Schulden Vermeiden

Kredite sparsam einsetzen

Schulden zu vermeiden, ist auch in Zeiten historisch niedriger Zinsen eine gute Idee. Wer die Kontrolle über Einnahmen und Ausgaben behält und nicht über seine Verhältnisse lebt, braucht sich um Kreditkonditionen nicht zu kümmern. Überraschende, unvermeidbare Kosten zwingen aber selbst Menschen mit soliden finanziellen Verhältnissen, sich Geld zu leihen. Und auch bei großen Wünschen wie der Immobilienfinanzierung ist die Kreditaufnahme kein Makel.

Geld auf der hohen Kante für Notfälle

Schuldnerberatung

Idealerweise sparen Sie für größere Anschaffungen oder mögliche Reparaturen, zum Beispiel am Auto oder bei den Haushaltsgeräten. Unternehmen machen das in ihrem Rechnungswesen über Abschreibungen. Sie rechnen zum Beispiel damit, eine Maschine über fünf Jahre zu nutzen. Deshalb buchen sie jedes Jahr ein Fünftel des Wertes als Kosten. Gehen Sie ähnlich vor und legen Sie das Geld am besten auf ein Tagesgeldkonto. Dort ist es jederzeit verfügbar und bringt trotzdem ein klein wenig Zinsertrag. Wenn nach einigen Jahren ein neues Auto angeschafft werden soll, können Sie Schulden vermeiden und stattdessen bar bezahlen, was oft auch noch einen attraktiven Rabatt beim Händler einbringt.

Dispokredit als finanzieller Airbag

Geht das Auto aber kurz nach Ablauf der Garantiezeit kaputt, haben Sie noch nicht genug gespart für eine größere Reparatur oder gar eine Neuanschaffung. Auf die nächste Gehaltszahlung können Sie nicht warten, wenn Sie das Fahrzeug dringend benötigen. Die meisten Girokonten sind für solche Fälle mit einer eisernen Reserve ausgestattet. Der Dispositionsrahmen erlaubt es Ihnen, mit dem Konto auch ins Minus zu gehen. Die Höhe des Dispo-Limits legt die Bank fest. Bei regelmäßigem Geldeingang sind ein bis drei Monatsgehälter üblich. Oft ist die Bank bereit, das Limit temporär zu erhöhen, wenn es kurzfristig finanziell klemmt. Allerdings ist der Dispo nicht gerade billig. Knapp unter 10 % beträgt der mittlere Zins. Die teuersten Banken erheben bis zu 14 %, obwohl sie selbst das Geld bei der Zentralbank zinslos leihen können. Rechnen wir nach: 2.000 Euro Minus auf dem Girokonto kosten bei 10 % Zinsen rund 56 Cent am Tag. Das fällt nicht wirklich ins Gewicht, wenn das Konto mit der nächsten Gehaltszahlung wieder ausgeglichen wird. Geht das nicht, wird es erstens teuer, und zweitens verliert der Dispo seine Schutzfunktion für weitere überraschende Ausgaben.

Ein günstiger Ratenkredit

Können Sie absehen, dass das Soll auf dem Girokonto nicht innerhalb eines Monats ausgeglichen werden kann, fragen Sie Ihre Hausbank nach einem Ratenkredit. Die Zinsen sind deutlich billiger als beim Dispo. Gestalten Sie den Vertrag so, dass sich aus Kreditsumme und Laufzeit monatliche Raten ergeben, die Ihrem verfügbaren Einkommen entsprechen. Vergleichen Sie das Angebot Ihrer Bank auch mit Konditionen, die Sie im Internet finden. Zwar werden Sie ohne konkrete Bonitätsprüfung keine genauen Zinssätze erfahren, aber Sie sehen zumindest eine Zinsspanne und können entscheiden, ob sich eine konkrete Anfrage lohnt. Reine Konditionsauskünfte führen übrigens nicht zu negativen Schufa-Eintragungen.

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