Kredit für Versteigerung

Immobilien aus der Zwangsversteigerung richtig finanzieren

Bei der Zwangsversteigerung von Immobilien sind echte Schnäppchen zu Preisen weit unter Verkehrswert möglich. Der Kredit für die Versteigerung ist nicht schwierig, sollte aber mit einem Spezialisten bei der Bank oder einem Kreditvermittler besprochen werden. Drei Problemfelder gibt es zu bedenken: Erstens muss bereits bei Abgabe eines Gebots auf Anforderung eine Sicherheit hinterlegt werden. Zweitens orientiert sich die Beleihungsgrenze der Bank nicht am Verkehrswert, sondern am Verkaufspreis in der Versteigerung, dem Zuschlagswert. Und drittens muss man den Kreditvertrag unter Dach und Fach haben, ohne zu wissen, ob man überhaupt den Zuschlag bekommt.

Ohne Sicherheit ist das Gebot ungültig

Kredit

Jeder, der seine Rechte durch ein Gebot beeinträchtigt sieht, kann eine Sicherheitsleistung in Höhe von 10 % des Verkehrswerts verlangen. Die Möglichkeit zur Barzahlung ist seit 2007 ausgeschlossen. In der Praxis wird die Sicherheit meist im Voraus an die Gerichtskasse überwiesen. Alternativ sind ein Bundesbankscheck, eine Bürgschaft oder ein Verrechnungsscheck eines zugelassenen Kreditinstituts erlaubt. Können Sie die Überweisung an das Gericht nicht aus vorhandenem Eigenkapital leisten, reden Sie am besten mit Ihrer Bank über eine Bürgschaft oder über einen Kredit für die Versteigerung. Das lässt sich auch zusammen mit der eigentlichen Finanzierung des Kaufpreises regeln.

Zwangsversteigerung möglichst nicht ohne Eigenkapital

Damit eine Hypothek oder Grundschuld ihren Sicherungszweck erfüllt, legen Banken eine Beleihungsgrenze für Immobilien fest. Damit tragen sie der Tatsache Rechnung, dass in einer Zwangsversteigerung in der Regel ein Preis deutlich unterhalb des Verkehrswerts erzielt wird. Die Zwangsversteigerung birgt für den Erwerber gewisse Risiken. Eine Vorbesichtigung ist nicht immer möglich. Der Zuschlag ist bindend, auch wenn man die Katze im Sack gekauft hat. Der Kreditgeber trägt dem Rechnung, indem er den Beleihungswert als Prozentsatz des tatsächlichen Kaufpreises, nicht des Verkehrswerts, festlegt. Eine 100-%-Finanzierung des Zuschlagswerts wird zwar von einigen Banken angeboten, ist dann aber deutlich teurer. Wer um eine Immobilie mitsteigert, sollte sein Gebot so begrenzen, dass er genügend Eigenkapital besitzt, um eine vereinbarte Beleihungsgrenze von zum Beispiel 60 % oder 80 % des Zuschlagswerts einzuhalten.

Schon die Bereitstellung kostet Geld

Die in Frage kommende Kreditsumme unterscheidet sich beim Versteigerungskredit nicht wesentlich von dem normalen Immobilienkauf. Der Verkehrswert steht fest, der Zuschlagswert liegt möglicherweise darunter. Zwar entfallen die Kosten für Notar und Grundbuchamt, die Grunderwerbsteuer ist aber trotzdem zu zahlen. Außerdem gibt es eine Zuschlagsgebühr von 0,5 % des Zuschlagswerts. Da der Zuschlag bindend ist, sollte die Finanzierung bis zu Ihrem Höchstgebot vorher mit der Bank abgesprochen sein. Wahrscheinlich zahlen Sie Bereitstellungszinsen für einen Kredit, auch wenn Sie ihn letztendlich gar nicht brauchen, weil ein anderer Bieter das Höchstgebot abgegeben hat. Das sollte Sie aber nicht dazu verleiten, die erstbeste Immobilie zu kaufen oder gar Ihren selbst gesteckten Rahmen zu überschreiten. Eine weniger sichere, aber billigere Alternative ist das Einholen eines Kreditangebots vor der Versteigerung, ohne den Kreditvertrag zu unterschreiben. Das holen Sie nach dem Zuschlag nach.

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