Sollzins Dispositionskredit

Dispo durch Ratenkredit ablösen

Trotz insgesamt extrem niedriger Zinsen ist der Sollzins für den Dispokredit bei den meisten Banken immer noch extrem hoch. Im Schnitt sind es rund 10 %, die die Kunden für das Minus auf ihrem Girokonto zahlen müssen – Bequemlichkeit, die auf die Dauer richtig teuer wird.

Mit Zins und Zinseszins

Kontokorrent- & Dispositionskredit

Die Deutschen nehmen Dispokredite von insgesamt mehr als 34 Milliarden Euro in Anspruch – eine unfassbar hohe Summe. Für die Banken ist es ein einträgliches Geschäft. 34 Milliarden Kreditsumme bringt ihnen bei 10 % Zinsen 3,4 Milliarden Euro im Jahr ein. Jeder Prozentpunkt mehr oder weniger macht 340 Millionen aus. Kein Wunder, dass sich die Verantwortlichen mit Zinssenkungen schwer tun. Die Zinsen werden auf dem Konto tagesgenau berechnet. Belastet werden sie je nach vereinbarter Abrechnungsperiode entweder zum Ende des Monats oder erst zum Quartalsende. Gerät das Konto dadurch weiter ins Minus, werden auch Zinseszinsen fällig. Für kurze Zeiträume sind die Kosten überschaubar. Ist das Girokonto mit 1.000 Euro im Minus und beträgt der Sollzins für den Dispokredit 10 %, fallen täglich rund 28 Cent Zinsen an – 100 Euro im Jahr geteilt durch 360 Tage, weil die Banken jeden Monat mit dreißig Tagen berechnen. Das klingt zwar nach Peanuts, summiert sich aber im Monat schon auf über acht Euro.

Nur ein nicht ausgeschöpfter Dispo sichert finanziellen Spielraum

Ist das Konto dauerhaft im Minus, ist das nicht nur ein teures Vergnügen, sondern gleichzeitig auch gefährlich: Es kostet Sie die Flexibilität, die der Dispo eigentlich bieten soll, wenn Sie kurzfristig Geld benötigen, zum Beispiel für eine Reparatur des Autos oder wenn der Kühlschrank den Geist aufgibt. Müssen Sie den eingeräumten Dispo-Rahmen überschreiten, wird es noch deutlich teurer. Duldet die Bank eine über den Dispo hinausgehende Überziehung, werden noch höhere Zinsen und eventuell auch Gebühren fällig. Die beste und billigste Möglichkeit ist, nur so viel Geld auszugeben, wie man auch zur Verfügung hat. Nun ist das manchmal leichter gesagt als getan.

Dispo durch Ratenkredit ablösen

Ein kurzfristiger Engpass lässt sich sicher mit dem Dispo überbrücken. Mit der nächsten Lohnzahlung sollte das Konto aber nicht nur ausgeglichen sein, sondern so weit wieder aufgefüllt, dass die laufenden Kosten des Folgemonats gedeckt sind, ohne wieder ins Minus zu geraten. Ist das nicht der Fall, informieren Sie sich bei Ihrer Hausbank oder in den einschlägigen Online-Portalen über die Möglichkeiten eines Ratenkredits. Bei guter Bonität – angemessenes Einkommen, keine negativen Einträge bei der Schufa, überschaubare Verpflichtungen aus laufenden Krediten – sollte ein Kredit kein Problem sein. Gibt es Schwierigkeiten, zum Beispiel weil Sie als Student oder Selbstständiger keine regelmäßigen Einkünfte haben, können auch Mikrokredite aus dem Internet helfen. Sie werden schnell und unkompliziert ausgezahlt. Die Laufzeiten sind sehr kurz, zum Beispiel ein oder zwei Monate. Das reduziert die Kosten. Allerdings lohnt es sich trotzdem genau hinzuschauen und abzuwägen, ob der Sollzins für den Dispo nicht doch noch niedriger ist.

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