Kredit für Zwangsversteigerung

Kredite für Zwangsversteigerungen

Ein Kredit für eine Zwangsversteigerung von Immobilien ist ein sehr spezielles Geschäft, über das Sie sich qualifiziert beraten lassen sollten. Das Problem besteht darin, dass Sie nur dann auf der sicheren Seite sind, wenn die Finanzierung steht, bevor Sie ein Gebot abgeben. Andererseits sollten die Finanzierungskosten gering bleiben oder idealerweise gar nicht anfallen für den Fall, dass Sie gar nicht Höchstbietender sind und den Zuschlag deshalb nicht erhalten.

Erst mal als Gast hineinschnuppern

Kredit

Bei Zwangsversteigerungen kann man Häuser oder Wohnungen zu echten Schnäppchenpreisen ergattern. Schauen Sie sich am besten einmal an, wie so eine Versteigerung abläuft, bevor Ihr Wunschobjekt unter den Hammer kommt. In der ersten Runde beträgt das Mindestgebot in der Regel 50 % des Verkehrswertes, auf Anforderung der Gläubigerbank gelegentlich auch mehr. Der Verkehrswert wird von einem gerichtlich bestellten Gutachter ermittelt. Die Versteigerungsakte enthält den Grundbuchauszug und dieses Gutachten, sodass sich Interessenten vorab informieren können. Allerdings ist auf das Gutachten oft wenig Verlass. Das bedeutet nicht, dass der Gutachter schlampig arbeitet. Er bekommt oft gar nicht die Chance, das Objekt von innen anzusehen. Der bisherige Eigentümer muss ihm keinen Zutritt gewähren und kann auf diese Weise Baumängel vertuschen. Auch Kaufinteressenten muss er keinen Besichtigungstermin einräumen – ein freundlicher Versuch lohnt aber auf jeden Fall.

Genügend Eigenkapital vorsehen

Um überhaupt mitbieten zu können, müssen Sie eine Sicherheitsleistung in Höhe von 10 % des festgestellten Verkehrswerts hinterlegen. Dies geschieht durch Überweisung an die Gerichtskasse, durch einen Bankscheck oder die selbstschuldnerische Bürgschaft einer Bank. Aus verschiedenen Gründen ist es dringend zu empfehlen, zumindest diese Sicherheit aus Eigenmitteln stellen zu können. Besser noch ist ein Eigenkapital in Höhe von 40 % des erwarteten Zuschlagsbetrags. Einerseits verursacht die Stellung der Sicherheit durch die Bank Kosten, die auf jeden Fall anfallen, auch wenn Sie den Zuschlag nicht erhalten. Andererseits benötigen Sie einen ausreichenden Puffer, um eventuell anfallende Reparaturen bezahlen zu können – denken Sie daran, dass Sie ein Stück weit die Katze im Sack kaufen, wenn weder Sie noch der Gutachter das Objekt besichtigen durften. Drittens schließlich setzen viele Banken beim Kredit für eine Zwangsversteigerung als Beleihungswert der Immobilie nicht den Verkehrswert an, sondern den in der Regel deutlich niedrigeren tatsächlichen Zuschlagsbetrag. Zwar lässt sich auch bei einer Zwangsversteigerung eine Finanzierung zu 100 % realisieren, aber die Zinsen dafür sind deutlich höher als bei vorhandenem Eigenkapital.

Zwangsversteigerung ist bindend

Die Finanzierung sollte vor Beginn der Versteigerung geklärt sein, damit Sie wissen, wie weit sie gehen können. Wird im ersten Aufschlag kein Gebot in der geforderten Höhe abgegeben, wird ein zweiter Termin ohne Mindestgebot angesetzt. Die Gläubigerbank wird mitbieten, um den Preis in die Höhe zu treiben. Der dann erteilte Zuschlag ist bindend. Sind Sie erfolgreich, sparen Sie zwar Gebühren für Notar und Makler, müssen aber Grunderwerbsteuer und eine Zuschlagsgebühr von üblicherweise 0,5 % zahlen.

Mehr zum Thema