Kredit oder Dispo

Ratenkredit spart bares Geld

Die Frage nach einem regulären Kredit oder Dispo auf dem Girokonto ist auch eine Entscheidung zwischen Optimierung der Kosten und maximaler Bequemlichkeit. Der Dispokredit kann ohne jegliche Formalitäten so einfach genutzt werden wie Guthaben. Diesen Komfort lassen sich Banken aber vergolden. Wer keine Lust hat auf überhöhte Zinsen, greift lieber zum Ratenkredit.

Milliardenschulden bei den Banken

Kontokorrent- & Dispositionskredit

Fast jedes Girokonto bietet die Option, ohne besondere Anmeldung bei der Bank auch einmal ins Minus zu gehen. Bei Privatkunden spricht man vom Dispositionskredit oder kurz Dispo, bei Geschäftskonten ist es der Kontokorrentkredit. Ausgenommen von der Überziehungsmöglichkeit sind nur die sogenannten Jedermann-Konten, auf die nach EU-Recht ein gesetzlicher Anspruch besteht, die aber ausschließlich im Haben geführt werden. Bei regelmäßigem Lohn- oder Gehaltseingang sind ein bis drei Netto-Gehälter als Dispo-Rahmen üblich. Selbst ohne diese Voraussetzung stehen kleinere Kreditsummen zur Verfügung, zum Beispiel 100, 300 oder 500 Euro. Die Deutschen lieben ihren Dispo. Mit rund 34 Milliarden Euro sind die Konten im Soll. Das freut die Banken, denn während sie sich das Geld bei der Europäischen Zentralbank kostenlos leihen können, nehmen sie ihren Kunden im Schnitt knapp 10 % Sollzins ab. So fließen mehr als drei Milliarden Euro jährlich in die Kassen.

Geringe absolute Kosten bei schneller Rückzahlung

Die Dispozinsen sind ein klassisches Beispiel dafür, wieviel Mist Kleinvieh machen kann. Für den einzelnen Kreditnehmer sind nämlich selbst üppige Zinssätze mit nur geringen Kosten verbunden. 1.000 Euro Minus auf dem Konto kosten bei 10 % Zinsen gerade einmal 28 Cent am Tag. Dafür bekommt man nicht einmal eine Briefmarke, um den Antrag auf Ratenkredit zur Post zu geben. Schulden Sie Ihrer Bank den genannten Betrag aber für einen ganzen Monat, werden daraus schon 8,40 Euro. Spätestens jetzt lohnt das Nachdenken: Kredit oder Dispo?

Die eiserne Reserve erhalten

Abgesehen von den auf Dauer hohen Kosten des Dispos verliert er auch seine Funktion als Notfall-Reserve, wenn das Konto bereits im Minus ist. Werden Lastschriften nicht eingelöst, weil der Dispo-Rahmen ausgeschöpft ist, drohen hohe Gebühren für Rücklastschriften und eventuell weitere Mahnkosten. Fazit: Nutzen Sie Ihren Dispo nur so, wie er gedacht ist. Für unerwartete Rechnungen zum Beispiel, die kurz vor dem nächsten Gehaltseingang anfallen, wenn das Konto weitgehend leer ist. Bringen Sie im Folgemonat das Konto wieder ins Plus, lohnt für die paar Tage erstens der Aufwand nicht, einen Ratenkredit zu beantragen, zweitens wäre er vielleicht gar nicht schnell genug verfügbar. Die vertragsgemäße Nutzung des Dispos führt übrigens nicht zu einer Schufa-Meldung. Die Einstufung Ihrer Kreditwürdigkeit wird also nicht negativ beeinflusst. Nur wenn Sie mehr als ein oder zwei Monate benötigen, um den Kredit zurückzuzahlen, suchen Sie per Internet-Vergleich nach einem günstigen Ratenkredit. Blitzkredite, Eilkredite und dergleichen sind als Alternative zum Dispo meist nicht empfehlenswert. Schauen Sie dort genau auf Zinsen und weitere Kosten. Der Dispo ist trotz des hohen Zinssatzes meist die billigere Lösung.

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