Ratendarlehen

Ratendarlehen kann man verschieden zurückzahlen

Der Begriff Ratendarlehen wird im täglichen Sprachgebrauch oft als Synonym für den Begriff Ratenkredit gebraucht. Im Grunde genommen ist das nicht verkehrt. Allerdings gibt es zwischen Ratendarlehen und Ratenkrediten Unterschiede. Die sind klein aber fein. Die Bezeichnung Kredit wird banktechnisch grundsätzlich als ein Oberbegriff für die Beschaffung von Kapital, also für eine Geldanleihe, verwendet.

Bei einem Darlehen handelt es sich um eine untergeordnete Form des Kredits. Hier werden in der Regel höhere Summen für längere Laufzeiten ausgeborgt. Im Lauf der Jahre hat sich diese Verwendung der beiden Begriffe eingebürgert.

Große oder kleine Summen

Ratenkredite

In vielen Publikationen wird darauf verwiesen, dass ein Ratendarlehen regelmäßig für die kurzfristige Finanzierung kleinerer Ausgaben, zum Beispiel für ein Auto, genutzt wird. Korrekt ist das aber nicht. Denn ob man bei der Bank geliehenes Geld als Kredit oder als Darlehen bezeichnet, hat nichts damit zu tun, wofür das Geld ausgegeben wird. Wobei sich der Begriff Darlehen in den letzten Jahren als gängiger Ausdruck für Immobilien-Finanzierungen durchgesetzt hat. Am einfachsten ist der Unterschied zwischen einem Ratenkredit und einem -darlehen damit zu erklären, auf welche Art und Weise das geliehene Geld zurückgezahlt wird. Durch den Begriff Rate wird klar, dass es sich um regelmäßige Summen handelt. Wer von einem Ratenkredit spricht, geht grundsätzlich davon aus, dass es sich um eine monatliche Rate handelt, die über die gesamte Laufzeit in der Höhe konstant bleiben. Beim Ratendarlehen gibt es verschiedene Formen.

Ratendarlehen mit gleichbleibenden Summen

Wird die Tatsache, dass in gleichbleibenden Raten getilgt wird, einfach nur auf den Finanzierungsbegriff des Darlehens angewendet, dann könnte man von einem Ratendarlehen sprechen. Doch auch das ist nicht ganz korrekt. Denn ein Darlehen kann auf ganz verschiedene Art und Weise zurückgezahlt werden. Bleiben die beim Darlehen die zu zahlenden Raten während der Laufzeit konstant, handelt es sich um ein Annuitätendarlehen. Diese Abgrenzung ist wichtig. Denn ein Darlehensnehmer kann mit seinem Kreditinstitut auch eine gleich hoch bleibende Tilgungsleistung während der Laufzeit vereinbaren. Auch dann bezahlt er die Darlehensschuld in Raten. Wegen der besonderen Form handelt es sich jedoch um ein Tilgungsdarlehen.

Wie ein Annuitätendarlehen funktioniert

Die Rate bei einem Annuitätendarlehens wird als Annuität bezeichnet. Sie setzt sich aus einem Tilgungsanteil und einem Anteil für den Zins zusammen. Wie hoch der Zinssatz ist, das wird beim Vertragsabschluss für die gesamte Laufzeit des Darlehens festgelegt. Bleiben die Raten laufend gleich, verändert sich das Verhältnis zwischen Tilgung und Zins. Während zum Anfang ein großer Teil der Rate für die Zinsen verwendet wird, steigt im Laufe der Zeit der Anteil, der in die Tilgung der Darlehensschuld fließt. Damit hat das Annuitätendarlehen einen unschlagbaren Vorteil. In Abhängigkeit von der Höhe des Darlehens und den Konditionen für den Zins wird es in einem von vornherein gut kalkulierbaren Zeitraum abbezahlt. Auch die gleichbleibende Ratenhöhe wird oft als Vorteil eines Annuitätendarlehens ins Feld geführt. Allerdings muss der Darlehensnehmer dafür einen festen Zins vereinbaren. Bei einem variablen Zinssatz kann der Zins steigen. Ändert sich nichts an der vereinbarten Laufzeit, steigt logischerweise die Höhe der Raten.

Das gilt beim Tilgungsdarlehen

Bei einem Tilgungsdarlehen vereinbaren Darlehensnehmer und Kreditinstitut beim Vertragsabschluss eine bestimmte monatliche Tilgung. Sie wird in der Regel als ein Prozentsatz auf die Darlehenssumme dargestellt und auf diese Summe angerechnet. Die monatliche Tilgungsrate bleibt während der gesamten Laufzeit des Darlehens gleich. Ein besonderer Effekt ergibt sich daraus, dass der noch offene Betrag, der zur Rückzahlung ansteht, immer kleiner wird. Zur Tilgung werden noch die Zinsen addiert. Aus der Summe von Tilgung plus Zinsen ergibt sich die monatliche Rate, die der Darlehensnehmer zu zahlen hat. Das führt dazu, dass diese sinkt, und zwar mit zunehmender Laufzeit des Darlehens. Steigt nämlich der bereits getilgte Teil der Darlehenssumme, sinken die Zinsen. Deshalb gibt es beidem Tilgungsdarlehen zum Anfang eine hohe Belastung bei den monatlichen Raten. Am Ende der Darlehenslaufzeit sinkt diese immer weiter.

Was eignet sich für wen

Bleibt zu klären, welche Art des Ratendarlehens sich für wen eignet. Beide Formen finden vor allem bei der Immobilienfinanzierung Anwendung. Häufiger wählen die Darlehensnehmer das Annuitätendarlehen. Das liegt nicht nur daran, dass die Belastung hier leichter zu überschauen ist. Ein Tilgungsdarlehen hat am Anfang sehr hohe monatliche Raten. Das schreckt viele ab. Dabei kann jeder, der diese hohe Belastung nicht scheut, bei langen Laufzeiten und sehr hohen Darlehenssummen eine Menge Geld sparen. Denn die zu Beginn der Darlehenslaufzeit hoch gesetzten Raten reduzieren bereits früh die Restschuld und somit auch die Zinsen. Beim Annuitätendarlehen bleiben Zinsen recht lange auf ihrem verhältnismäßig hohen Niveau. Das führt insgesamt zu einer höheren Summe bei der Rückzahlung. Wer sich nicht sicher ist, wofür er sich entscheiden soll, lässt sich vor Vertragsschluss Für und Wider der verschiedenen Ratendarlehen berechnen.

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