Materielle Kreditwürdigkeit

Kreditwürdigkeit schützt Kunden

In Deutschland spielt bei der Vergabe von Krediten die materielle Kreditwürdigkeit des Kreditsuchenden eine wichtige Rolle. Denn die Kreditinstitute wollen bei der Vergabe von Geld sicher gehen, dass sie die Beträge auch innerhalb der vereinbarten Frist zurückbekommen. Die materielle Kreditwürdigkeit ist neben der persönlichen Kreditwürdigkeit ein wichtiges Kriterium dafür. Die persönliche Kreditwürdigkeit baut auf persönlich-subjektive Eigenschaften auf, wie Charakter, Zuverlässigkeit, Qualifikation, Alter oder Geschlecht. Das stellt die so genannten weichen Faktoren in den Mittelpunkt, auf die ein Kreditkunde bis zu einem bestimmten Maß noch selbst Einfluss hat.

Die materielle Kreditwürdigkeit setzt dagegen bei den harten Fakten an. Diese werden bestimmt durch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Kreditkunden und durch seine wirtschaftlichen Verhältnisse. Von einer materiellen Kreditwürdigkeit wird gesprochen, wenn Einkommen und Vermögen eines Kreditsuchenden, etwa eines privaten Haushalts, so gestaltet sind, dass dieser Tilgung plus Zinsen eines Darlehens über lange Zeit ohne Ausfälle stemmen kann.

Prüfung aller Umstände

Bonitätsprüfung und Kreditwürdigkeit

Kreditinstitute, an die sich ein Kreditsuchender wendet, müssen in der Lage sein, sowohl die persönliche als auch die materielle Kreditfähigkeit des Antragstellers zu überprüfen. Wichtig ist zunächst die persönliche Kreditwürdigkeit, die auch Zahlungswilligkeit genannt wird. Darüber geben persönliche Unterlagen des Kreditkunden Auskunft, wie Arbeitsverträge, Kontoauszüge oder die Selbstauskunft. Außerdem können Geldgeber sich informieren, ob es einen Schufa Eintrag gibt, der die persönliche Kreditwürdigkeit des Kunden belastet. Auch Vermieter können hier Einkünfte über potenzielle Mieter einholen. Auch über die materielle Kreditwürdigkeit, sie wird auch wirtschaftliche Rückzahlungsfähigkeit genannt, gibt es Unterlagen. Bei privaten Kreditsuchenden, so genannten natürlichen Personen, können das Kontounterlagen, Gehaltsnachweise oder Haushaltsrechnungen mit Einnahme- und Ausgaberechnungen sein. Sie lassen einen guten Schluss zum persönlichen Umfeld zu. Bei den juristischen Personen, wie Unternehmen oder Vereine, sorgen unter anderem die Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanzen oder betriebswirtschaftliche Abrechnungen für eine entsprechende Einschätzung.

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Realistische Einschätzung

Die Erhebung aller Auskünfte zur Einschätzung, der materiellen Kreditwürdigkeit schützt auch den Kreditkunden in gewisser Weise. Denn sie dient dazu, seine wirtschaftlichen Fähigkeiten objektiv einzuschätzen. Erst wenn der Kunden über ausreichend Einkünfte oder über Vermögen verfügt, erscheint es realistisch, dass er seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Vor allem bei Darlehen, die über eine längere Frist laufen, ist diese Einschätzung wichtig. Kann ein Kunde seinen Pflichten nicht nachkommen, schadet das nicht nur dem Kreditgeber. Auch der Weg in die finanzielle Abhängigkeit vom Gläubiger ist dann vorgezeichnet. Natürlich können sich wirtschaftliche Verhältnisse auch schnell ändern. Deshalb sind Rücklagen und Vermögen für die Kreditwürdigkeit so außerordentlich wichtig. Sie sichern, genau wie zum Beispiel Immobilienbesitz, größere Darlehen ab.

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