Kreditzinsen 10 Jahre

Zinsbindung: Eine Wette auf die Zukunft

Beim Wohnungskauf ist es üblich, die Kreditzinsen für 10 Jahre oder länger festzuschreiben. Welche Zinsbindungsfrist am besten zum persönlichen Kreditprojekt passt, hängt dabei von mehreren Faktoren ab. Beispielsweise von der gegenwärtigen Marktlage. In Tiefzinsphasen lohnt es sich, eine lange Sollzinsbindung zu vereinbaren, selbst wenn die Gebühren für das einzelne Darlehen leicht über dem Marktniveau liegen. Wer eine umfangreiche Finanzierung plant, sollte sich daher rechtzeitig über gängige Preise und mögliche Entwicklungen informieren.

Bei Immobilienkrediten ist es außerdem üblich, dass die Leihsumme zum Ende der Zinsbindung nicht abgegolten ist.

Volltilgung oder Anschlussfinanzierung?

Kreditvergleich

Wer durchschnittlich verdient, ein Baudarlehen in Höhe von 100.000 Euro aufnimmt und die Kreditzinsen für 10 Jahre festschreiben lässt, hat am Ende der Laufzeit kaum die Hälfte getilgt. Er muss daher eine weitere Finanzierung abschließen. Schlimmstenfalls zu weitaus höheren Gebühren, die er entweder in Form höherer Raten oder einer um Jahre oder gar Jahrzehnte verlängerten Laufzeit bezahlt. Wer es sich leisten kann, sichert sich den günstigen Zinssatz über 20 oder 25 Jahre. Dafür verlangt die Bank ein Aufgeld.

Meist steigt die Gebühr für den Baukredit mit zunehmender Laufzeit um einige Promillepunkte an. Gutverdiener in beruflich gefestigter Position können auch hohe Raten bedienen. Für sie lohnt es sich, den Hauskauf mit einem Volltilgerdarlehen zu finanzieren. Anders als bei gängigen Baukrediten ist die Immobilie am Ende der Laufzeit komplett abgelöst. Je nach Einkommen und Eigenkapital dauert die Zinsbindung 15 bis 30 Jahre. Der Vorteil für den Kreditnehmer: Da er keine Anschlussfinanzierung braucht, muss er sich um steigende Gebühren in der Zukunft keine Gedanken machen.

Günstige Anschlusskredite sichern

Sind sich selbst die Experten uneins, was ihre Prognosen fürs Weltmarktgeschehen betrifft, wählen Kreditnehmer eine mittelfristige Lösung. Verharren die Zinssätze auf tiefem Stand oder sinken sie sogar noch weiter, kommen Bankkunden mit einer Zinsbindung über lediglich 10 Jahre noch immer in den Genuss der verbesserten Preise. Ist hingegen eine Steigerung der Gebühren absehbar, sollten sie reagieren. Beispielsweise indem sie sich mit einem sogenannten Forward Darlehen den günstigeren Zinssatz sichern.

Per Forward Vertrag wird ein Kredit auf dem gegenwärtigen Gebührenniveau vereinbart, den der Kunde aber erst in der Zukunft in Anspruch nimmt. Gängig sind Vorlaufzeiten von bis zu 5 Jahren. Steigen die Zinsen weiter, hat der Kreditnehmer ein gutes Geschäft gemacht. Diese Rechnung geht aber nicht immer auf und bedarf guter Marktkenntnis. Darüber hinaus bedeutet eine Zinsgarantie immer auch Mehrkosten für den Kreditnehmer. Ein Forward Darlehen will daher gut berechnet sein, beispielsweise mithilfe eines Experten.

Mehr zum Thema