Kredite für Landwirte

Darlehen für Landwirte

Kredite für Landwirte machen den Banken Kopfschmerzen, da die Rahmenbedingungen so gar nicht zu ihren meist starren Vergaberichtlinien passen. Da geht es den Bauern nicht besser als anderen Selbstständigen und Freiberuflern. In der Landwirtschaft kommt hinzu, dass selbst eine hervorragende Geschäftsidee und ein ausgefeilter Business-Plan durch Hitze, Trockenheit, Starkregen oder Hagel schnell Makulatur sein können. Den unsicheren Einnahmen steht ein hoher Kapitalbedarf gegenüber. Selbst wenn der Grund und Boden schon als Eigentum vorhanden oder gepachtet ist, müssen Maschinen gekauft oder geleast werden – es entsteht Kreditbedarf.

Förderbanken springen ein

Kredit

Ein Kredit von der Stange, wie er in den bekannten Internet-Vergleichen für Arbeitnehmer mit ausreichendem und regelmäßigem Einkommen angeboten wird, ist für Landwirte völlig ungeeignet. Sie müssen sich an spezialisierte Anbieter wenden. Eine hervorragende Anlaufstelle ist die Landwirtschaftliche Rentenbank in Frankfurt am Main. Es handelt sich um ein öffentlich-rechtliches Kreditinstitut, das knapp zwanzig verschiedene Förderprogramme für Landwirte allgemein, Junglandwirte, Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft, Windenergie, Beschaffung von Betriebsmitteln und Agrar-Bürgschaften im Angebot hat. Auch Fischwirtschaft und Aquakultur werden von der Landwirtschaftlichen Rentenbank bedient. Ja sogar Privatleute, die sich für das Leben auf dem Land interessieren, profitieren von der Förderung der Entwicklung ländlicher Räume. Anders als bei vielen von der Förderbank KfW bekannten Darlehen gibt es bei der Rentenbank keine festen Zinssätze, sondern das sogenannte Risikogerechte Zinssystem (RGZS). Die Hausbank, die die Kredite für Landwirte an die Rentenbank vermittelt, berechnet dazu eine Ein-Jahres-Ausfallwahrscheinlichkeit. Das ist ein Prozentsatz, der angibt, wie wahrscheinlich es ist, dass der Landwirt innerhalb eines Jahres seine Zahlungsverpflichtungen aus dem Kreditvertrag nicht erfüllen wird. Das zweite Kriterium im RGZS ist die Besicherungsklasse. Sie richtet sich danach, welcher Anteil der Darlehenssumme zuverlässig gesichert ist, zum Beispiel mit einem Grundpfandrecht oder der Sicherungsübereignung von landwirtschaftlichem Inventar.

Wenn die Förderkredite nicht greifen

Eine wegen ihrer hohen Flexibilität beliebte, aber auch teure Art, frisches Geld für den landwirtschaftlichen Betrieb zu bekommen, sind Darlehen privater Investoren. Der Kredit in der Familie oder unter Freunden kann dank seriöser Plattformen im Internet auch zwischen Menschen gewährt werden, die einander nicht persönlich kennen. Die Idee dahinter ist, dass Anleger mehr Rendite wollen, als mit risikolosen Anlagen zu erzielen ist. Also stecken sie Geld auch in Projekte, die ein höheres Risiko eines Zahlungsausfalls haben. So kommen auch Privatpersonen und Betriebe zu einem Kredit, die bei den Banken keine Chance gehabt hätten. Eine Sozialeinrichtung sind solche Darlehen aber nicht, denn den Anleger geht es wie gesagt um möglichst hohe Kapitalerträge. Die Zinsen sind deshalb mindestens marktüblich, außerdem fallen Vermittlungsgebühren an.

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