Kredit für Referendare

Darlehen für Referendare

Angehende Lehrer, aber auch Juristen absolvieren nach ihrem Studium zunächst ein Referendariat. Der Kredit für Referendare ist nicht so schwierig, wie manche Kreditvermittler in der Hoffnung auf ein Geschäft suggerieren. Das gilt vor allem für Darlehen mit zusätzlichen Sicherheiten wie ein Autokredit oder sogar eine Immobilienfinanzierung. Im Grunde sind Referendare bei den Geldinstituten sehr willkommene Kunden, besteht doch eine gute Aussicht, dass ihr Einkommen in kurzer Zeit deutlich steigen wird. Der Referendar sollte sich aber selbst fragen, welche Risiken er zuvor einzugehen bereit ist.

Zwei Jahre mit geringem Einkommen

Kredit

Bis zu zwei Jahren dauert die Zeit bis zum zweiten Staatsexamen. Der Referendar bezieht in dieser Zeit Gehalt – nicht üppig, aber so, dass das Einkommen schon deutlich über der Pfändungsfreigrenze liegt. Für die Bank ist das auf zweierlei Weise beruhigend. Erstens besteht eine realistische Chance, dass Kreditraten aus dem verfügbaren Einkommen bezahlt werden können, zweitens geht eine Gehaltspfändung nicht ins Leere, wenn das Geld dann doch nicht fließt. Wichtiger sowohl für die Bank als auch für den Kreditnehmer ist die Frage, wie es nach Ende des Referendariats weitergeht. Ein Kredit für Referendare ist mit kurzer Laufzeit kein Problem. Endet der Kreditvertrag spätestens mit dem Referendariat, ist das Einkommen bis dahin sicher. Auch die Förderbank KfW hat Angebote im Bereich der Bildungskredite, die auf die Referendariatszeit passen.

Kein Haus, aber Schulden

Aber macht es für einen Referendar Sinn, schon jetzt ein Haus zu kaufen oder mit dem Bau zu beginnen? Die niedrigen Zinsen sprechen dafür. Die Bank wird aller Voraussicht nach dem Kreditwunsch zustimmen. Bei einer Sicherung durch ein Grundpfandrecht, also Grundschuld über Hypothek, geht sie kaum ein Risiko ein. Auf die persönliche Bonität des Schuldners kommt es nicht an, denn der Kreditgeber hat umfassende Rechte. Der Jurist sagt: Das Grundstück haftet für die Schuld, genau so, wie eine Person haftet. Bezahlt der Hauptschuldner nicht, wird die Bank die Immobilie zwangsversteigern und die Schulden aus dem Erlös tilgen. Den Rest bekommt der ehemals stolze Immobilienbesitzer – falls es einen Rest gibt. Fällt der Erlös aus der Zwangsversteigerung niedriger aus als die Restschuld, steht er zwar ohne Haus, aber dennoch mit Schulden da. Der Referendar muss abwägen, wie sicher seine spätere Übernahme als Beamter, Richter oder in einen Beruf in der freien Wirtschaft ist. Abhängig von der Wahrscheinlichkeit eines Horrorszenarios wie dem oben geschilderten macht es vielleicht Sinn, den Hauskauf doch noch um zwei Jahre zu verschieben. Möglicherweise gibt es sogar ein besseres Zinsangebot nach Ende des Referendariats wegen der zusätzlichen persönlichen Sicherheit.

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