Kredite aus dem Ausland Ohne Schufa

Auslandskredite: Chancen und Risiken

Kredite aus dem Ausland sind zwar ohne Schufa möglich, sie sind aber keinesfalls ein Allheilmittel für Menschen mit ständigen Geldsorgen. Ausländische Banken gehen ebenso wenig leichtfertig mit ihrem Geld um wie bei uns. Zinsen sind nicht nur ein Entgelt für die Bereitstellung von Kapital, sondern stets auch ein Maß für das Risiko eines Kreditausfalls. Wer in Deutschland Schwierigkeiten hat, frisches Geld zu beschaffen, wird auch einen Auslandskredit wenn überhaupt, dann nur zu einem hohen Preis bekommen. Lautet der Kreditvertrag nicht auf Euro, trägt der Kreditnehmer zudem ein erhebliches Kursrisiko.

Wirtschaftsauskunftsdienste gibt es auch im Ausland

Kredit ohne Schufa

Ausländische Banken sind zwar nicht der Schufa angeschlossen, bedienen sich aber entsprechender anderer Betreiber von Wirtschafts-Datenbanken. Diese arbeiten international zusammen, soweit dies nach Datenschutz-Recht erlaubt ist. Gehen Sie also nicht davon aus, dass dem potenziellen Kreditgeber im Ausland finanzielle Schwierigkeiten verborgen bleiben. Allein die Tatsache, dass Sie einen Kreditantrag im Ausland stellen, macht schon hellhörig. Sollte die ausländische Bank keine Informationen über Sie erhalten, wird sie bei der Gestaltung der Konditionen vom worst case ausgehen oder Ihren Kreditantrag einfach ablehnen.

Zinsen sind im Ausland oft höher

Auslandskredite werden aber nicht nur von Interessenten mit schlechter Bonität nachgefragt. Auch die möglicherweise besseren Konditionen im Ausland sind ein möglicher Grund. Dass Kredite aus dem Ausland ohne Schufa-Anfrage gewährt werden, ist dann eher ein Nebeneffekt. Niedrigere Zinsen dürften aber in der aktuellen Marksituation kaum ein Grund für die Kreditanfrage im Ausland sein. Deutschland gilt als eines der wirtschaftlich stabilsten Länder nicht nur in der EU, sondern weltweit. Entsprechend niedrig ist das Zinsniveau. Da können nur die Schweiz und eventuell die skandinavischen Länder noch mithalten. Im übrigen Ausland sind die Zinsen eher höher als bei uns. Zumindest innerhalb der EU sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Kreditvergabe zudem harmonisiert. Es ist deshalb unwahrscheinlich, einen Auslandskredit nach weniger starren Regeln zu erhalten als im Inland.

Wechselkursschwankungen können den Kredit verteuern

Lauten Kreditverträge zum Beispiel mit schwedischen oder Schweizer Banken nicht auf Euro, sondern auf Kronen oder Franken, liegen darin für den Kreditnehmer, der das Geld in Euro benötigt und auch zurückzahlt, erhebliche Risiken. Besonders krass wurde dies deutlich, als die Schweiz Anfang 2015 die langjährige Untergrenze von 1,20 Schweizer Franken (CHF) für einen Euro aufgab. Innerhalb von Minuten fiel der Kurs um über 20 %. Was bedeutet das für einen Kreditnehmer? Für ein vor dem Kursrutsch abgeschlossenes Darlehen über 12.000 CHF bekam er 10.000 Euro. Nach dem Verfall des Wechselkurses entsprechen 12.000 CHF aber 12.000 Euro – er muss also 2.000 Euro mehr zurückzahlen, satte 20 %, allein um die Währungsdifferenz auszugleichen. Die Zinsen kommen noch hinzu. Ein Inlandskredit wäre garantiert billiger gewesen. Andererseits hätte der Kreditnehmer von einem starken Euro profitieren können und weniger zurückzahlen müssen. Der Auslandskredit ist also stets auch eine Wette auf einen bestimmten Kursverlauf, und das will genau überlegt sein.

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