Privatinsolvenz Pfändungstabelle

Info bei Verbraucherinsolvenz

Hilfreich im Fall der Privatinsolvenz: die Pfändungstabelle. Hier ist auf den ersten Blick ersichtlich, wie hoch der pfändbare Betrag in Abhängigkeit von Nettoeinkommen und der Anzahl unterhaltsbeziehender Personen ist. Denn die Pfändungsgrenzen sind bei Unverheirateten ohne Kinder niedriger angesetzt, als bei bestehenden Unterhaltsverpflichtungen. Schließlich soll sichergestellt sein, dass dem Schuldner und seinen Angehörigen ein Existenzminimum zur Verfügung bleibt. Werden mehrere Einkünfte bezogen, sind diese zusammenzurechnen.

Bestimmte Einkommensarten sind jedoch generell unpfändbar, beispielsweise Erziehungsgelder, Studienbeihilfen, vermögenswirksame Leistungen oder Gefahrenzulagen. Diese bleiben außen vor. Andere werden zur Hälfte berücksichtigt, wie Urlaubsgeld oder Überstundenvergütungen.

Privatinsolvenz

Für eine Person ohne Unterhaltsverpflichtungen liegt die Pfändungsfreigrenze bei 1.049,99 Euro, ab dem 1. Juli 2015 bei 1.079,99 Euro. Mit dieser Anpassung trägt der Gesetzgeber den gestiegenen Lebenshaltungskosten Rechnung. Mit der Anzahl unterhaltsbeziehender Personen steigt die Freigrenze: Für je mehr Unterhaltsberechtigte ein Schuldner aufkommt, desto mehr Einkommen bleibt pfändungsfrei. So bei fünf unterhaltsbeziehenden Personen 2.319,99. Berücksichtigt werden beispielsweise leibliche Kinder oder geschiedenen Ehepartner. Wichtig: Nur wenn der Schuldner den Unterhalt tatsächlich entrichtet, werden die Unterhaltsverpflichtungen angerechnet. Wird allerdings gerade wegen einer dieser Unterhaltspflichten gepfändet, gelten die gesetzlichen Freigrenzen nicht. In Härtefällen ist es möglich, die Pfändungsfreigrenze anheben zu lassen. Dazu ist ein formloser Antrag, schriftlich oder mündlich, beim Vollstreckungsgericht erforderlich.

Den Verdienst, der die Pfändungsfreigrenzen übersteigt, muss ein Schuldner auch im Fall einer Verbraucherinsolvenz und Pfändung nicht komplett abtreten: Erst Beträge, die 3.203,67 Euro übersteigen, sind voll pfändbar. Mit der Anpassung zum 1. Juli 2015 erhöht sich diese Grenze auf 3.392,09 Euro. Bei Einkommen, die zwischen diesen beiden Grenzen liegen, bleibt ein Teil des die Pfändungsgrenze übersteigenden Einkommens pfändungsfrei. Für das darüber hinaus verdiente Einkommen wird ein pfändbarer Betrag ermittelt: Ein bis sieben Euro pro zehn Euro Nettoeinkommen sind pfändbar. Auch hier steigt der nicht-pfändbare Gehaltsanteil mit der Anzahl unterhaltsbeziehender Personen und wird für alle Kategorien zum 1. Juli 2015 angehoben. Aufgrund der Komplexität und der anstehenden Änderungen kann bei Privatinsolvenz von der Pfändungstabelle profitiert werden: Nachschlagen in der Tabelle geht schneller, als den pfändbaren Betrag und das verbleibende Einkommen zu berechnen.

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