Persönliche Kreditwürdigkeit

Die eigene Bonität steuern

Banken, Kreditkartenorganisationen, Versandhändler, Mobilfunkbetreiber, ja selbst Vermieter fragen heute die persönliche Kreditwürdigkeit ihrer künftigen Vertragspartner ab, bevor sie in Vorleistung gehen. Wer einen schlechten Bonitätsindex hat, wird Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme, dem Abschluss eines Handy-Vertrages oder bei der Wohnungsmiete haben. Deshalb ist es wichtig, seine Bonität zu kennen und wenn möglich zu verbessern.

Berechnungsverfahren sind Geschäftsgeheimnis

Bonitätsprüfung und Kreditwürdigkeit

Die Methoden, nach denen die großen Wirtschaftsdatenbanken wie die SCHUFA eine Bonitätseinstufung genau vornehmen, sind nicht transparent. Das Ermitteln der Zahlungsfähigkeit ist das Geschäftsmodell dieser Unternehmen und damit als Betriebsgeheimnis schützenswert, so der Bundesgerichtshof in einem Urteil aus dem Jahr 2014. Außerdem ist es durchaus zu begrüßen, dass nicht jeder in der Lage ist, mit einigen Tricks seine persönliche Kreditwürdigkeit scheinbar heraufzusetzen, in Wahrheit aber an den Folgen von Schulden immer noch zu knabbern hat.

Mit gesundem Menschenverstand lassen sich aber durchaus Fakten ableiten, die in die Berechnung der sogenannten Scorewerte eingehen. Das sind Indizes, die die Wahrscheinlichkeit messen, mit denen ein Schuldner seine Zahlungsverpflichtungen erfüllt. Ideal wäre ein Wert von 100 %. Ein guter Scorewert sagt zwar nichts aus über die Bonität einer einzelnen Person, beschreibt aber das statistische Risiko einer Personengruppe mit gleichen Merkmalen.

Umgang mit Schulden

Kreditverpflichtungen zu haben, ist grundsätzlich kein Problem und führt auch nicht automatisch zu einer negativen Beurteilung der Kreditwürdigkeit. Ein eigenes Haus werden die wenigsten Menschen bar bezahlen können, sondern sie sichern einen Immobilienkredit über eine Hypothek oder Grundschuld ab. Wohneigentum wirkt sich durchaus positiv auf die Beurteilung der Bonität aus. Selbst ein großes Auto, das finanziert ist oder über einen Leasingvertrag genutzt wird, kann die Bonität verbessern. Immerhin beweist es ja, dass der Autohändler oder die dahinter stehende Bank dem Kunden vertraut.

Problematisch wird es, wenn Raten laufender Kredite oder andere Rechnungen nicht pünktlich bezahlt werden. Die eigene Zahlungsdisziplin ist deshalb die beste Möglichkeit, die persönliche Kreditwürdigkeit zu verbessern. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Girokonto gedeckt ist, wenn Abbuchungen anstehen. Rücklastschriften sind nicht nur teuer, sie wirken sich auch negativ auf Ihre Bonitätsbeurteilung aus. Zahlen Sie Rechnungsbeträge, die nicht abgebucht werden, immer innerhalb der gesetzten Zahlungsfrist. Warten Sie nicht auf die erste Mahnung, selbst wenn diese gebührenfrei sein sollte. Viele Kreditkarten zu haben, ist für das Image vielleicht vorteilhaft, für die Bonität ist es dagegen schlecht. Nutzen Sie lieber nur eine Karte mit entsprechend hohem Verfügungsrahmen und verzichten Sie darauf, die aufgelaufene Summe in Teilbeträgen abzustottern.

Persönliche Kreditwürdigkeit ist kein Selbstzweck, um sich an einem hohen Index zu erfreuen. Sie bekommen als guter Schuldner einen Kredit nicht nur einfacher, sondern auch zu günstigeren Konditionen. Und letztendlich ist es Ihr eigener Vorteil, wenn Ihre Finanzen in Ordnung sind und Sie sich um Geld keine Sorgen machen müssen.

Mehr zum Thema