Schulden Verjährung

Alles über die Verjährung von Schulden

Viele Schuldner verlassen sich auf Briefe und Drohungen von Gläubigern, wenn es um die Rechtmäßigkeit von Schulden geht. Besonders Menschen, die sehr viele Gläubiger haben, verlieren schnell den Überblick und sind so leichte Beute für Firmen, welche längst verjährte Schulden eintreiben möchten. Doch das Schuldrecht ist kompliziert und auch beim Thema Schulden und Verjährung gibt es einiges zu beachten. Was bedeutet Verjährung überhaupt und wann kann man sich darauf berufen?

Was bedeutet Verjährung?

Schuldnerberatung

Sind Forderungen verjährt bedeutet dies keineswegs, dass sie nicht mehr bestehen. Der Anspruch kann lediglich vom Gläubiger nicht mehr eingefordert werden. Der Schuldner erhält mit die rechtlich formulierte "Einrede der Verjährung". Er kann sich bei eventuellen Forderungen darauf berufen und muss nichts zurückzahlen.

Titulierung

Viele Schuldner werden unvorbereitet mit alten Schulden konfrontiert und wissen nicht, dass die hohen Schulden mit Verjährung eigentlich nicht mehr eingefordert werden können. Als erstes sollte daher überprüft werden, ob die geforderten Schulden tituliert wurden, d. h. ob ein Titel besteht. Mit einem Titel unterliegt die Forderung nicht mehr der gesetzlichen Verjährungsfrist. Sie verjährt mit einem Titel erst nach 30 Jahren. Das gleiche gilt für Forderungen, die in einem Insolvenzverfahren festgestellt worden sind. Für alle anderen Arten von Schulden gilt die gesetzliche Verjährungsfrist.

Schulden und Verjährung

Laut Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) beträgt die gesetzliche Verjährungsfrist 3 Jahre. Zu beachten ist aber, dass diese erst mit dem Schluss des Jahres, in welchem der Anspruch entstanden ist. Ein Beispiel: Eine Forderung ist zum 30.06.2010 fällig und wird nicht gezahlt. Die Frist für die Verjährung beginnt dann am 31.12.2010, verjährt ist die Forderung dann 3 Jahre später, also am 01.01.2014. Diese Verjährungsfrist kann aber neu beginnen, wenn der Schuldner zum Beispiel eine Ratenzahlung leistet oder die Forderung in irgendeiner Art und Weise anerkennt. Dies ist der Grund, warum Inkassounternehmen sehr schnell eine Unterschrift fordern, mit der der Anspruch anerkannt wird (Schuldanerkenntnis). Wichtig zu wissen: Eine bereits eingetretene Verjährung kann durch eine solche Schuldanerkenntnis nicht zurückgesetzt werden. Die Forderung bleibt verjährt. Zahlen Sie aber unwissentlich nach Verjährung der Schulden eine Rate, dann können Sie dieses Geld nicht zurückfordern.

Hemmung der Verjährung

Während die reguläre Verjährungszeit 3 Jahre beträgt, kann diese Zeit auch verlängert werden, und zwar durch Hemmung. Eine Hemmung tritt ein, wenn Klage erhoben wird oder eine Ratenzahlung vereinbart wird. Die Zeit der Verjährung läuft dann nicht weiter, sondern wird unterbrochen. Unabhängig von der Verjährung, können Forderungen auch verwirken. Diese ist gesetzlich wenig geregelt und tritt beispielsweise dann ein, wenn sich ein Gläubiger lange nicht meldet, und dies branchenunüblich ist.

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