Privatdarlehen Abgeltungssteuer

Steuervorteil für Zinsen nutzen

Zinsen für Privatdarlehen sind der Abgeltungssteuer unterworfen. Das klingt zunächst nicht wie eine gute Nachricht, ist es genau genommen aber doch, denn die Abgeltungssteuer ist für die meisten Steuerzahler niedriger als der persönliche Einkommensteuersatz. Es gibt aber Ausnahmen von der günstigen Regelung.

Kapitalerträge sind einkommensteuerpflichtig

Kredit von Privat

Das Einkommensteuergesetz kennt sieben steuerpflichtige Einkommensarten. Der Lottogewinn gehört nicht dazu, Kapitalerträge aber wohl. Wenn Sie also Ihre Lotto-Million auf einem Festgeldkonto parken und Zinsen kassieren, müssen Sie zwar nicht den Gewinn selbst, aber die Zinsen versteuern. Ist das Festgeldkonto bei einer deutschen Bank, behält die Bank automatisch 25 % Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls auch noch Kirchensteuer ein. Der Vorteil ist, dass Ihre Steuerschuld damit erledigt ist, auch wenn Ihr persönlicher Steuersatz höher liegt als 25 %. Das ist bei den meisten Arbeitnehmern der Fall. Müssten Sie dagegen eigentlich weniger als 25 % Steuern zahlen, können Sie eine sogenannte Günstigerprüfung beantragen. Das Finanzamt erstattet Ihnen die zu viel gezahlte Abgeltungssteuer.

Was für die Zinsen des Festgeldkontos gilt, gilt genauso, wenn Sie als Privatperson einem anderen Privatmann oder Unternehmen einen Kredit gewähren und dafür Zinsen bekommen. Zwar gibt es bei Privatdarlehen keine Abgeltungssteuer, die automatisch einbehalten wird, der Vorteil des Steuersatzes von nur 25 % oder der niedrigeren persönlichen Einkommensteuer steht Ihnen aber dennoch zu.

Ausgenommen von der günstigen Abgeltungssteuer sind allerdings Kredite zwischen nahen Angehörigen, wenn der Kreditnehmer die Zinsen steuerlich absetzt, zum Beispiel als Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Privatdarlehen sind dann nicht mit der Abgeltungssteuer von 25 %, sondern mit dem jeweiligen Einkommensteuersatz zu versteuern. Das beugt Missbrauch vor.

Freibeträge nutzen

Vielleicht sind Sie bislang nicht auf die Idee gekommen, dass privat vereinbarte Zinsen überhaupt zu versteuern sind. Sie zu verschweigen, ist aber keine gute Idee. Steuerhinterziehung ist ein Straftatbestand. Und die Finanzämter haben durchaus Möglichkeiten, Zinsen von Privatdarlehen zu ermitteln. Stellen Sie sich vor, dass der Darlehensnehmer die Kapitalkosten seinerseits von der Steuer absetzen will, zum Beispiel weil er mit dem Darlehen eine vermietete Eigentumswohnung erwirbt. Ein einfacher Quercheck der Finanzämter lässt den Betrug auffliegen. Noch größer ist das Risiko, erwischt zu werden, bei Privatkrediten, die über die bekannten Anbieter im Internet vermittelt werden. Eine Betriebsprüfung beim Vermittler reicht, um eine Vielzahl steuerpflichtiger Zinserträge zu erfassen.

Sparer haben aber einen jährlichen Freibetrag von 801 EUR. Kapitalerträge bis zu dieser Höhe sind steuerfrei, und bei niedrigem Zinsniveau im Markt muss man schon eine Menge Geld anlegen, um an den Freibetrag heranzukommen. Denken Sie aber bei Ihrer Steuererklärung daran, die Zinsen aus Privatdarlehen anzugeben und zu den Kapitalerträgen zu addieren, die Ihnen die Banken bescheinigt haben. Die Gesamtsumme ist entscheidend, und alles, was 801 EUR übersteigt, ist zu versteuern.

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