Schuldenfrei werden

Schritt für Schritt in eine schuldenfreie Zukunft

Jeder kann in die Schuldenfalle tappen. Kein Verbraucher ist davor sicher. Ob Handy, Konsumentenkredit oder eine falsch geplante Eigenheimfinanzierung. Die Gründe für eine Überschuldung sind vielfältig und niemand sollte sich dafür schämen müssen.

Schuldnerberatung

Der Weg aus den Schulden ist lang und steinig, dabei spielt es keine Rolle ob man ihn mit oder ohne Insolvenzverfahren geht. Einfach wird es in keinem Fall wieder schuldenfrei zu werden.

Schritt 1: Sich einen Überblick verschaffen

Der erste Schritt in eine schuldenfreie Zukunft besteht oft darin, sich einen Überblick über die eigene Situation zu verschaffen. Überschuldete Haushalte haben oft keinen Überblick mehr über die Verbindlichkeiten und deren genaue Höhe. Erst wenn man hier eine Aufstellung hat und genau weiß, wie viel Schulden und vor allen Dingen auch wie viele Gläubiger im Spiel sind, kann der nächste Schritt gegangen werden.

Schritt 2: Hilfe finden

Dieser besteht in vielen Fällen darin, sich einen kompetenten und seriösen Schuldnerberater zu suchen. Dies kann ein spezialisierter Anwalt sein oder eine Schuldnerberatungsstelle.

Eine seriöse und qualifizierte Beratungsstelle lässt sich daran erkennen, dass hier eine Bescheinigung nach § 305 InsO ausgestellt werden kann, wenn diese benötigt wird. Weiterhin ist umfasst die erste Beratung ein detailliertes Angebot, in dem die Kosten der Tätigkeit und die darin enthaltenen Erledigungen aufgeführt sind. Auch die einfach Erreichbarkeit sollte gewährleistet sein, damit auch bei zeitlich drängenden Problemen schnell eine Lösung gefunden werden kann.

Schritt 3: Eine Strategie erstellen

Wenn man kompetente Hilfe in Form des passenden Schulderberaters gefunden hat, muss man mit diesem eine Strategie erstellen. Welche das ist, kann je nach persönlicher Situation sehr unterschiedlich sein. Das hängt von vielen Faktoren ab.

  • Anzahl der Gläubiger
  • Höhe der Gesamtschulden
  • Höhe der Schulden beim einzelnen Gläubiger
  • bereits erfolgte Zwangsmaßnahmen wie Kontopfändung und ähnliches
  • Haushaltseinkommen bzw. Möglichkeiten zu Ratenzahlung oder anderen Vergleichen

Im Prinzip läuft es immer auf die Frage hinaus, ob man schuldenfrei werden kann und es möglich ist dabei auf ein Insolvenzverfahren verzichten. Entscheidet man sich dafür dies gegen das Verfahren zu versuchen sollte man darauf achten, dass bei Vergleichen immer eine Endsumme genannt wird, bzw. die Lauflänge der Ratenzahlungen im Vergleich klar definiert sind. Besonders professionelle Gläubiger wie Inkassounternehmen schließen gerne Vergleiche über Ratenzahlungen ab, die nicht zeitlich oder in der Höhe limitiert sind. In diesen Fällen zahlt man meistens sehr lange und erreicht keine wirkliche Reduzierung der Grundschuld, denn die geleisteten Zahlungen werden immer zuerst auf Zinsen und aufgelaufene Gebühren angerechnet.

Neben den Vergleichen mit den Gläubigern kann natürlich auch in schwierigen Fällen eine Insolvenz angestrebt werden. Auch dieses sehr umfangreiche Verfahren beinhaltet den Versuch, sich mit den Gläubigern außergerichtlich zu einigen, bevor das gerichtliche Verfahren eingeleitet wird. Dieser Versuch muss von einem anerkannten Schuldnerberater oder einer Schuldnerberatungsstelle durchgeführt und bestätigt werden.

Schritt 4: Verpflichtungen einhalten

Einmal eingegangene Verpflichtungen aus Vergleichen müssen in jedem Fall eingehalten werden. Wer hier schnell den Überblick verliert, weil es mehrere Verpflichtungen sind, der kann sich dazu Hilfe bei seinem Berater holen. Oft ist es hier möglich, dass die beratende Stelle auch ausserhalb des Insolvenzverfahrens jeden Monat einen Geldbetrag treuhänderisch annimmt und dann gemäß Vereinbarungen mit den Gläubigern an die Gläubiger überweist. Allerdings werden solche Leistungen nicht kostenfrei sein, hier sollte man sich vorher über die anfallenden Kosten informieren.

Im Falle eines Insolvenzverfahrens wird vom Gericht ein Treuhänder bestimmt. Nach der Eröffnung findet mit dem Treuhänder ein erstes Gespräch statt, in dem bestimmte Dinge wie Einkommen, Vermögen und erwartete Geldeingänge besprochen werden. Das pfändbare Einkommen muss in diesem Falle an den Treuhänder abgeführt werden, der es nach einem festgelegten Schema an die Gläubiger verteilt. Diese Zahlungen erfolgen 5 Jahre lang regelmäßig, nach einem weiteren Jahr erfolgt dann die Restschuldbefreiung und man ist raus aus den Schulden.

Trotzdem ist ein Insolvenzverfahren für die meisten Betroffenen unangenehm. Die Bank, der Arbeitgeber und eventuell auch der Vermieter erfahren von der Privatinsolvenz. Dies kann unangenehm sein, lässt sich aber leider nicht verhindern. Aber schließlich zeigt dass ja, dass man auf dem Weg ist, etwas gegen seine Schulden zu unternehmen und kann so auch als positives Zeichen gewertet werden.

Fazit

Wer endlich wieder schuldenfrei werden will, und sein Leben ohne Gerichtsvollzieher leben möchte, der kann das schaffen. Der Weg dahin ist allerdings schwierig und es geht nicht wenn man nicht konsequent ist, und Anstrengung meidet.

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