Ratenkredit Berechnen

Ratenkredite angemessen berechnen

Einen Ratenkredit zu berechnen, ist kein Hexenwerk. Mit ein paar Schulkenntnissen im Prozentrechnen schafft man das im Kopf oder auf dem Taschenrechner, ansonsten helfen Kalkulationsprogramme auf dem PC oder Ratenkreditrechner, die es gratis im Internet gibt. Viel wichtiger ist es, die Berechnung so zu gestalten, dass angemessene und tragbare Raten bei günstigen Zinsen zu erzielen sind.

Fallende oder gleich bleibende Raten

Ratenkredite

Als Ratenkredit bezeichnet man, vereinfacht gesagt, jedes Darlehen, das in Teilbeträgen zurückgezahlt wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie zum Beispiel ein Auto oder ein TV-Gerät kaufen und in Raten bezahlen, sich Geld bei einer Bank zur freien Verfügung leihen oder einen Immobilienkredit für ein Haus oder eine Eigentumswohnung aufnehmen.

Unterschiede gibt es bei der Kalkulation der monatlich zurückzuzahlenden Raten. Diese setzen sich zusammen aus der Tilgung, also der anteiligen Rückzahlung der geliehenen Summe, und den Zinsen für den Kredit. Mit jeder Rückzahlung vermindert sich die verbleibende Restschuld, und damit werden auch die Zinsen geringer. Die Summe aus Tilgung und Zinsen, die sogenannte Annuität, wird dadurch geringer. Viele Kreditnehmer bevorzugen aber gleich bleibende monatliche Raten. Dann können die gesparten Zinsen für eine höhere Tilgung verwendet werden.

Die Vereinbarung einer konstanten Annuität ist vor allem bei der Finanzierung von Immobilien üblich. Eine Tilgungsvereinbarung könnte zum Beispiel lauten: jährlich 2 % der Darlehenssumme zuzüglich ersparter Zinsen. Die Tilgung beschleunigt sich dadurch zum Ende der Kreditlaufzeit hin deutlich. Bei 2 % Tilgung würde die Rückzahlung ohne den Zinseffekt genau 50 Jahre dauern. Unterstellt man einen Zinssatz von 3 %, verkürzt sich die Tilgungsdauer auf rund 30 Jahre. Die dahinter stehenden Berechnungen sind recht kompliziert, weil lange Zeitreihen zu bestimmen sind. Die bereits erwähnten Online-Rechner erledigen diese Arbeit nach wenigen Eingaben auf Knopfdruck.

Persönliche Belastungsgrenzen bestimmen

Ratenkredite dienen der Finanzierung von Anschaffungen, die aus dem laufenden Einkommen nicht zu bezahlen sind. Bei einem Haus oder einer Wohnung werden die meisten Menschen nicht ohne Kredit auskommen. Auf Konsumgüter kann man aber auch sparen. Gefährlich wird es, wenn beispielsweise ein Urlaub oder eine Hochzeitsfeier nur über einen Ratenkredit bezahlt werden kann. Hier besteht ein hohes Risiko, über seine Verhältnisse zu leben, denn es gibt keinen bleibenden Gegenwert wie zum Beispiel einen Pkw, der gleichzeitig als Kreditsicherheit dienen könnte. Die Raten aus laufenden Krediten und Teilzahlungskäufen summieren sich auf, und das laufende Einkommen reicht nicht mehr. Kommen dann noch ein kaputter Kühlschrank oder eine große Reparatur am Auto hinzu, sind Überschuldung und vielleicht sogar Privatinsolvenz vorprogrammiert. Die Hilfe in solchen Fällen gehört zu den häufigsten Aufgaben der Schuldnerberatung.

Um nicht in die Schuldenfalle zu geraten, ist es wichtig, einen Ratenkredit so zu berechnen, dass die zu zahlenden Raten die persönliche Belastungsgrenze nicht übersteigen. Addieren Sie Ihre monatlichen Einkünfte, ziehen Sie davon die regelmäßigen Ausgaben ab. Denken Sie auch an Beträge, die nur einmal jährlich anfallen, Versicherungsbeiträge, Kfz-Steuer oder ein Zeitschriftenabo zum Beispiel. Lassen Sie genügend Luft, um für ungeplante Ausgaben ein Polster zu bilden, damit nicht bei jeder Kleinigkeit neuer Finanzierungsbedarf entsteht. Unter dem Strich sehen Sie, welche monatliche Belastung Sie sich maximal leisten können.

Zusammenhang zwischen Laufzeit und Zinssatz beachten

Niedrige Raten erzielt man am einfachsten, indem die Laufzeit des Kredits verlängert wird. 10.000 EUR finanziert über 60 Monate bedeutet eine Tilgung von monatlich 167 EUR, über 120 Monate sind es nur 83 EUR. Allerdings zahlt der Kreditnehmer viel mehr Zinsen, und im Hinblick auf ein möglicherweise steigendes Zinsniveau und das länger zu tragenden Ausfallrisiko dürfte auch der Zinssatz bei den meisten Anbietern höher sein.

Besonders bei Immobilienkrediten ist zu beachten, dass der Zins nicht für die gesamte Tilgungsdauer festgeschrieben ist. Der günstigste Zins ist zwar bei kurzer Laufzeit zu erzielen, birgt aber das Risiko, dass die Restschuld am Ende der Zinsbindungsfrist noch sehr hoch ist. Ist der Marktzins zwischenzeitlich stark gestiegen, besteht die große Gefahr, dass eine Anschlussfinanzierung platzt und schlimmstenfalls die Zwangsversteigerung des Hauses oder der Wohnung droht. Besser ist es, den Ratenkredit so zu berechnen, dass der Zinssatz zwar etwas höher, dafür aber längerfristig garantiert ist, zum Beispiel über 20 Jahre. Mit Ablauf der Zinsbindung ist die verbleibende Kreditsumme relativ klein, so dass die Chance besteht, auch bei deutlich höherem Zins noch eine Finanzierung stemmen zu können.

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