Renovierungskredit

Der Renovierungskredit

Ob Renovierungskredit, Geld für den Umzug, für die Hochzeit oder für eine Urlaubsreise – in allen diesen Fällen gibt es keinen echten Sachwert, der dem Kreditgeber als Sicherheit angeboten werden könnte. Das unterscheidet die genannten Darlehen insbesondere vom Immobilienkredit, der durch ein Grundpfandrecht gesichert wird, also durch Eintragung einer Hypothek oder Grundschuld in das Grundbuch. Auch eine Autofinanzierung wird in der Weise gesichert, dass das gekaufte Fahrzeug der Bank sicherungshalber übereignet wird. Der Käufer bleibt zwar Besitzer, Eigentümer ist aber die Bank. Bei Ausfall der Kreditraten kann sie das Auto verwerten lassen.

Nicht anders funktioniert der Ratenkauf im Möbelhaus oder Elektronikmarkt. Bis zur vollständigen Zahlung bleibt die Ware Eigentum des Verkäufers.

Persönliche Bonität ist entscheidend für den Zins

Kredit

Beim Aufhübschen der eigenen Immobilie mag man noch einwenden, dass der Renovierungskredit durch eine Wertsteigerung des Hauses gesichert werden könnte. In der Praxis wird aber niemand für fünftausend Euro Darlehenssumme eine Grundschuld eintragen oder erhöhen lassen – das ist schon aus Kostengründen völlig uninteressant, da eine notarielle Beurkundung erforderlich ist und Gebühren beim Grundbuchamt anfallen. Aus Sicht der Bank wird das Geld beim Renovierungskredit zur freien Verwendung gezahlt. Damit hängt die Ausfallwahrscheinlichkeit allein von der persönlichen Kreditwürdigkeit des Schuldners ab. Der geforderte Zins ist nicht nur ein Entgelt für die Bereitstellung von Kapital, sondern zugleich auch ein finanzieller Ausgleich für das vom Kreditgeber getragene Risiko eines Zahlungsausfalls. Je besser die Bonität, desto niedriger der Zins.

Große Unterschiede bei der Zahlungsmoral

Möchten Sie von günstigen Kreditkonditionen profitieren, sorgen Sie dafür, in einem möglichst guten Licht dazustehen. Die wichtigste Informationsquelle inländischer Banken zur Bonitätsprüfung ist die Schufa. Diese Wirtschaftsdatenbank speichert Informationen zu praktisch jedem erwachsenen Bundesbürger und berechnet daraus unter anderem den sogenannten Schufa-Bankenscore. Anhand des Scorewerts werden die Verbraucher in eine von dreizehn Klassen zwischen A und M eingestuft. Während das statistische Ausfallrisiko in der besten Klasse A unter 1 % liegt, beträgt es in der Klasse M fast 35 % – mehr als jeder dritte Kredit wird ganz oder teilweise nicht zurückgezahlt.

Die eigene Bonität verbessern

Auch wenn die Schufa kostenpflichtige Auskünfte und Abo-Modelle in den Vordergrund stellt, haben Sie das Recht auf eine gebührenfreie Auskunft nach dem Bundesdatenschutzgesetz. Einmal pro Jahr muss die Schufa Ihnen auf Anforderung die über Sie gespeicherten Infos zur Verfügung stellen. Sorgen Sie vorab dafür, dass Sie Rechnungen pünktlich zahlen und erst gar keine Negativ-Eintragungen entstehen. Prüfen Sie die gespeicherten Angaben. Fehlerhafte Daten muss die Schufa löschen bzw. berichtigen. Kleinere Sünden können in Absprache mit dem Zahlungsempfänger auch vor Ablauf der üblichen Speicherfristen gelöscht werden. Kreditanfragen ohne Schufa führen übrigens in aller Regel zu höheren Zinsen, da die ausländischen Kreditgeber von einem hohen Ausfallrisiko ausgehen müssen. Der Kredit trotz Schufa ist die bessere Lösung.

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