Privatinsolvenz Beantragen

Ich beantrage Privatinsolvenz

Für überschuldete Verbraucher ist es in der Regel die einzige Chance, in Zukunft wieder ein normales Leben zu führen, wenn sie Privatinsolvenz beantragen. Dabei ist es üblich, sich während des gesamten Verfahrens durch eine Schuldnerberatungsstelle oder einen spezialisierten Rechtsanwalt unterstützen zu lassen. Dennoch ist es unabdingbar, dass der betroffene Schuldner aktiv an dem Verfahren mitwirkt. Nur so ist gewährleistet, dass er allen seinen Obliegenheiten gerecht wird und am Ende auf eine Restschuldbefreiung hoffen kann.

Privatinsolvenz

Zunächst stellt sich die Frage, wo man eine Privatinsolvenz beantragen kann. Für dieses Verfahren ist grundsätzlich das Amtsgericht zuständig. Üblicherweise handelt es sich dabei um das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Schuldner seinen Wohnsitz hat. Die Beantragung der Privatinsolvenz erfolgt auf einem amtlichen Vordruck. Darüber hinaus sind verschiedene Dokumente zusammen mit dem Antrag einzureichen. Im Einzelnen handelt es sich dabei um den Nachweis des Scheiterns des außergerichtlichen Einigungsversuches, den Antrag auf Restschuldbefreiung beziehungsweise die Erklärung, dass auf diese verzichtet werden soll, das Vermögensverzeichnis sowie der Schuldenbereinigungsplan. Übrigens ist es nicht vom Gesetz vorgesehen, einen Antrag auf Privatinsolvenz beim Amtsgericht online zu stellen. Die Schriftform ist vielmehr zwingend vorgeschrieben.

Folgen der Beantragung der Privatinsolvenz

Das zuständige Gericht nimmt bei Erfüllung sämtlicher Voraussetzungen den Antrag auf Privatinsolvenz an und eröffnet das Verfahren. Es setzt einen Treuhänder ein, der das Vermögen des Schuldners verwertet, um aus dem Erlös die Forderungen der Gläubiger zu bedienen. Wer ein Privatinsolvenzverfahren durchläuft, muss sich außerdem darauf einstellen, dass sein Einkommen bis zum Selbstbehalt gepfändet wird. Dies bedeutet, dass er bis zur erfolgreichen Beendigung des Privatinsolvenzverfahrens ein Leben am Existenzminimum führen muss. Es ist nicht zulässig, den Job aufzugeben, um während dieser Zeit Lohnersatzleistungen zu beziehen. Der Schuldner ist vielmehr verpflichtet, eine angemessene Beschäftigung auszuüben beziehungsweise sich um eine Stelle zu bemühen.

Überschuldete Personen, die heute eine Privatinsolvenz anmelden, absolvieren regelmäßig wie bisher eine Wohlverhaltensphase von sechs Jahren. Liegen jedoch bestimmte Voraussetzungen vor, kommt neues Recht zur Anwendung und es erfolgt eine Verkürzung dieser Periode. Gelingt es dem Schuldner, die Forderungen sämtlicher Gläubiger mit einer Quote von wenigstens 35 Prozent zu befriedigen, reduziert sich die Phase des Wohlverhaltens auf nur drei Jahre. Reichen die verfügbaren finanziellen Mittel des Schuldners immerhin dafür aus, die Kosten für das Verfahren selbst zu tragen, profitiert er von einer Verkürzung der Wohlverhaltensphase auf fünf Jahre. In jedem Fall erfolgt bei entsprechender Beantragung nach Beendigung der Wohlverhaltensphase die Restschuldbefreiung, so dass der Schuldner ein neues Leben ohne finanzielle Belastungen aus alten Schulden starten kann.

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