Kredit nach Privatinsolvenz

Bonität nach Privatinsolvenz

Theoretisch ist es in Deutschland möglich, erneut einen Kredit nach Privatinsolvenz aufzunehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass der potenzielle Kreditnehmer das Privatinsolvenzverfahren bis zum Ende durchlaufen hat. Er muss also die sogenannte Wohlverhaltensphase, die je nach Falllage drei bis sechs Jahre dauert, erfolgreich absolviert haben. Auch die Restschuldbefreiung muss bereits erfolgt sein. In welchem Umfang und bei welchen Anbietern der ehemalige Schuldner Chancen auf einen Kredit nach Privatinsolvenz hat, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Schließlich bleibt der Eintrag über die Privatinsolvenz noch weitere drei Jahre bei Schufa und Co. bestehen.

Privatinsolvenz und Schufa

Privatinsolvenz

Wirtschaftsauskunfteien wie die Schufa speichern sowohl positive wie auch negative Ereignisse in der Zahlungshistorie privater Verbraucher, die sie in aufbereiteter Form an Banken, Telefonanbieter und Versandhäuser weiterleiten. Die Schufabewertung ist maßgeblich für die Kreditentscheidung aller Banken und kann auch bei gutem Einkommen zu einer Ablehnung des Antragstellers führen. Eine Privatinsolvenz gilt dabei als absolutes K.o.-Kriterium. Glücklicherweise bleiben Schufa-Einträge nicht für immer bestehen. Auch der Vermerk über ein Verbraucherinsolvenzverfahren wird drei Jahre nach Erledigung wieder gelöscht. Bis dahin bleibt er jedoch für jeden Bankmitarbeiter einsehbar.

Wer Insolvenz anmelden musste, hat mehr als nur eine Rechnung nicht bezahlt und nur selten geraten Verbraucher ohne eigenes Zutun in eine derart problematische Finanzlage. Meist ist es eine Kombination aus Verdrängung, Selbstüberschätzung, problematischem Zahlverhalten und einer gewissen Naivität in Finanzdingen, die dazu führt, dass es zum Insolvenzverfahren kommt. Das wissen Bankberater, weshalb eine Privatinsolvenz, selbst wenn sie als erledigt gekennzeichnet ist, für die meisten noch immer ein Grund ist, den Antrag abzulehnen.

Seriöse Alternativen zum Bankkredit

Die meisten Banken vergeben einen Kredit nach Privatinsolvenz daher erst, wenn sich die Gesamtsituation des Bewerbers deutlich stabilisiert hat und das ist oft erst einige Jahre nach der Restschuldbefreiung der Fall. Eine Ausnahme machen viele Banken wenn der Kredit mit Bürgschaft aufgenommen wird. In diesem Fall gilt das Hauptaugenmerk nämlich der Bonität des Bürgen. Wer einen solventen Bekannten oder Verwandten hat, der das Risiko einer Bürgschaft auf sich nehmen will, hat gute Chancen auf Kredit, auch wenn die Restschuldbefreiung noch nicht lange zurückliegt.

Je nachdem, wofür das Geld eingesetzt werden soll, gibt es weitere Alternativen für einstmals insolvente Verbraucher. Wer das Geld zur Existenzgründung benötigt, findet eventuell staatliche oder von gemeinnützigen Vereinen getragene Fördermöglichkeiten. Kleinere Summen leiht vielleicht auch ein guter Bekannter aus dem Freundes- oder Verwandtenkreis. Darüber hinaus haben sich Online-Kreditbörsen als seriöse, wenn auch nicht in selbem Maße zinsgünstige Alternative zum Bankdarlehen erwiesen. Bewerber sollten hier allerdings von Anfang an mit offenen Karten spielen und ihren potenziellen Geldgebern den Grund für ihre problematische Schufa-Bewertung mitteilen.

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