Schweizer Kredit Erfahrungen

Überblick über Schweizer Kredite

Kunden aus dem Euro-Raum konnten Anfang 2015 mit einem Schweizer Kredit Erfahrungen zum Thema Währungsrisiko machen, die sie sich lieber erspart hätten. Als die Schweizer Notenbank am 15. Januar 2015 den drei Jahre zuvor eingeführten Mindestkurs von 1,20 Schweizer Franken (CHF) für 1,00 Euro völlig überraschend aufgab, sackte der Euro-Kurs innerhalb von Minuten auf zeitweise unter 0,96 CHF ab. Kreditkosten verteuerten sich um rund 25 %.

Währungsrisiko nicht unterschätzen

Kredit

Betrachten wir zum besseren Verständnis ein Beispiel. Ein deutscher Kreditnehmer hat bei einer Schweizer Bank einen Kredit von 10.000 Euro aufgenommen. Einschließlich vereinbarter Zinsen von 5 % zahlt er drei Jahre lang monatlich 300 Euro zurück. Allerdings wurde der Kreditvertrag nicht in Euro ausgefertigt, sondern in Schweizer Franken. Auf den ersten Blick ändert das nicht viel. Die Kreditsumme beträgt bei einem Euro-Kurs von 1,20 CHF dann eben 12.000 CHF, die monatliche Rate 360 CHF. Solange sich der Kurs nicht ändert, ist das alles kein Problem. Rutscht jetzt aber der Kurs auf 1,00 CHF ab, muss der Kunde den Schweizern künftig 360 statt 300 Euro überweisen – ein Plus von 20 %, zusätzlich zu den Zinsen. Umgekehrt würde ein höherer Euro-Kurs das Darlehen billiger machen, aber angesichts der stabilen Finanzsituation in der Schweiz bei gleichzeitigen Turbulenzen im Euro-Raum ist das ein extrem unwahrscheinliches Szenario.

Ähnliche Rahmenbedingungen wie bei uns

Ein Schweizer Kredit sollte nach solchen Erfahrungen unbedingt auf Euro lauten, wenn der Kreditnehmer sein Geld in Euro verdient. Andere Konstruktionen sind nur sinnvoll, wenn Zinsen und Tilgung aus Einkünften in Schweizer Franken erwirtschaftet werden, vielleicht durch die Vermietung einer Ferienwohnung. Was spricht dann aber überhaupt für das Geld aus dem Ausland? Das Zinsniveau in der Schweiz unterscheidet sich kaum von dem in Deutschland. Eine wesentliche Ersparnis ist deshalb nicht zu erwarten. Zwar ist die Schweiz kein EU-Mitglied, aber es gelten dennoch ähnlich strenge Richtlinien für die Kreditvergabe wie in der Union, um das solide Bankensystem der Eidgenossen vor faulen Darlehen zu schützen. Großzügige Vergabe-Entscheidungen sind daher unwahrscheinlich, eher sieht man in der Schweiz sogar etwas genauer hin.

Bonitätsprüfung auch in der Schweiz

Zu den Angeboten Schweizer Kreditvermittler und Banken gelangen deutsche Kunden häufig, wenn sie nach einem Kredit ohne Schufa suchen. Die Werbung mit dem Schufa-freien Darlehen aus der Schweiz ist grundsätzlich zutreffend, aber dennoch ein wenig irreführend. Richtig ist, dass es bei den deutschen Banken keinen Kredit ohne Anfrage bei der Schufa und anschließende Meldung des neuen Vertrages dorthin geben kann. Schließlich sind Banken und Sparkassen Mehrheitseigentümer der Schufa Holding AG, und sie bedienen sich des Schufa Banken-Scores, um ihrer Verpflichtung zur Bonitätsprüfung nach dem Kreditwesengesetz nachzukommen. Richtig ist auch, dass die Schweizer Kreditinstitute nicht der Schufa angeschlossen sind. Gleichwohl findet hier eine Bonitätsprüfung statt. Die Rolle der Schufa übernimmt dabei die Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK).

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