Kreditwürdigkeit Unternehmen

Die Kreditwürdigkeit von Unternehmen

Genau wie bei Privatpersonen wird auch die Kreditwürdigkeit von Unternehmen geprüft, bevor eine Bank ein Darlehen vergibt. Neben der wirtschaftlichen Situation des Betriebs spielt auch die subjektive Beurteilung der handelnden Personen eine Rolle – nicht nur bei kleinen, inhabergeführten Geschäften, sondern auch bei den Kapitalgesellschaften. Entscheidend sind aber vor allem die Kennzahlen zur Rentabilität, zur Kapitalstruktur und zur Liquidität.

Bonitätsprüfung und Kreditwürdigkeit

Je kleiner der Betrieb, desto wichtiger ist die persönliche Kreditwürdigkeit

Selbstverständlich ist auch der Erfolg einer großen Kapitalgesellschaft, also einer AG oder GmbH, von der Führungsstärke des Vorstands bzw. der Geschäftsführung, von der Qualifikation der leitenden Angestellten und dem Ansehen des Unternehmens bei seinen Kunden abhängig. Personengesellschaften wie OHG und KG, insbesondere aber Einzelunternehmen leben weit stärker von der Mitarbeit der Gesellschafter oder des Inhabers. Die subjektive Beurteilung ihrer Fähigkeiten und ihrer Zuverlässigkeit spielt also bei der Bonitätsprüfung eine entscheidende Rolle. Hinzu kommt: Während Kapitalgesellschaften als sogenannte juristische Personen nur mit dem Gesellschaftsvermögen für Verbindlichkeiten haften, stehen für Schulden einer Personengesellschaft die Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen gerade. Eine Ausnahme bilden lediglich die Kommanditisten bei der KG. Auch der Inhaber eines Einzelunternehmens haftet unbeschränkt.

Ein ganzer Strauß von Kennzahlen

Benötigen Sie für Ihren Betrieb frisches Geld und möchten dazu die Kreditwürdigkeit des Unternehmens prüfen lassen, wird die Bank viele betriebswirtschaftliche Kennzahlen bei Ihnen abfragen. Falls ein Steuerberater Ihre Buchhaltung erledigt, holen Sie ihn auf jeden Fall mit ins Boot. Wahrscheinlich verwendet er eine Software, die die benötigten Daten auf Knopfdruck bereitstellen kann, so dass Ihnen kein Aufwand entsteht. Eine wichtige Größe ist beispielsweise die Rentabilität des Gesamtkapitals, also der Jahresüberschuss im Verhältnis zur Summe aus Eigen- und Fremdkapital. Hieraus kann man ableiten, ob die Kreditaufnahme überhaupt lohnt – denn dazu muss der Zinssatz niedriger sein als die angestrebte Rentabilität.

Wenn man bei der Bank durchs Raster fällt

Viele Selbstständige und Freiberufler haben trotz guter Geschäftszahlen Probleme mit den eher starren Richtlinien der Banken zur Kreditvergabe, wenn die Einnahmen unsicher sind und unregelmäßig fließen. Ein Ausweg können Darlehen von privaten Investoren sein, die über einschlägige Vermittlungsplattformen im Internet angeboten werden. Billiger wird es dort nicht, denn es geht den Geldgebern gerade darum, eine höhere Rendite zu erzielen. Dafür dürfen sie aber auch mehr Risiken eingehen, als eine Bank das aufgrund interner Vorgaben oder gesetzlicher Bestimmungen kann. Eine Prüfung der Kreditwürdigkeit des Unternehmens findet auch bei privat vergebenen Krediten statt, und zwar durch die vermittelnde Plattform. Da sich die einzelnen Anleger regelmäßig nur mit kleinen Summen beteiligen und so ihr Risiko streuen, kann es etwas länger dauern, bis der gewünschte Betrag zusammenkommt. Planen Sie also für Prüfung und Zeichnungsphase etwas Zeit ein.

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