber auch so konstruiert sein, dass sie mit dem Kredit für die Investition den Gewinn erhöhen und gleichzeitig Steuern sparen.

Unternehmerische Beteiligung mit Risiken

Kredit

Jede Beteiligung an einem Unternehmen bietet Chancen, birgt aber auch Risiken. Dabei ist es völlig egal, ob Sie sich als stiller Gesellschafter an der Pizzeria nebenan beteiligen, Anteile an einer Großimmobilie oder einem Containerschiff kaufen oder eine Filmproduktion finanzieren. Die prospektierte Rendite ist eine Voraussage, die nicht unbedingt eintreten muss. Sie hängt von der Marktlage, politischen Rahmenbedingungen, aber auch von Wechselkursen ab. Muss beispielsweise Ihr Schiff seinen Treibstoff in US-Dollar bezahlen, erhält aber seine Charterraten in anderen Währungen, kann das entscheidenden Einfluss auf den Ertrag haben. Und wenn sie den Kredit für die Investition in Euro genommen haben, ist auch diese Kursentwicklung wichtig. Eine Rechnung „prognostizierte Rendite 9 bis 10 %, Kreditzinsen bei Sicherung durch mein Haus 3 % macht mindestens 6 % Differenz für mich“ ist also nur mit erheblichen Unsicherheiten richtig. Es gibt durchaus Banken, die solche Finanzierungen mitmachen, denn sie können ein wirksamer Hebel sein, um den Gewinn gegenüber einer reinen Eigenkapital-Finanzierung zu erhöhen. Schlimmstenfalls landet Ihr Haus aber am Ende in der Zwangsversteigerung.

Die Rechtsform entscheidet über die Haftung

Achten Sie auch genau auf die Rechtsform der Beteiligung. Ist der geschlossene Fonds eine Kommanditgesellschaft und Sie sind Kommanditist, haften Sie nur mit Ihrem Anteil. Handelt es sich dagegen um eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), haften Sie mit Ihrem gesamten Vermögen, und zwar nicht nur anteilig, sondern für alle Schulden des Fonds. Mit oder ohne Kredit kann Ihr Haus dann weg sein. Die steuerlichen Aspekte muss man im jeweiligen Einzelfall genau durchleuchten. Grundsätzlich sind Kreditzinsen für das Unternehmen eine Betriebsausgabe. Die können Sie auch bei einer Fondsbeteiligung als Sonderbetriebsausgaben geltend machen, müssen also nur den übersteigenden Teil Ihrer Gewinne als Einnahme aus Gewerbebetrieb versteuern. Etwas anders ist es bei Schiffsbeteiligungen. Hier fällt nur die Tonnagesteuer an, sodass sie keine Betriebsausgaben dagegenrechnen können.

Auch Aktien sind Unternehmensanteile

Was für geschlossene Fonds, offene oder stille Beteiligungen an Unternehmen gilt, trifft im Prinzip auch auf Aktien zu. Auch sie sind Unternehmensanteile mit Gewinnchancen und Verlustrisiken. Damit ein Gewinn bleibt, müssen Kursgewinne und Dividenden mehr abwerfen als der Kreditzins auffrisst. Verlassen Sie sich nicht auf sogenannte Geheimtipps. Sind sie wahr, wissen andere das längst vor Ihnen, oder es ist ein strafbares Insider-Geschäft.

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