Kreditwürdigkeit Berechnen

Scoreverfahren bleiben geheim

Die Verfahren, nach den Auskunfteien wie die SCHUFA die Kreditwürdigkeit berechnen, bleiben Geschäftsgeheimnis der Unternehmen. Das hat der Bundesgerichtshof 2014 entschieden. Das Urteil ärgert Verbraucherschützer und Menschen, die sich zu Unrecht in ihrer Bonität herabgestuft fühlen. Es hat aber auch seine guten Seiten.

Bonitätsauskunft kostenlos einholen

Bonitätsprüfung und Kreditwürdigkeit

Scoreverfahren können je nach Anbieter sehr unterschiedlich sein. Am einfachsten verständlich und sehr verbreitet sind Index- oder Prozentwerte. Die Zahl gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Schuldner seinen Verpflichtungen nachkommt. Ein idealer Schuldner würde hier einen Wert von 100 % erreichen. Ein Scorewert über 97,5 % bedeutet ein sehr geringes Risiko. Unter 50 % werden Sie es dagegen schwer haben, einen Kredit zu bekommen oder einen Handy-Vertrag abzuschließen.

Wer Daten zu einer Person legal speichert, muss dem Betroffenen Auskunft über diese Daten erteilen. Das ist im Bundesdatenschutzgesetz festgehalten. Zwar müssen SCHUFA und andere Wirtschaftsdatenbanken die Berechnungen ihrer Scorewerte nicht veröffentlichen, aber immerhin haben Sie Anspruch darauf zu wissen, welche Informationen über Sie gespeichert sind und damit für das Scoring herangezogen werden können. Die Datenübersicht nach § 34 BDSG können Sie einmal jährlich kostenlos erhalten, ohne dafür eines der Info-Pakete der SCHUFA abonnieren zu müssen. Datenauskunft und Bonitätsauskunft sind allerdings zwei Paar Schuhe. Die Bonität, also das, was aus Ihren Daten berechnet wird, ist eine kostenpflichtige Leistung.

Bonität einfach verbessern

Stellen Sie sich vor, die Verfahren, nach denen Unternehmen die Kreditwürdigkeit berechnen, seien öffentlich. Damit wäre Manipulationen Tür und Tor geöffnet. Jeder, der weiß, wo er geschickt eingreifen muss, könnte sein Bonitätsranking verbessern, obwohl sich in Wahrheit gar nichts verändert. Den Schaden tragen letztendlich die ehrlichen Kunden, die für das Ausfallrisiko mehr zahlen müssen. Wenn man aber überlegt, welche Kriterien herangezogen werden, ist es einfach, selbst etwas an seinem Scorewert zu tun und dabei auch tatsächlich seine Finanzen in Ordnung zu bringen.

Haben Sie mehrere Girokonten und Kreditkarten oder wechseln Sie häufig das Konto? Das wird negativ ausgelegt, weil Sie an vielen Stellen unkontrolliert ins Minus geraten könnten. Andererseits bedeutet ein hohes Dispolimit, dass Ihre Bank Ihnen vertraut. Verzichten Sie darauf, Kreditkarten-Schulden in Teilbeträgen zurückzuzahlen. Zahlen Sie Ihre Rechnungen immer pünktlich, warten Sie nicht die erste Mahnung ab. Zuverlässige Zahlungen verbessern Ihr Scoring. Sorgen Sie für ausreichende Deckung Ihres Kontos, damit es nicht zu Rücklastschriften kommt. Fragen Sie Ihre SCHUFA-Daten regelmäßig ab und lassen Sie offensichtliche Fehler korrigieren.

Manche Faktoren, die in den Scorewert eingehen, ergeben sich aus Ihren Lebensumständen. Berufe mit saisonal schwankendem Beschäftigungsgrad, zum Beispiel in der Baubranche, bedeuten automatisch eine geringere Bonität. Selbst Ihr Wohnort darf herangezogen werden, um Ihre Kreditwürdigkeit zu berechnen. Nach eigener Aussage macht die SCHUFA das aber nur, wenn keine anderen aussagekräftigen Daten vorliegen.

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