Kredit Restschuld Berechnen

Kredite: Die Restschuldberechnung

Besonders bei der Immobilienfinanzierung spielt die Wahl der Zinsbindungsfrist eine entscheidende Rolle. Es ist sehr wichtig, bei einem solchen Kredit die Restschuld zu berechnen und anhand dessen einzuschätzen, wie groß das Risiko ist, wenn eine Anschlussfinanzierung nur zu deutlich schlechteren Konditionen möglich sein sollte.

Ein halbes Leben lang für das Haus bezahlen

Kredit

Die sehr langen Laufzeiten eines Immobilienkredits werden an einem Rechenbeispiel am besten deutlich: Sie benötigen für einen Hausbau nach Abzug von vorhandenem Eigenkapital einen Kredit über 350.000 Euro. In der aktuellen Niedrigzinsphase gelingt es Ihnen, ein solches Darlehen zu 2 % Zinsen abzuschließen. Ihre Einkommenssituation erlaubt eine monatliche Rate von 1.000 Euro für Tilgung und Zinsen. Mit diesen Parametern würde es knapp 44 Jahre dauern, bis der Kredit vollständig bezahlt ist. Woran liegt es, dass das so lange dauert? Im ersten Monat, wenn von dem Darlehen noch nichts getilgt ist, fallen 583 Euro Zinsen an. Wenn Sie also 1.000 Euro bezahlen, vermindern sich Ihre Schulden lediglich um 417 Euro. Insgesamt würden Sie über die Laufzeit 176.000 Euro an Zinsen bezahlen.

Lange Zinsbindung gibt Sicherheit, kostet aber Geld

Es gibt Banken, die eine Zinsbindungsfrist von vierzig Jahren anbieten. Im obigen Beispiel wäre nach vierzig Jahren nur noch eine überschaubare Restschuld von 44.000 Euro vorhanden. Das Problem: Einen Kredit mit so langer Laufzeit wird Ihnen die Bank kaum für 2 % Zinsen anbieten, denn die Zinsen könnten in den nächsten Jahrzehnten wieder steigen. Wenn Sie für denselben Kredit die Restschuld berechnen, aber nur einen Prozentpunkt Zinsen mehr zugrunde legen, stehen Sie nach vierzig Jahren noch mit 234.000 Euro in der Kreide. Wären es 4 % Zinsen, reichen 1.000 Euro gar nicht aus, um überhaupt eine Tilgung leisten zu können – Ihre Schulden wären nach vierzig Jahren auf 547.000 Euro angewachsen.

Zukünftige Zinsen sind entscheidend

Das Kunststück bei der Immobilienfinanzierung besteht darin, den besten Kompromiss zwischen Sichern der aktuellen Zinsen und niedriger Restschuld zu finden. Welche Lösung wirklich die beste ist, kann Ihnen heute niemand sagen, weil die künftige Zinsentwicklung nicht feststeht. Derzeit betragen die Zinsunterschiede zwischen 10, 15 und 25 Jahren Zinsbindung rund einen halben Prozentpunkt. Rechnen wir für diese drei Laufzeiten im obigen Beispiel Zinsen von 1,0 %, 1,5 % und 2,0 %, ergibt sich am Ende der Zinsbindung eine Restschuld von 261.000 Euro, 237.000 Euro und 188.000 Euro. Sie haben nun die Qual der Wahl – von Anfang an deutlich mehr bezahlen, dafür aber nach 25 Jahren nur noch 188.000 Euro vor der Brust zu haben, oder nach zehn Jahren einen noch sehr hohen Schuldenberg zu eventuell deutlich höheren Zinsen finanzieren zu müssen. Für eine lange Bindung spricht nicht nur die jetzige Marktlage, sondern auch ein gesetzlich verankertes Sonderkündigungsrecht, das Sie nach zehn Jahren jederzeit mit sechsmonatiger Frist ausüben können.

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