Kredit was kann ich mir leisten

Welchen Kreditbetrag kann ich mir leisten?

Reichen Rücklagen und laufendes Einkommen nicht für die Erfüllung größerer Wünsche, braucht man einen Kredit. „Was kann ich mir leisten?“ ist dabei die zentrale Frage, die es vor der geplanten Anschaffung und der Kreditaufnahme zu klären gilt, damit später keine bösen Überraschungen folgen.

Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen

Kredit

Die Frage nach der Leistbarkeit stellt sich besonders in Zusammenhang mit der Immobilienfinanzierung. Wie teuer darf das Traumhaus werden, damit aus dem Traum nicht irgendwann der Albtraum einer Zwangsversteigerung wird? Die Kreditvergleiche im Internet bieten dazu Rechenhilfen an, die aber häufig wegen der besseren Verständlichkeit sehr einfach gestrickt sind. Um der individuellen Situation gerecht zu werden, bietet es sich an, die Kontoauszüge eines kompletten Jahres zu nehmen und Einnahmen und Ausgaben aufzuschreiben. Die Einnahmenseite ist dabei zumindest für Arbeitnehmer recht übersichtlich. Das Nettogehalt ändert sich nicht wesentlich von Monat zu Monat. Zusätzliche Leistungen des Arbeitgebers wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und Bonifikationen sollten Sie vorsichtshalber nicht berücksichtigen, soweit darauf kein Rechtsanspruch beispielsweise aus einem Tarifvertrag besteht. Denken Sie daran, dass das Einkommen eines Partners auch zeitweise wegfallen kann, zum Beispiel wegen Erziehungszeiten. Bei den Ausgaben ist etwas mehr Arbeit erforderlich. Berücksichtigen Sie unbedingt ein komplettes Jahr, damit Sie auch quartalsweise, jährlich oder unregelmäßig anfallende Positionen erfassen: Versicherungsbeiträge, Rundfunkgebühren oder die Kfz-Steuer. Ein besonderes Augenmerk gilt den derzeitigen Wohnungskosten. Die Netto-Kaltmiete wird wegfallen, wenn Sie im eigenen Haus wohnen, aber erst nach einer Übergangszeit. Nebenkosten entstehen auch im Eigenheim oder in der Eigentumswohnung, abhängig etwa von der Wohnfläche und der Energieeffizienz sogar in deutlich veränderter Höhe.

Nicht zu knapp rechnen

Denken Sie daran, dass eine Immobilienfinanzierung über mehrere Jahrzehnte laufen kann. In dieser Zeit kann sich eine Menge ändern, nicht nur Einkommen und die eigene Lebenssituation. Die Zinsbindungsfrist endet bei den meisten Darlehen lange vor der vollständigen Tilgung. Die Anschlussfinanzierung einer hohen Restschuld kann bei gestiegenen Marktzinsen deutlich teurer sein. Außerdem werden Sie nicht nur wegen Ihres Wohneigentums über Jahrzehnte auf alles andere verzichten wollen. Berücksichtigen Sie bei den Kosten auch angemessenen Urlaub, Rücklagen für ein neues Auto oder Haushaltsgeräte, die irgendwann einmal ersetzt werden müssen.

Zinsbindung – eine schwierige Entscheidung

Eine der schwierigsten Entscheidungen ist die passende Wahl der Zinsbindung. Mit einer kurzen Frist profitieren Sie besonders stark vom derzeit sehr niedrigen Zinsniveau, haben dafür aber noch hohe Restschulden, wenn die Bindung endet. Eine längere Frist zahlen Sie jetzt teurer, haben aber für die Zukunft mehr Sicherheit. Auch hier helfen Rechner aus dem Internet, den Kredit zu berechnen und die Frage „Was kann ich mir leisten?“ zu beantworten. Haben Sie für sich entschieden, dass 1.500 Euro für Zinsen und Tilgung im Monat sicher möglich und eine Restschuld von 100.000 Euro nach zehn Jahren akzeptabel sind, können Sie bei 2 % Zinsen eine Darlehenssumme von rund 245.000 Euro erhalten. Müssten Sie für eine zwanzigjährige Zinsbindung 3,5 % bezahlen, wollen nach dieser Zeit aber schuldenfrei sein, dürfen Sie sich sogar fast 260.000 Euro als Immobilienkredit erlauben. Mit einem Zinsrechner lassen sich viele weitere interessante Szenarien auf Knopfdruck durchspielen.

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