Motorrad Kredit

Motorrad durch einen Kredit finanzieren

Der Motorrad-Kredit ist in der jährlichen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Bankenfachverbands e. V. nur eine Randnotiz. Gerade einmal 1 % der Befragten gab an, einen Ratenkredit für die Anschaffung von Motorrad, Roller oder Mofa nutzen zu wollen. Dabei kann der Preis eines schönen Motorrads den eines Klein- oder Mittelklassewagens durchaus toppen.

Gleiche Rahmenbedingungen wie beim Auto

Kredit

Natürlich hat die geringe Zahl von Finanzierungen hauptsächlich etwas mit den Fahrzeugzulassungen zu tun. Auf monatlich etwa 300.000 fabrikneu zugelassene Kraftfahrzeuge, davon etwas mehr als ein Drittel von privaten Haltern, kommen nur gut 10.000 Krafträder. Eine schöne Maschine mit ein paar Extras kann durchaus mit über 20.000 Euro in der Preisliste stehen. Das überfordert viele Motorradfreunde, die eine solche Summe nicht aus laufendem Einkommen oder Rücklagen finanzieren können oder nicht so lange warten möchten, wenn das Frühjahr naht und der Händler ein gutes Angebot macht. Bis zur Bank muss man für den Motorrad-Kredit gar nicht erst laufen, denn Hersteller oder Händler halten Finanzierungsangebote bereit, um den Kauf schmackhaft zu machen. Die Konditionen sind günstig, weil das Motorrad als Sicherheit dienen kann. Gleichzeitig kann der Händler seinen Absatz so lenken, dass bestimmte Motorradtypen schneller verkauft werden, zum Beispiel um den Hof für das Nachfolgemodell frei zu bekommen oder wenn der Hersteller einen besonderen Erfolg in der Zulassungsstatistik anstrebt.

Die Banken halten mit

Mit Blick auf den Wettbewerbsdruck, aber auch wegen des geringeren Risikos eines Zahlungsausfalls bei einer Sicherungsübereignung des Motorrads, sind Bankkredite mit dem Verwendungszweck Pkw oder Motorrad günstiger als Darlehen zur freien Verwendung. Selbst wenn der angegebene Effektivzins höher ist als beim Zweiradhändler, lohnt ein genauer Blick. Fahrzeugkredite sind oft als sogenannte Ballonkredite ausgestaltet. Der Ballon ist dabei eine hohe Schlussrate, die am Ende der Laufzeit fällig wird. Das hat zwei Nachteile: Erstens muss die Zahlung der Rate sichergestellt sein, ansonsten ist eine Anschlussfinanzierung zu nicht vorhersehbaren Konditionen erforderlich. Zweitens ist die Restschuld über die gesamte Kreditlaufzeit relativ hoch, und das verteuert selbst bei niedrigem Zins die absoluten Kreditkosten. Die Bank bietet dagegen üblicherweise einen normalen Ratenkredit, der gleichbleibend hohe Monatsbeträge für Tilgung und Zinsen vorsieht. Dazu ein Rechenbeispiel: Für ein neues Motorrad bleibt nach Abzug des in Zahlung gegebenen Gebrauchtfahrzeugs und des Eigenkapitals ein Finanzierungsbedarf von 10.000 Euro. Der Händler bietet eine Finanzierung über drei Jahre mit einer günstigen Monatsrate von 160 Euro an. Am Ende der Laufzeit ist aber eine Schlussrate von 5.000 Euro fällig. Eine Bank verlangt 3,5 % Zinsen und setzt die Rate mit 293 Euro an – fast doppelt so viel, dafür ist das Motorrad aber nach drei Jahren vollständig bezahlt. Die Gesamtkosten des Bankkredits belaufen sich auf 548 Euro, für den Kredit beim Händler wären wegen der hohen Restschuld 681 Euro an Zinsen angefallen. Die Kosten einer Anschlussfinanzierung kämen gegebenenfalls noch hinzu. Die Bank schneidet damit trotz des höheren Zinssatzes klar besser ab, außerdem lassen sich Verhandlungsspielräume als Barzahler nutzen.

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