Kredit für Möbel

Von der Bank oder direkt vom Händler: Möbelkredite

Ein Kredit für Möbel ist neben der Fahrzeugfinanzierung der häufigste Grund, aus dem Verbraucher einen Darlehensvertrag abschließen. Viele Möbelhäuser locken Kunden durch extrem günstige Angebote bis hin zur 0-%-Finanzierung. Was taugt der Gratis-Kredit, auf welche Punkte gilt es zu achten?

Tilgung fällt auch ohne Zinsen an

Kredit

Natürlich hat der Händler ein großes Interesse daran, Ihnen eine neue Küche, ein Schlafzimmer oder eine Wohnzimmereinrichtung zu verkaufen. Ein günstiger Kredit für die Möbel verstellt den Blick darauf, ob Sie sich die Anschaffung auch wirklich leisten können. Auch ein zinsloser Kredit muss getilgt werden. Überziehen Sie dafür Ihr Girokonto, wird die neue Einrichtung teuer. Auch in einem Marktumfeld mit niedrigen Zinsen verlangen die Banken für den Dispo im Schnitt immer noch knapp 10 %.

Ein Blick ins Kleingedruckte

Vergewissern Sie sich, dass der Kredit für die neuen Möbel nicht nur zinslos ist, sondern auch keine weiteren, versteckten Kosten auf sie zukommen. Beliebte Fallen sind der verpflichtende Abschluss einer Restschuldversicherung, auch Ratenschutzversicherung genannt, oder die Verbindung des Möbelkredits mit einer kostenpflichtigen Kreditkarte oder einem Rahmenkredit, der natürlich bezahlt werden muss. Seien Sie sich auch darüber im Klaren, dass die 0-%-Finanzierung im rechtlichen Sinn nicht als Verbraucherkreditvertrag zählt. Das hat der Bundesgerichtshof 2014 entschieden. Der Kreditnehmer verliert dadurch eine ganze Reihe von Schutzrechten, und ohne ausdrückliche Vereinbarung kann er den Vertragsabschluss auch nicht widerrufen. Eine weitere Problematik offenbart sich erst, wenn Sie gravierende Mängel an Ihren Möbeln oder den Elektrogeräten der neuen Küche feststellen. Möglicherweise haben Sie nach erfolglosen Nachbesserungsversuchen das Recht, den Kaufvertrag zu widerrufen. Der Darlehensvertrag läuft aber separat daneben – die Bank wird weiterhin auf den Ratenzahlungen bestehen. Zahlen Sie nicht, wird die Bank den Vertrag kündigen, und Sie müssen die ausstehenden Schulden auf einen Schlag bezahlen, egal ob das Möbelhaus Ihnen zwischenzeitlich den Kaufpreis erstattet hat.

Internet-Kredit als Alternative

Einen Kleinkredit für Möbel erhält man aber nicht nur beim Händler, sondern auch bei seiner Hausbank oder günstigen Direktanbietern im Internet. Vergleichsportale erlauben schon mit wenigen Eingabedaten einen recht umfassenden Marktüberblick, ohne dass man sich vorher konkret festlegen müsste. Viele Anbieter ermöglichen einen Online-Abschluss direkt über das Portal mit einem schnellen und vollständig digitalisierten Antragsprozess, vom Video-Ident bis hin zum Upload der benötigten Unterlagen wie Personalausweis und Gehaltsabrechnung. Dafür reichen schon Fotos mit dem Smartphone. Eine 0-%-Finanzierung wird es hier zwar nicht geben. Aber reden Sie mit dem Möbelhaus doch mal über einen Rabatt für Barzahler. Fällt dieser hoch genug aus, sind die Kreditkosten schnell wieder eingespart.

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