üblicher Zinssatz Darlehen

Kreditzins: Das bestimmt den Preis

Banken werben mit den günstigsten Zinsen, zu denen sie Geld verleihen können, ob der angegebene Preis aber ein üblicher Zinssatz für ein Darlehen ist, hängt zuallererst von der Art des Kredits ab. Klassische Darlehen sind meist günstiger als beispielsweise Mikrokredite oder die Geldleihe an der Kreditbörse. Doch egal, ob Bankdarlehen, Mini- oder P2P-Kredit, in jedem Fall spielt die Bonität des Kreditnehmers eine maßgebliche Rolle bei der Festsetzung der Gebühren. Eine Ausnahme bildet lediglich der Dispo, der für alle Bankkunden gleich viel kostet.

Klassische Ratenkredite von der Hausbank

Kredit

Konventionelle Bankkredite werden ab einer Höhe von 1500 Euro aufwärts vergeben, wobei die Grenzen nach oben hin offen sind. Zwar gibt es Kredite mit variablem Zins, das klassische Bankdarlehen zeichnet sich aber durch einen fixen Zins aus, der für die gesamte Vertragslaufzeit gilt. Die Höhe der Gebühren orientierte sich dabei bis 1999 an den Zinsentscheidungen der Deutschen Bundesbank, seit 1999 wird der Leitzins von der Europäischen Zentralbank vorgegeben. Je tiefer der Leitzins, desto günstiger wird die Geldleihe sowohl für Unternehmer als auch für Privatpersonen.

Historisch tiefe Leitzinsen bedeuten jedoch nicht, dass jeder Bankkunde den denkbar günstigsten Preis erhält. In dessen Genuss kommen lediglich Kunden mit hervorragender Bonität. Wer in puncto Gehalt, Einkommenssicherheit, Schufa-Bewertung und finanziellem Background nicht optimal aufgestellt ist, bezahlt mehr. Wie viel mehr, können Verbraucher herausfinden, indem sie einen Blick auf das repräsentative Beispiel der jeweiligen Kreditanzeige werfen. Es zeigt an, zu welchem effektiven Jahreszins zwei Drittel der Bankkunden den Wunschkredit tatsächlich erhalten.

Mikrokredit, P2P-Kredit und Dispo

Ein üblicher Zinssatz für ein Darlehen lässt sich ohne weitere Informationen zur Bonität des Kreditnehmers also nicht angeben. Besonders deutlich wird dieses Prinzip an Kreditbörsen, bei denen Kunden mit problematischer Schufa-Bewertung zwar nach wie vor Kredit erhalten, dafür aber überdurchschnittlich hohen Gebühren zustimmen müssen. Daneben gibt es Kreditarten, bei denen die Gebühren generell höher sind als beim klassischen Bankkredit. Mikrokredite beispielsweise, bei denen sich Kunden Kleinstbeträgen von 100 oder 200 Euro aufwärts leihen, sind ausschließlich bei Spezialanbietern erhältlich und kosten deutlich mehr.

Die Zinshöhe ist dabei dem hohen Verwaltungsaufwand und den extrem kurzen Laufzeiten geschuldet, die typischerweise nur wenige Wochen oder Monate betragen. Gänzlich unabhängig von der Bonität des Kreditnehmers hingegen ist der Dispokredit, dessen Zinshöhe von der kontoführenden Bank festgelegt wird. Wer ihn in Anspruch nimmt, bezahlt den vereinbarten Überziehungszins, egal, ob er eine hervorragende oder nur eine mittelmäßige Schufa-Bewertung hat. Regelmäßige Geldeingänge sollten allerdings vorhanden sein, um den Überziehungskredit nutzen zu können.

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