Schulden Tilgen

Schuldentilgungsplan zur Schuldenrückzahlung

Schulden machen ist einfach - Schulden tilgen stellt sich dagegen als sehr viel schwieriger heraus. Diese Erfahrung machen nicht nur Jugendliche, auch viele Erwachsene übernehmen sich finanziell für teure Handy-Verträge, kostspielige Extra-Wünsche oder die Kfz-Finanzierung. Nicht immer sind Menschen mit vielen Schulden selbst dafür verantwortlich. Unvorhersehbare Ereignisse wie Krankheiten und Arbeitslosigkeit, eine Scheidung oder ähnliches können dazuführen, dass sich ein Schuldenberg aufhäuft. Um Schulden zu tilgen, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Vor allem aber muss der Schuldner den festen Willen haben, seine finanzielle Situation wieder in den Griff zu bekommen.

Einen Weg aus den Schulden finden

Schuldnerberatung

Um die Schulden zu tilgen, muss sich der Betroffene zunächst einmal einen Überblick verschaffen. Wie hoch sind die monatlichen Einnahmen aus Arbeit, Rente, Hartz IV oder Unterhalt? Wie viel Geld muss monatlich für die dringlichen Ausgaben wie Wohnung, Nebenkosten und Lebensmittel zur Verfügung stehen? Wie hoch sind die Raten, mit denen der Konsumkredit, der Bankkredit oder Zahlungen an Kaufhäuser abgelöst werden? Auf welche Summe belaufen sich die Gesamtschulden, die der Schuldner zurückzahlen muss? Wenn feststeht, ob überhaupt oder wie viel Geld gegebenenfalls zur Verfügung steht, kann ein Schuldentilgungsplan aufgestellt werden.

Ist die Höhe der Schulden überschaubar und bleibt vom Einkommen etwas Geld übrig, um die Schulden zu tilgen, können die meisten Menschen ihre finanziellen Angelegenheiten allein in den Griff bekommen. Um Tipps zum Geldsparen zu bekommen, sind Internetseiten mit Haushalts- und Einkaufsratschlägen eine gute Hilfe. Anders sieht es aus, wenn die Schulden so hoch sind, dass eine Rückzahlung ausgeschlossen ist. In diesem Fall sollte der Schuldner professionelle Hilfe durch eine Schuldnerberatung in Anspruch nehmen, um die Tilgung in die Wege zu leiten.

Professionelle Schuldnerberatungsstelle aufsuchen

Staatliche Schuldnerberatungsstellen arbeiten kostenlos. Sie vergeben Termine oder bieten wie die Caritas an, sich online beraten zu lassen. Eine Schuldenberatung bekommen Betroffene auch bei speziellen Anwälten, die auf diesem Gebiet tätig sind. Dafür fallen jedoch Kosten an. Mit einem Beratungsschein vom Gericht werden die Ausgaben übernommen. Bei der Auswahl des Schuldenberaters sollte auf hohe Seriosität geachtet werden, denn es gibt einige schwarze Schafe, die wenig professionell arbeiten und allenfalls zusätzliche Kosten verursachen.

Um einen Termin bei einer professionellen Schuldnerberatungsstelle zu bekommen, braucht es viel Geduld. Oft sind die Termine monatelang ausgebucht. Hat die Beratung stattgefunden, muss sich der Schuldner auf eine längere Zeit einstellen, in der er mit dem Berater erarbeitet, wie er seine Schulden tilgen kann. Dabei wird geprüft, wie das zur Verfügung stehende Einkommen auf Lebenshaltung und Tilgung verteilt werden kann. Außerdem suchen die Berater nach Möglichkeiten, das Einkommen beispielsweise durch staatliche Zuschüsse zu erhöhen, und die Ausgaben durch Sparmaßnahmen zu senken.

Verhandlungen mit den Gläubigern führen

Vor allem wird sich der Schuldenberater mit den Gläubigern in Verbindung setzen, um herauszufinden, ob jener bereit ist, einen Teil der Schulden zu erlassen und der Schuldner so weniger Forderungen ausgleichen muss. Manche Gläubiger lassen sich darauf ein, weil sie auf diese Weise wenigstens etwas Geld zurückbekommen. Bleibt dem Schuldner nur das Insolvenzverfahren, sieht der Gläubiger in der Regel überhaupt nichts mehr von seinem Geld. Soll das Insolvenzverfahren vermieden werden, müssen alle Gläubiger einer Reduzierung ihrer Forderungen zustimmen. Anderenfalls ist der Gang zum Gericht unvermeidlich.

Findet sich keine Lösung, die Schulden zu begleichen, kann der Schuldner nur durch die Privatsolvenz wieder schuldenfrei werden und einen Neuanfang ohne Schulden starten. Sieben Jahre lang bekommt er von seinem Einkommen nur den gesetzlichen Mindestsatz und muss die restlichen Einkünfte zur Rückzahlung seiner Verbindlichkeiten einsetzen. Wenn er während dieser Zeit neue Schulden macht oder gar Kredite aufnimmt, wird das Verfahren ausgesetzt. In diesem Fall muss der privatinsolvente Schuldner den Rest seines Lebens mit Besuchen vom Gerichtsvollzieher rechnen, der das Geld im Auftrag der Gläubiger eintreiben soll.

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