Tilgungskredit

Für wen lohnt sich ein Tilgungsdarlehen?

Das Tilgungsdarlehen, auch Abzahlungsdarlehen genannt, spielt bei der Kreditvergabe eine wesentlich geringere Rolle als das sogenannte Annuitätendarlehen. Dennoch wird vor allem Wohneigentum mit einem Tilgungskredit finanziert. Die Wahl der Kreditform kann vor allem bei hohen Darlehenssummen einen erheblichen Unterschied in der Belastung durch monatliche Raten ausmachen, denn die Art des Darlehens ist vor allem für die Berechnung der Rate wichtig. Kreditnehmer sollten sich deshalb vor der Kredit Anfrage genau über die verschiedenen Kreditarten informieren und kalkulieren, welche Kreditform die günstigere ist.

Abzahlungskredit kontra Annuitätendarlehen: Funktionsweise der verschiedenen Kreditmodelle

Kredit

Beim Abzahlungskredit wird eine feste monatliche Tilgung vereinbart, die auf die Kreditsumme angerechnet wird. Diese monatliche Tilgung bleibt über die gesamte Laufzeit des Kredits gleich, obwohl die offene Rückzahlungssumme durch die Leistung der monatlichen Tilgung stetig reduziert wird. Zusätzlich werden zur Tilgung die Zinsen addiert. Die Summe aus vereinbarter Tilgung und Zinsen ergibt dann die zu zahlende monatliche Rate. Diese Berechnungsweise hat den Effekt, dass die tatsächliche monatliche Rate mit zunehmender Kreditlaufzeit sinkt. Denn je höher der bereits getilgte Anteil der Darlehenssumme wird, desto niedriger werden die Zinsen. Im Endeffekt zeichnet sich der Tilgungskredit also durch eine anfänglich hohe monatliche Belastung aus, die sich zum Ende der Laufzeit immer weiter verringert.

Im Gegensatz hierzu wird beim Annuitätendarlehen die gesamte monatliche Rate vorher vereinbart. Sie bleibt dann über die gesamte Laufzeit des Kredits gleich. Ein Teil der vereinbarten Rate wird zur Tilgung der Kreditsumme genutzt, der Rest bedient die Zinsen. Ein üblicher Zinssatz für ein Darlehen beträgt dabei etwa 5%. Verglichen mit dem Abzahlungskredit tritt beim Annuitätendarlehen also gerade keine Senkung der monatlichen Rate ein. Dafür erhöht sich der Prozentsatz der monatlichen Rate, der letztendlich auf die Rückzahlung der Darlehenssumme verwendet wird, während der Anteil, der zur Zahlung der Zinsen verwendet wird, sinkt. Es entsteht im Vergleich zum Tilgungskredit also ein genau umgekehrter Effekt: Je länger der Kredit läuft, desto stärker wird die Tilgungswirkung der monatlichen Rate.

Die Vorteile und Nachteile des Tilgungskredits

Vor der Kreditfinanzierung eines großen Vorhabens sollte kalkuliert werden, welche Kreditform die meisten Vorteile bringt. Oft lassen sich Kreditnehmer bei der Beratung von der anfänglich hohen monatlichen Belastung bei einem Abzahlungskredit abschrecken. Die Belastung ist dabei stark auf den Beginn der Kreditrückzahlung konzentriert. Es sollte jedoch bedacht werden, dass die monatliche Rate mit andauernder Kreditlaufzeit stark reduziert wird, und später in der Regel unter den Raten liegen wird, die für ein Annuitätendarlehen zu zahlen wären. Darüber hinaus hat der Kunde beim Abzahlungskredit die Möglichkeit, die Restschuld durch Sondertilgungen weiter zu verringern. Ein Anspruch auf die Berechnung einer Vorfälligkeitsentschädigung für das Darlehen besteht dabei nicht.

Wer die anfänglich hohe Belastung durch die monatliche Rate in Kauf nimmt, kann insbesondere bei langen Kreditlaufzeiten und hohen Darlehenssummen viel Geld sparen. Denn durch die zu Beginn der Kreditlaufzeit eher hoch angesetzten Raten werden die Restschuld und damit die Zinsen bereits früh reduziert. Beim Abzahlungskredit bleiben die Zinsen dagegen lange auf einem relativ hohen Niveau und führen zu einer insgesamt höheren Rückzahlungssumme. Der Abzahlungskredit eignet sich deshalb beispielsweise gut bei einem Kredit für eine Renovierung. Ein Kredit für eine Unternehmensgründung sollte dagegen eher als Annuitätendarlehen ausgestaltet sein, da hier gerade eine zu hohe anfängliche Belastung vermieden werden soll.

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